Bei den Mitgliedern der Genossenschaft, hier bei einer der Abstimmungen in der Festhalle, war auch diesmal Sitzfleisch gefragt. Foto: Stadler

Die Weiler Wärme will sich technisch wie wirtschaftlich fit für die Zukunft machen. Eine andere Art der Optimierung misslang bei der Generalversammlung in Pfalzgrafenweiler.

Die 16. Generalversammlung der Weiler Wärme war mit einem neuem Format angekündigt. Die damit beabsichtigte zeitliche Straffung betonte auch Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Traub zu Beginn der Zusammenkunft in der Festhalle Pfalzgrafenweiler.

 

Im Unterschied zu vorangegangenen Versammlungen war die Agenda in drei Abschnitte gegliedert, denen jeweils ein „Schulterblick und die Beantwortung offener Fragen“ folgte.

Dass die Versammlung trotzdem wieder zweieinhalb Stunden dauerte, war dem ausufernden Bericht des Verbandsprüfers des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, Patrick Rau, zuzuschreiben. Mehr als ausführlich referierte er einschließlich aufkommender Fragen ganze 60 Minuten – eine Viertelstunde war vorgesehen. Künftig soll das jedoch nicht mehr passieren.

Dialogveranstaltungen in den Teilorten

Die Weiler Wärme wird ab dem kommenden Jahr ihre Mitglieder mit einem vierteljährlich erscheinenden Newsletter per E-Mail über aktuelle Themen informieren. Zudem sind Dialogveranstaltungen in den Teilorten geplant, mit denen die Bürgergenossenschaft der Bitte nach transparenter und regelmäßiger Kommunikation nachkommen will.

Vorgestellt wurden die neuen Mitarbeiter der Weiler Wärme. In Abwesenheit wurde Reinhold Möhrle für sieben Jahre im Aufsichtsrat und vier Jahre im Vorstand gedankt.

Pioniere anfangs belächelt

Arndt-Philipp Pfrommer, seit April bei der Weiler Wärme, hat den Vorstandsposten Finanzen übernommen. Geringfügig beschäftigt, ist Michael Beck für die Entwicklung Energie und Nachhaltigkeit verantwortlich, Ralf Zündel kümmert sich um Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.

In den vergangenen 17 Jahren sei durch die anfangs belächelten Pioniere der Weiler Wärme „aus dem Nichts etwas Großartiges entstanden“, war vom Rednerpult zu hören. Über die stetig wachsende Trasse von aktuell 56 Kilometern würden knapp 900 Haushalte mit umweltschonender Nahwärme versorgt. Stolz ist die Weiler Wärme auf ihre Positionierung als ganzheitlich regionaler Energieversorger.

Vorstand und Aufsichtsrat entlastet

Technisch erstatte Vorstand Siegfried Neub Bericht, Vorstand Martin Bernhardt lieferte den operativen Bericht, den kaufmännischen Bericht trug Arndt-Philipp Pfrommer vor.

Im Anschluss an den Prüfungsbericht entlasteten die 146 anwesenden Mitglieder den Vorstand bei einer Enthaltung mehrheitlich, während der Aufsichtsrat einstimmig entlastet wurde. Den der Vereinfachung dienenden Satzungsänderungen der Weiler Wärme stimmte die Versammlung bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen mehrheitlich zu.

„Versorgungssicherheit made in Pfalzgrafenweiler“

Die Kreditobergrenze wurde aufgrund der Verschmelzung der Bioenergie I und II auf eine Million Euro bei Schuldnern begrenzt, an denen die Weiler Wärme beteiligt ist. Bei einzelnen Schuldnern ohne Beteiligungsverhältnis wurde die Grenze auf maximal zehn Prozent des Geschäftsguthaben festgesetzt. Diesem Vorschlag schloss sich die Generalversammlung mehrheitlich, bei einer Gegenstimme und sieben Enthaltungen, an.

Mit einem Zehn-Punkte-Plan will die Genossenschaft wirtschaftlich und technisch die Zukunft angehen. Genannt wurden beispielsweise Optimierung von Prozessabläufen im Büro, Verbesserung der Einkaufskonditionen für Hackschnitzel, Stabilisierung der Wärmepreise und Steigerung der Wärmeabnahme durch Nachverdichtung sowie Auslastung von Stromnetz und -vertrieb. „Versorgungssicherheit made in Pfalzgrafenweiler“ durch Optimierung der Anlagen, weiteren Trassenausbau und Stabilhalten der Preise hat sich die Weiler Wärme außerdem auf die Fahne geschrieben.