Parken auf dem Privatgelände Sonnenstraße 107 ist nur Kunden und Bewohnern des früheren ESGE-Hauses erlaubt. Trotzdem tun es viele andere auch – das soll nun enden.
Er liegt schön zentral, und Parkgebühren muss man auch nicht zahlen – kein Wunder, dass der Parkplatz vor dem großen Gewerbegebäude in der Sonnenstraße 107, gegenüber dem Kino, immer voller Autos steht.
Deren Fahrer sind sich möglicherweise nicht bewusst, dass sie auf einem privaten Grundstück stehen, und zwar unberechtigt: Das Gebäude, das den Namen „alb Forum – Residenz und Business Center“ bekommen wird uns bisher als ESGE-Gebäude bekannt war, gehört seit Mai 2023 der Tosun GmbH, die Läden, Büros und Praxen vermietet und laut Rasim Tosun demnächst weitere Mieter bekommt. Aktuell sind die „Thai Massage“, Juliane Isbrecht mit ihrem Gesundheits- und Therapiezentrum, die Bewährungshilfe, Kiefer & Co. Sport Accessoires und die Deutsche Vermögensberatung dort untergebracht. Am 3. November kommt die Royal Bäckerei und Mitte Dezember „ProBlumen“, der Florist aus dem „Kaufland“ in der Kientenstraße, dazu, und ab April werden die Gewerbeeinheiten im mittleren Trackt zu neun Wohnungen umgebaut. „Sie alle brauchen Kundenparkplätze“, sagt Tosun. „Gewerbeeinheiten zu vermieten steht und fällt einfach mit Kundenparkplätzen.“
„Manche stellen die ganze Woche ihr Auto hier ab“
Das Fremdparkenden auf dem Gelände, das keine Zufahrtsbeschränkung hat, habe freilich überhand genommen, macht Rasim Tosun deutlich. „Manche machen Park and Ride, stellen die ganze Woche ihr Auto hier ab.“
Auch bei Kinobesuchern sei der Parkplatz beliebt – vor allem wenn an Wochenenden die Vorstellungen und der Kino-eigene Parkplatz voll sind. Dass nicht wenige ihre Popcorn-Eimer, die sie während des Kinovergnügens noch nicht ganz leer gefuttert haben, sowie Verpackungen von Süßigkeiten einfach auf den Parkplatz statt in einen Abfalleimer werfen, kann auch der Kinobesitzer nicht verhindern, wie er Tosun gesagt hatte. Das Säubern des Parkgeländes freilich bleibt an der Tosun GmbH hängen. Deshalb hat sie auch die Stangen, die bisher die Parkplätze abtrennten, entfernen lassen, damit der Reinigungsdienst durchfahren könne, wie Tosun erklärt.
„Wir sind nicht das Ordnungsamt“
Den Fremdparkenden ein Knöllchen verpassen – das sei nicht so einfach, erklärt Rasim Tosun, der als Rechtsanwalt weiß, wovon er spricht. „Wir sind nicht das Ordnungsamt, müssten die Autobesitzer zuerst aufwendig ermitteln.“
Um den Kunden seiner aktuellen und künftigen Mieter das Parken zu ermöglichen, sieht sich Tosun gezwungen, eine praktikable Lösung zu finden: Er hat die Firma Parkio eingeschaltet, die unbeschrankte Parkplätze überwacht und jenen, die sie unbefugt nutzen, eine Rechnung schickt, die dann höher ausfällt als die in Städten übliche Parkgebühr auf öffentlichen Parkplätzen. Optische Laufweg- und Kennzeichenerkennung sind der Schlüssel.
Hinweisschilder gibt es schon genug
Inzwischen hat Rasim Tosun gut sichtbare und große Schilder aufgehängt und weist darauf hin, dass es sich um ein Privatgelände handelt für Mieter und Kunden der Sonnenstraße 107 – und das widerrechtlich parkende Fahrzeuge und Fahrzeuge von Kinobesuchern kostenpflichtig abgeschleppt würden – und dass das Gelände 24 Stunden lang videoüberwacht werde. Sobald die Bäckerei und der Blumenladen eingezogen sind, will der Vermieter ernst machen, denn die Ladensitzer sind auf Parkplätze angewiesen: „Dann werden die Kunden im fünfminütigen Wechsel parken – dazu müssen sie das können.“