Alexandra Schmid, Geschäftsführerin der Lebenshilfe, und Tamer Öteles, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lernen-Fördern-Arbeiten Foto: Lebenshilfe

Die Initiative mehrerer Waldmössinger Betriebe, eine betrieblich unterstützte Kinderbetreuung (Beki) in unmittelbarer Nähe des dortigen Industriegebiets zu eröffnen, nimmt Fahrt auf.

Schramberg-Waldmössingen - Nun wurde laut Mitteilung ein Lärmgutachten für das vorgesehene Grundstück im Webertal in Auftrag gegeben. Außerdem läuft derzeit eine Bedarfserhebung der Stadt Schramberg. Eine erste Umfrage im Frühjahr dieses Jahres bei sechs Waldmössinger Unternehmen hatte bereits großen Zuspruch ausgelöst. Grundsätzlich können alle Betriebe in und um Waldmössingen für ihre Mitarbeiter Belegplätze buchen, so das Konzept. Die Befragung zur Bedarfsplanung läuft noch bis Freitag, 15. Oktober.

Tamer Öteles, Vorstand der Stiftung Lernen-Fördern-Arbeiten, gibt sich optimistisch: "Wir sind überzeugt, dass unser Vorhaben auch bei den Waldmössinger Eltern gute Resonanz finden wird. Der Bedarf an familiengerechten Betreuungsplätzen wird weiter zunehmen. Auch die konstruktiven Gespräche mit der Stadtverwaltung stimmen mich zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen deutlich vorankommen werden."

Öteles kennt sich mit der Materie aus. Die Stiftung Lernen-Fördern-Arbeiten ist seit 2011 als konfessionsneutraler Kita-Träger im Geschäft und verfügt nach eigenen Angaben als Bildungs- und Jugendhilfeträger mit mehr als 250 Mitarbeitern über die notwendige Expertise, Kinderbetreuung ganzheitlich zu denken. "Unsere Kindertagesstätten sind zertifiziert mit dem von uns selbst entwickelten Orientierungsplansiegel. Die pädagogische Konzeption baut auf der Montessori-Pädagogik und dem lebensweltbezogenen Ansatz von Norbert Huppertz auf", so Öteles.

Mittagessen mit Eltern

Die Beki in Waldmössingen soll inklusiv werden – und da kommt die Lebenshilfe im Kreis Rottweil ins Spiel. Lebenshilfe und Stiftung planen eine enge Kooperation, um Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Handicap zu schaffen. Diese könnten beispielsweise hauswirtschaftliche Aufgaben übernehmen sowie die Verpflegung über die Gaststätte "Zum Frieder" beziehen, die einen großen Arbeitsbereich für Menschen mit Behinderung darstellt.

Zunächst zwei Gruppen

Die Geschäftsführerin der Lebenshilfe, Alexandra Schmid, ist von der Idee angetan: "Wir arbeiten schon an anderen Stellen erfolgreich mit der Stiftung zusammen und sehen hier eine hervorragende Möglichkeit, ein Modellprojekt für die Verzahnung inklusiver Konzepte und betrieblicher unterstützter Kinderbetreuung aufzubauen." Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei heute eine der wesentlichen Standortfaktoren und das Konzept, heißt es weiter, ist ganz auf Familien und ihre Bedürfnisse zugeschnitten, wie Öteles ausführt: "Wir bieten eine ganztägige Angebotsstruktur mit flexiblen Betreuungszeiten und individuellen Bring- und Abholzeiten in unmittelbarer Nähe zu den Betrieben im Industriegebiet. Wir wollen auch Möglichkeiten zu gemeinsamen Mahlzeiten mit den Eltern schaffen. Zudem erlauben die räumlichen Voraussetzungen naturnahe Aktivitäten und Bewegungsangebote."

Die zunächst zweigruppig geplante Kindertageseinrichtung soll im September 2022 eröffnet werden. Der Termin ist "sportlich", aber in Anbetracht des beeindruckenden Engagements der örtlichen Betriebe ist die Realisierung einer betrieblich unterstützten Kinderbetreuung in Waldmössingen in greifbarer Nähe.

Interessierte Eltern und Firmen sollten zeitnah reagieren. Informationen zum Beki Waldmössingen und den Link zur Bedarfsabfrage erhalten diese über die Stiftung Lernen-Fördern-Arbeiten Rottweil, Tamer Öteles, Telefon 0741/94 25 81 17.