Verantwortliche haben am Freitag über den aktuellen Stand des geplanten Zentralklinikums informiert. Vieles steht und fällt mit der Einhaltung der Termine.
Der 19. Februar wird womöglich einer von vielen Meilensteinen, die auf dem Weg bis zum neuen Zentralklinikum liegen. In einer Sondersitzung des Kreistags an diesem Tag steht der Baubeschluss für das Großprojekt Zentralklinikum im Zollernalbkreis auf der Tagesordnung.
Vorab informierten die verantwortlichen Protagonisten über den Stand der Dinge und den vorgesehenen Zeit- und Kostenplan. So sind 400 Millionen Euro für das gesamte Großprojekt eingeplant. Aktuell bewegt man sich um eine Investitionssumme in Höhe von gut 397 Millionen Euro.
Markus Riester: lediglich eine Kostenschätzung
Projektmanager Markus Riester betonte in dem Pressegespräch am Freitag im Landratsamt, dass es sich hierbei aber um eine Kostenschätzung handelt und die Summen noch nicht in Stein gemeißelt sind.
„Wir haben einen Spielraum von 20 Prozent nach oben und unten berücksichtigt. Wenn Termine zum Beispiel nicht eingehalten werden, kann man auch die Kosten nicht einhalten“, erklärte Riester.
Landrat Pauli: sind keine Hellseher
Landrat Günther-Martin Pauli ergänzte auf die Nachfrage, ob die 400 Millionen Euro ausreichen oder gerissen werden: „Wir sind keine Hellseher. Das hängt von den Baupreisen und der Zinslage ab. In beiden Bereichen rechnen wir mit etwas Entspannung und erwischen womöglich ein günstiges Baufenster.“ Es seien aber alle Risiken mit einkalkuliert worden.
Voller Fokus beim Bau soll auf dem Hauptklinikgebäude liegen, das mit rund 328 Millionen Euro den größten Anteil der Summe verschlucken wird. Personalwohnungen und eine Betriebskita sind ebenfalls vorgesehen. Wie und wann diese kommen werden, hängt laut Riester von den weiteren Planungen und der Lageentwicklung ab.
Baubeginn für 2025 geplant
Der grobe Zeitplan sieht vor, dass die Bagger im Jahr 2025 anrollen. Bis dahin muss noch einiges an Behördenaufwand betrieben werden, wie etwa die Bearbeitung von Förder- und Bauanträgen. Fördergelder in Höhe von 165 Millionen Euro sind eingeplant.
2030 soll das neue Zentralklinikum im Gewann Firstäcker nahe Dürrwangen fertiggestellt werden. Wiederum ein Jahr später könnte der Umzug vollzogen sein. Doch der vorsitzende Geschäftsführer des Zollernalb Klinikums, Gerhard Hinger, drückt ein wenig auf die Euphoriebremse. Aufgrund etwa anstehender Strukturreformen sei nicht damit zu rechnen, dass das ausgegebene Ziel erreicht wird.
Hinger: Zentralklinikum wichtiges Projekt
Für Hinger und Kollegen ist klar, das Zentralklinikum ist ein wichtiges Projekt, um auch künftig die Sicherstellung der Krankenhausversorgung für die rund 200 000 Menschen in der Region Zollernalb zu gewährleisten – und das künftig unter einem Dach.
„Wir wollen eine Patientenversorgung aller Altersgruppen in allen Lebenslagen anbieten“, erklärte Hinger. Bis es soweit ist, wird aber noch viel Wasser die Eyach hinabfließen. Die beiden bestehenden Häuser sollen deshalb, bis sie nicht mehr benötigt werden, so effizient wie möglich genutzt werden. Geplant ist demnach ein Zentrum für innere Medizin am Standort Albstadt. Der Schwerpunkt operative Medizin soll demnach in Balingen angesiedelt werden.
Nachnutzung ist geplant
Und was geschieht in Zukunft mit den beiden Gebäudekomplexen, die noch in Albstadt und Balingen in Betrieb sind? Catharina Pawlowskij, Dezernentin für Verkehr und Kreisimmobilien, ist sehr daran gelegen, die Gebäude nach dem Umzug weiter in irgendeiner Form zu nutzen und nicht brach zu hinterlassen. „Hierfür haben wir bereits ein Nachnutzungskonzept erstellen lassen.“
Landrat Pauli: „Ich bin zuversichtlich, dass wir hier eine gute Lösung finden werden. So wie es uns bereits am ehemaligen Krankenhaus in Hechingen gelungen ist.“