Die Leitungen, die den neuen Ersatzbrunnen an der Ruckhalde mit der Trinkwasserversorgung verbinden sollen, werden mithilfe des neuen Pflugverfahrens eingebaut. Foto: Stadt Donaueschingen

Katastrophenvorsorge ist spätestens seit den Starkregen-Ereignissen und den damit verbundenen Wassermassen, die im Juli nicht nur in Rheinland-Pfalz für Verwüstung gesorgt haben, ein drängendes Thema.

Donaueschingen - Auch die Stadt Donaueschingen setzt sich damit auseinander – und bereitet sich bereits seit geraumer Zeit auf bestimmte Katastrophen-Szenarien vor. So etwa auch auf den Fall, dass die Gutterquelle aus irgendeinem Grund verunreinigt werden, und es Probleme bei der Wasserversorgung der Stadt geben könnte.

Dazu baut die Stadt eine Ersatzwasserversorgung. Eine Quelle auf der Ruckhalde soll als Ersatzquelle dienen. Dort wurde bereits gebohrt und 2020 ein Ersatzbrunnen aufgebaut, der im Notfall einsatzbereit sein soll. Um das zu gewährleisten, soll sein Wasser konstant auch dem der Gutterquelle beigemischt werden. Dadurch ließe sich im Ernstfall schnell umschalten – und es gebe kein stehendes Wasser in den Leitungen. Laut Stadtverwaltung soll im späteren Regelbetrieb nur eine geringe Beimischung des Ersatzbrunnen-Rohwassers zum Gutterquell-Rohwasser geplant sein. Voraussichtlich in einer Größenordnung von rund fünf bis zehn Litern pro Sekunde.

"Baubeginn ist für Anfang 2022 vorgesehen"

"Der erste Bauabschnitt der Förderleitung – von der Gutterquelle bis zum Zubringer Allmendshofen – konnte im August dieses Jahres fertiggestellt werden", erläutert Beatrix Grüninger, Pressesprecherin der Stadt Donaueschingen. Der zweite Bauabschnitt der Förderleitung soll voraussichtlich Mitte Oktober 2021 ausgeschrieben werden. Dieser Abschnitt führt vom Zubringer Allmendshofen unter der Breg, unter der Bundesstraße und der Bahntrasse hindurch bis zur Friedrich-Ebert-Straße. "Die entsprechende Vergabe ist für Dezember 2021 geplant und der Baubeginn ist für Anfang 2022 vorgesehen", so Grüninger über den weiteren Verlauf der Planungen.

"Der dritte und letzte Bauabschnitt der Förderleitung – von der Friedrich-Ebert-Straße bis zum neuen Tiefbrunnen – ist für 2022/23 geplant", heißt es von Grüninger weiter. Insgesamt habe man hier bereits rund 1200 Meter an Leitungen im sogenannten Pflugverfahren verlegt. "Bei diesem modernen Verlegeverfahren wurde der Boden durch ein Pflugschwert verdrängt und gleichzeitig die neue Leitung in rund zwei Metern Tiefe eingezogen", erklärt Grüninger.

Beim jetzt folgenden zweiten Bauabschnitt sollen etwa 400 Meter an Förderleitungen verlegt werden. "Von der Strecke her ist dieser Abschnitt der kürzeste, "aber von den zu überwindenden Hindernissen aufwendigste Abschnitt", sagt Grüninger. Denn die Leitungen müssen vom Zubringer Allmendshofen an der Breg über eine viel befahrene Bundesstraße und dann noch über die Bahnlinie geführt werden.

2,7 Kilometer an Förderleitung

Insgesamt sind es rund 2,7 Kilometer an Förderleitung, die in den drei Bauabschnitten von der Gutterquelle bis zum Tiefenbrunnen auf der Ruckhalde verlegt werden müssen. Doch damit nicht genug. Was auch noch fehlt, ist das Gebäude, das um den neuen Tiefenbrunnen auf der Ruckhalde entstehen soll. Das sei noch nicht gebaut. Es ist laut Stadtverwaltung Teil des zweiten Bauabschnittes und steht daher ebenfalls für 2022 auf der Agenda.

n Der neue Brunnen: Der Ersatzbrunnen auf der Ruckhalde soll im Ernstfall die Gutterquelle ersetzen. Das heißt, dass im Ernstfall der Ersatzbrunnen die Kernstadt, einschließlich Allmendshofen sowie Aasen, Heidenhofen, Neudingen, Pfohren und Grüningen versorgen würde. Oder anders ausgedrückt: Aufen, Hubertshofen und Wolterdingen werden über eigene Quellen versorgt. Der ganze Rest wird über die Gutterquelle beziehungsweise den Ersatzbrunnen versorgt.

n Ergiebigkeit: Die Frage nach der Ergiebigkeit lässt sich nicht so einfach beantworten. Theoretisch liegt sie bei rund 70 Litern pro Sekunde und aufwärts, das Wasser trübt sich dann aber stark ein, was die Aufbereitung erschwert. Für den Vollersatz der Gutterquelle werden rund 50 Liter pro Sekunde benötigt. Dies könne der Ersatzbrunnen problemlos leisten und liefere dann auch nahezu klares Wasser für die Aufbereitung.