Bentley, Lamborghini und Mercedes – nur eine kleine Auswahl der Fahrzeuge, die bei der Auktion versteigert werden. Foto: Lehmann

Fahrzeuge im Wert von mehr als vier Millionen Euro werden am Samstag, 11. November, in Altdorf von Schneider Auktionen versteigert. Bereits zur Vorbesichtigung erschienen etliche Autoliebhaber. Auktionator Seat Mavric verrät, auf was man achten sollen.

Die Erwartungen sind groß, wenn es in der Industriestraße 8 in Altdorf heißt: „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten“ und der Meistbietende den Zuschlag erhält.

 

Im Auktionskatalog finden sich Fahrzeuge von Audi bis Bentley, über BMW, Porsche, hin zu Mercedes und Lamborghini.

Darunter sind auch Exoten wie ein Bentley Silber Spur V8, ein Porsche Panamera Hybrid oder auch ein Can-Am Maverick ATV.

Die drei teuersten Exemplare sind allesamt von Lamborghini: ein Aventador, ein Espada und ein Urus. Jedes einzelne Auto kostet über 100 000 Euro.

Für Auktionator Mavric eine außergewöhnliche Summe

Wie groß das Interesse an den Luxusschlitten ist, wurde bereits bei der Vorbesichtigung am Freitag deutlich. Am Tor zum Gelände begrüßt ein Security Mitarbeiter die eintreffenden Gäste. Seit 14 Jahren arbeitet er beim Sicherheitsdienst. Für die Zeit in der die Fahrzeuge in der Halle in Altdorf untergebracht sind, ist er für die Sicherung des Geländes und der Autos verantwortlich. Seit sieben Jahren bewacht er schon entsprechende Objekte, erzählt er. „Wir stehen für den Fall der Fälle in engem Kontakt mit der Polizei“, sagt er. Er gibt aber Entwarnung, „bisher ist nichts vorgefallen.“

Die Auktion am Samstag ist öffentlich und findet in einer Gewerbehalle auf dem Firmensitz von Schneider Auktionen statt. Dieser befindet sich im Gewerbegebiet von Altdorf. Für die Auktion hat sich Auktionator Seat Mavric etwas Besonderes ausgedacht. „Die Autos werden vor die Bühne gefahren, wo dann die Präsentation und Versteigerung stattfinden wird. Alle 40 bis 50 Fahrzeuge haben sowieso nicht in der Halle Platz, ein Teil wird wieder rausgefahren werden müssen“, erklärt Mavric. Neben den Autos nehmen die Veranstaltungstechnik, Bühne und Bestuhlung einen Teil der Fläche in der Gewerbehalle ein. Und sogar ein Kamerateam vom Fernsehsender Vox werde heute vor Ort sein, erzählt er weiter.

Ungefähr 30 der angebotenen Fahrzeuge stammen aus einem Insolvenzverfahren eines Autohauses für Luxusfahrzeuge aus Achern und sind zum Teil Neuwagen. Diese Autos mit wenig Kilometern, teilweise im einstelligen Bereich, besitzen allein einen Wert von zwei bis drei Millionen Euro. Insgesamt kommen die knapp 50 Fahrzeuge und eine teure Rolex-Uhr, auf einen Gesamtlistenwert von vier bis fünf Millionen Euro. „Es sind tolle Autos, die angeboten werden“, erklärt Mavric. Er selbst ist Automobilkaufmann und schon jahrelang in der Branche tätig. „Es ist eine außergewöhnliche Summe. Für mich ist es viel Geld“, sagt er. Doch nicht nur deswegen ist ihm ein respektvoller Umgang mit der Ware wichtig. „Die Insolvenzverwalter und Gläubiger besitzen für mich oberste Priorität“, erklärt er.

Auktionator Seat Mavric vor einer Mercedes-S-Klasse. Foto: Lehmann

Aus Friesenheim ist ein Mann gekommen, um sich die Fahrzeuge anzusehen. Er möchte Samstag auch zur Auktion da sein. „Der Preis für die Audis geht“, sagt er. Dass zum Zuschlagspreis 17 Prozent Aufgeld und 19 Prozent Mehrwertsteuer gezahlt werden müssen, weiß er. Von dem Aufgeld bezahlt Mavric seine Kosten für Marketing, Halle und Transport. Der Mann ist gespannt auf die Auktion und ob jemand Glück haben wird und einen Wagen günstig ergattert. Ein weiterer Mann aus Offenburg sieht sich ebenfalls die Fahrzeuge an: „Die Autos sind eigentlich nur für Firmen interessant. Dann kann man die Umsatzsteuer absetzen“, sagt er. Er erwartet, dass die Preise schnell durch die Decke gehen werden. Einer von zwei Männern, die mit Kaufinteresse aus Lahr nach Altdorf kamen, erklärt: „Wir werden morgen in Anbetracht der Preise nicht kommen.“

