Bei der Behandlung von Kindern kommt es auch auf das kindgerechte Verhalten der Ärztin oder des Arztes an. Foto: Photographee.eu - stock.adobe.com

Die Elterninitiative gegen den Kinderarztmangel hat schon über 3500 Unterschriften gesammelt und kommt ins Fernsehen. Tagesschau berichtet – auch die Reaktion auf die „Xundmacher-Werbung“ ist positiv.

Jetzt wird die Kinderarzt-Krise langsam auch über die betroffenen Landkreise ein Thema. Die Petitionen der Initiative „Kinder brauchen Kinderärzte“ bekommen immer mehr Unterschriften.

 

Der große Auslöser war die Nachricht, dass Kinderarzt Michael Nagel in Horb angekündigt hatte, seinen Kassensitz zum 1. Januar 2025 abzugeben. Zwei seiner angestellten Kinderärzte haben die Praxis schon verlassen und sind in andere Landkreise gewechselt.

Kein Einzelfall. Jetzt werden langsam die Medien aufmerksam. Jetzt meldet die Initiative „Kinder brauchen Kinderärzte“ aus den Kreisen Rottweil, Freudenstadt und Zollernalb: „Wir kommen ins Fernsehen.“ Ein Fernsehteam war da und hat für den Länderspiegel (Samstag, 7. Dezember, 17.05 Uhr) gedreht.

Offenen Brief geschickt

Nicht nur deshalb sind die Initiatoren sind mit der Resonanz zufrieden. Miriam Hempel und Sabrina Hezel (Rottweil), Elena Theiss (Freudenstadt) sowie Sabrina Neumann und Christine Wiest (Zollernalbkreis) schreiben: „Vor gut einem Monat haben wir uns mit einem offenen Brief an alle Mandatsträger*innen in den Landkreisen Rottweil, Freudenstadt und dem Zollernalbkreis gewandt und in drei Petitionen Unterschriften gesammelt. Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden. Aktuell unterstützen uns hier bereits mehr als 3500 Unterzeichner*innen!“ Die Petition ist auf der Internet-Seite Change.org zu finden.

Aufgabe für die Politik

Allerdings: Die Resonanz im Landkreis Freudenstadt ist bisher im Vergleich zu den anderen Kreisen geringer. Bei dieser Petition gibt es bisher nur 823 Unterschriften. Die Initiatorinnen vermuten, weil es zunächst nur Horb und damit nur den östlichen Landkreis trifft. Und sie haben eine klare Forderung: Das Thema Kinderarzt gehört nicht nur in den Gemeinderat Horb oder den Sozialausschuss des Kreistages Freudenstadt, sondern auch in andere politische Gremien.

Und was das auslösen kann, zeigt der Kreistag Freudenstadt. Ferdinand Truffner (CDU, Bürgermeister Empfingen) hat sich gleich nach der Sitzung mit seinen Kollegen Peter Rosenberger (CDU, OB Horb) und Markus Tideman (SPD, Bürgermeister Eutingen) verständigt. Alle drei Kommunen haben Ärztehäuser.

Anzeige: erste Resonanz

Zwei Tage nach der Kreisstagssitzung hatte Truffner dann eine gemeinsam Stellenanzeige veröffentlicht. Titel: „xundmacher gesucht.“ Als Ansprechpartner sind er und seine Kollegen in Horb und Eutingen genannt.

Wie ist die Resonanz ? Truffner: „Die Tagesschau berichtet online, SWR4 hat einen Radiobeitrag gemacht. Die Werbung läuft – und nächste Woche kommt ein Bauzaunbanner noch prominent an die Straße.“

Auch wichtig: Truffner hatte über 200 Ärzte per Mail angeschrieben: „Auf meine Mails an die Ärzte habe ich viel positive Rückmeldung erhalten, vor allem von Chefärzten, die es umgehend weitergeben und Werbung machen.“