Bei einem Infoabend in der Stadthalle informierten Stadt und EGT über die möglichen Planungen für ein Wärmenetz in St. Georgen.
Ein Infoabend zur Planung eines Wärmenetzes durch die EGT fand in der Stadthalle statt. Das sei eine freiwillige Leistung der Stadt, um Bürgern die Gelegenheit geben, sich mit einem Thema zu beschäftigen, bevor etwas entschieden sei, so Bürgermeister Michael Rieger.
Zur Energiewende müsse jeder beitragen. Einer kürzlich geäußerten Bitte, Windkraft komplett zu verhindern, stellte Rieger die Frage entgegen „Wer hat eigentlich die Energiewende im Jahr 2011 gewählt?“.
Der Umbau der Energieversorgung dauere Jahrzehnte, weshalb man heute wegweisende Entscheidungen treffen müsse, so Tobias Bacher von der Klimaschutz- und Energieagentur Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Heizzentrale mit vielen Vorteilen für die Nutzer
Erik Huge, EGT-Geschäftsführer, Frank Bonsiepe, zuständig für Gas- und Wärmenetze sowie Michael Hilser, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Ledwig & Partner, stellten die Wunschvorstellung einer Heizzentrale am Rossberg zwischen Stadthalle und Festplatz vor. Die enthielte auf einer Fläche von 30 auf 15 Metern und einer Höhe von neun Metern einen Hackschnitzelkessel sowie Platz für Wärmepumpen und Wasserstoffbetrieb, unterstützt von Photovoltaik und Solarthermie. Aufgebaut würde ein Wärmenetz, das über die Rossbergstraße angebunden wäre ans vorhandene Netz beim Rathaus.
Vorteile für Nutzer wären der Wegfall von Investitionen in Kessel und Lager, geringe Störanfälligkeit und kleiner Wartungsaufwand des Netzes, Preisstabilität und Versorgungssicherheit dank der Nutzung verschiedener Energiequellen. Die Anlieferung der Hackschnitzel würde auf Wünsche der Anlieger abgestimmt, Beeinträchtigungen der Optik oder des Festbetriebs wären nicht gegeben.
Auf Nachfrage vom Publikum hieß es, dass ein Bau am Standort der jetzigen, stillgelegten Heizzentrale auf Höhe der Sporthalle wirtschaftlich nicht machbar sei. Zum Anschluss weiterer Straßen in der Innenstadt erklärten die Verantwortlichen, dass sich Interessenten melden sollten. Nur wegen einem Haus erschließe man keine Straße. Für die Zukunft wurde eine Heizzentrale am Rupertsberg nicht ausgeschlossen. Allerdings liegen die Kosten für die jetzigen Pläne bei neun Millionen Euro.
Nutzung mehrerer Energieträger
Zur Angst vor Preisexplosionen verwiesen die Organisatoren auf die Nutzung mehrerer Energieträger. Die EGT sei interessiert, langfristig faire Verträge zu machen und für die Zukunft gut gerüstet, so Hugel auf Bedenken, das Unternehmen könne in Schieflage geraten. Es werde enorm schwierig, einen Anbieter zu finden, sollte es die EGT nicht machen, so Rieger. Deren Idealvorstellung wäre ein Baubeginn des Heizhauses im September 2026, die Inbetriebnahme des Netzes etwa ein Jahr später.