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Der Vorsitzende des Daimler-Betriebsrats, Erich Klemm, befürchtet, dass die für 2020 geplante Verschärfung der Grenzwerte für die Autoindustrie Arbeitsplätze bei dem Stuttgarter Konzern gefährdet.

Stuttgart - Der Vorsitzende des Daimler-Betriebsrats, Erich Klemm, befürchtet, dass die für 2020 geplante Verschärfung der Grenzwerte für die Autoindustrie Arbeitsplätze bei dem Stuttgarter Konzern gefährdet. Das Ziel der EU-Kommission, den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid dann auf durchschnittlich 95 Gramm pro gefahrenen Kilometer zu begrenzen, sei in Bezug auf Daimler „extrem ambitioniert“, sagte Klemm auf einer Diskussionsveranstaltung der CDU-Landtagsfraktion. Grund sei die Tatsache, dass das Gewicht eines Fahrzeugs bei der Festlegung der Obergrenze nur eine geringe Rolle spielt und den Herstellern schwerer Fahrzeuge wesentlich größere Anstrengungen abverlangt werden als Konzernen, die vor allem kleinere Autos herstellen.

„In der S-Klasse steckt viel mehr Beschäftigung als in einem Smart. Wenn uns der Gesetzgeber zwingt, bis 2025 nur noch Smarts herzustellen, bekommen wir ein Beschäftigungsproblem“, sagte der oberste Arbeitnehmervertreter des Konzerns mit rund 275 000 Beschäftigten.

Klemm sprach sich strikt dagegen aus, dass die EU-Kommission die Klimavorschriften nutzt, um den Wettbewerb in der Autobranche zu beeinflussen. Die gegenwärtigen Pläne seien „nicht wettbewerbsneutral. In Europa wird vielmehr Industriepolitik betrieben, die die Hersteller kleinerer Fahrzeuge gezielt bevorzugt.“ Die auf den Exportmärkten besonders erfolgreichen Hersteller großer Fahrzeuge würden dagegen übermäßig belastet. Die Exportstärke der EU dürfe nicht durch eine Beschränkung der Fahrzeugpalette beeinträchtigt werden.

Auch Daimler sei auf diese Exporterfolge angewiesen. „Würde das Werk Sindelfingen nur für Deutschland produzieren, hätten wir dort lediglich 20 Prozent der Produktionsbeschäftigten; würde das Werk allein für Europa produzieren, wären es auch nur 40 Prozent“, sagte Klemm.

  
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