Auktionator empfiehlt, sich ein Limit zu setzen

Mavric rechnet mit 300 Gästen. „Es könnten aber auch 500 werden“, sagt er. 2000 Menschen, die zu einer Auktion in Freiburg erschienen, seien bisher das größte Publikum gewesen, vor dem er eine Versteigerung abgehalten habe. Als Auktionator nahm er bereits an über 30 Auktionen teil, einige davon Fahrzeugauktionen im Internet. „Viele kommen zur Auktion, weil sie das Feeling haben wollen“, erklärt er. Für Samstag hätten ihm deutschlandweit Händler beispielsweise aus Frankfurt oder Düsseldorf zugesagt.

Mavric, seit fünf Jahren Auktionator, und sein Geschäftspartner Christoph Schneider, seit 15 Jahren im Auktionsgeschäft tätig, wollen am Samstag ein ganz besonderes Event aus der Auktion machen. „Den Gästen soll eine Show geboten werden. Wir wollen auch die Besucher mit kleinem Geldbeutel unterhalten“, sagt Mavric.

Besonders freue es ihn, wenn ein Privatmann aufs Ganze gehe und einem Händler ein Auto vor der Nase wegschnappe. Die neue Mercedes G-Klasse, auf die Kunden derzeit über ein Jahr warten, sei sein persönlicher Favorit unter den Fahrzeugen im Katalog. Im Gegensatz zum Mercedes-Autohaus könne man diese nämlich noch am selben Tag bei ihm erwerben und mit nach Hause nehmen, witzelt er.

Es gibt Verhaltenstipps

„Für den Auktionstag ist nach Leuten mit Akquise verlangt“, erklärt Mavric. Für Samstag erwarte der Auktionator, „sicherlich mehr kaufkräftige Kunden, auch aus der Schweiz“, sagt er. Neugierige werden sich aber bestimmt ebenso unter den Gästen befinden. Für die Auktion am Samstag gibt der Auktionator folgende Verhaltenstipps an Kaufinteressierte: „Man sollte sich ein Limit setzen, aufschreiben und vorher durchkalkulieren“, sagt er.

Mavric erwartet, dass sich die Dynamik im Saal womöglich steigernd auf die Preise auswirken wird. „Die Startpreise sind gering gehalten“, sagt er. Die Gebote werden in Schritten von ungefähr zehn Prozent erhöht. Um die Anonymität der Kunden zu wahren, werden Bieternummern zugewiesen. Ein Gebot kann persönlich durch Heben der Nummer abgegeben werden. Zudem kann live online mitgeboten werden. Ist eine persönliche Teilnahme an der Auktion nicht möglich, kann auch über ein schriftliches Vorgebot mitgeboten werden.

Angestrebt ist eine erfolgreiche Vermarktung

„Wir streben eine erfolgreiche Vermarktung der Fahrzeuge in Altdorf an“, erklärt er. Schön sei außerdem, dass Schneider und er mit der Auktion in einem Tag zum Punkt kommen würden. Es sei aber schon etwas komisch, wenn solch teure Luxusfahrzeuge unter den Hammer kämen und derart „rausgehauen“ würden. „Auktionen dieser Art sind eher die Seltenheit“, sagt er. Gerade auch deswegen wünscht er sich einen reibungslosen Ablauf der Versteigerungen, dass Schneider und er das Bestmögliche für ihre Kunden herausholen können.

Schneider Auktionen

Schneider Auktionen ist ein Auktionshaus im Bereich Bewertung und Verwertung im Raum Freiburg, Emmendingen und dem Ortenaukreis. Das Unternehmen ist größtenteils im Insolvenzbereich tätig, führt Räumungen, Verkäufe von Unternehmen und Auktionen durch. Aber auch Gutachten werden erstellt. Sachverständige bewerten neben Betriebs- und Geschäftsaustattungen, auch den Fuhrpark von Unternehmen. Zudem werden Industrie-Auktionen von Maschinen und Anlagen angeboten. Bedient wird eine große Bandbreite unabhängig von der Finanzkraft der Gläubiger.