Auf der Eröffnung des Hemberger-Ateliers in Loßburg gaben sich Stiftungsmitglieder und Laudatoren die Ehre (von links): Thilo Schreiber, Reinhold Johne, Carmen Feuchter, Andreas Junt, Günter Muth, Magda Motté, Burkhard Diehm und Christoph Enderle. Foto: Gerhard Keck

Das Atelier der Loßburger Künstlerin Margot Jolanthe Hemberger, die 2016 gestorben ist, wurde mit großem Aufwand renoviert. Nun konnte die Einweihung gefeiert werden.

Ein „Kunstatelier zum Anfassen“ sollte das mit erklecklichem Aufwand renovierte Anwesen an der Hauptstraße nach den Vorstellungen der Margot-Jolanthe-Hemberger-Stiftung werden. Es ging bei der Neugestaltung darum, einen reinen Musealcharakter zu vermeiden und stattdessen das Leben und Wirken der weit über die Kreisgrenzen hinaus berühmten Künstlerin „erlebbar“ zu machen.

 

Das bedeutet, kunstpädagogische Ansätze in die Tat umzusetzen, erwachsene wie junge Besucher an die Hand zu nehmen und das Werk Hembergers innen wie außen interpretatorisch erfassen zu lassen. Dazu gehören beispielsweise Workshops für Schüler oder Führungen für Kunstinteressierte, ganz im Sinne der im Jahr 2016 in Loßburg verstorbenen Malerin, Bildhauerin und Grafikerin.

Bürgermeister Christoph Enderle, Vorsitzender des Stiftungsrats, freute sich über den großen Zuspruch geladener Gäste aus Verwaltung, Wirtschaft und Handwerk. Auch Mandatsträger, Freunde und Bekannte der Künstlerin hatten sich nicht zweimal bitten lassen und gaben auf diese Weise nochmals der Künstlerin die Ehre.

Langjährige Vertraute

Germanistik-Professorin Magda Motté aus Aachen, langjährige Vertraute von Margot Jolanthe Hemberger und Kuratoriumsmitglied, blieb es vorbehalten, deren Lebensgang und künstlerischen Aufstieg dem Publikum vor Augen zu führen. Dabei wurde deutlich, dass Hemberger ein Genie auf ihrem Gebiet war und aufgrund ihrer immensen Materialkenntnis stets für Überraschungen gut war.

Landrat Andreas Junt führte die Elogen auf die Künstlerin mit Überzeugung fort und war sich in seinem Urteil sicher: „Margot Jolanthe Hemberger wäre stolz, wenn sie heute hätte anwesend sein können.“ Konzeption und Neugestaltung der Ateliers als Gesamtkonzept hätte sie gutgeheißen.

Junt ist stellvertretender Vorsitzender der Leader-Gruppe Nordschwarzwald und übergab in dieser Funktion die Förderplakette an die Stiftung. Auf deren Antrag hin war von Leader eine Fördersumme von rund 54.000 Euro aus Mitteln der EU und des Landes Baden-Württemberg bewilligt worden. Jetzt, so der Landrat, habe sich das zuvor stark renovierungsbedürftige Anwesen zu einer schmucken Kunstanlaufstelle gemausert.

Luftige Gestaltung

Architektin Carmen Feuchter gab einen Rechenschaftsbericht über Daten, das bauliche Konzept und die Kosten ab. 17 Unternehmen waren demnach beteiligt, elf davon direkt aus Loßburg. Die Bauzeit belief sich auf etwa ein halbes Jahr von Ende Mai bis Weihnachten 2025. Insgesamt beliefen sich die Kosten für das Projekt auf rund 163.000 Euro.

In Angriff genommen wurden beispielsweise die Modernisierung der Sanitäranlagen, die Schaffung eines Workshopbereiches für ein lebendiges Museum, die Instandsetzung der Außenfassade oder die Umgestaltung der Außenanlage. Die luftige, großzügige Gestaltung verleiht dem Ganzen einen geradezu heimeligen Charakter.

Dieses Werkt von Margot Jolanthe Hemberger trägt den Titel „Relaiskommunikation 1987“. Foto: Gerhard Keck

Besonders gelungen sind auch die großformatigen Infotafeln über Leben und Werk von Margot Jolanthe Hemberger. Der Stiftung wünschte Carmen Feuchter, dass das Atelier ein „Ort des lebendigen Austauschs“ und ein Anlaufpunkt für Kinder, Schüler, Kunstinteressierte und Künstler werde.

Besichtigungen und Führungen sind möglich nach Vereinbarung mit der Tourist-Information Loßburg unter Telefon 07446/95 04 60 oder per E-Mail an information@lossburg.de.