Beim von vier fachlichen Einrichtungen veranstalteten Waldbauerntag in Fischerbach kamen viele Gäste zusammen. Nach der theoretischen Einführung wurden im weiteren Verlauf vier Stationen mit Zukunftsthemen zum Austausch angeboten.
Auf großes Interesse stieß ein von Arbeitsgemeinschaft für Höhenlandwirtschaft, BLHV, Forstkammer Baden-Württemberg und Forstdirektion Freiburg veranstalteter Waldbauerntag. Während am Vormittag im Gasthaus „Fuxxbau“ aktuelle Informationen zum Bundeswaldgesetz auf der Tagesordnung standen, ging es nach dem Mittagessen in den Wald vom Prinzbachhof, um Themen praxisnah aufzuzeigen.
Die vielen parkenden Autos zeigten die große Reichweite der Arbeitsgemeinschaft auf. So waren Kennzeichen aus Friedrichshafen, VillingenSchwenningen oder Waldshut zu sehen. Etwa 100 Waldbauern, auch einige Bürgermeister, waren gekommen, was Eckhard Schmieder und dessen Sohn, Hofbauer Martin Schmieder, freute.
Zunächst Theorie, nach dem Mittagessen Praxis
Kleiner Wermutstropfen: Peter Hauk (Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg) hatte am Vortag sein Kommen aus Termingründen abgesagt.
Die Waldbauern teilten sich am Sammelplatz in Gruppen auf und verweilten an vier Stationen, die an einem Rundweg aufgebaut waren. Zweieinhalb Stunden dauerte die Rundtour, zwischendurch wurde immer wieder auf verschiedene Waldbilder und Besonderheiten aufmerksam gemacht. Mario Herz, Forstbezirks-Leiter von Wolfach, zeigte an der ersten Station auf, dass der Niederschlag abnehme und die Temperatur zwischen 1991 und 2020 um ein Grad zugenommen habe. Der Klimawandel sei auch im Kinzigtal voll angekommen. Nicht jeder Baum sei für jeden Standort geeignet.
Neben Klima und Regen spiele auch das Gestein eine Rolle, das innerhalb eines Hanges unterschiedlich sein könne. „Das ist elementar wichtig in der Beratung“, hob er hervor. Herz ging auf den Wald an dieser Station ein – Fichten, Altholz mit Naturverjüngung.
Zukunftsfähig handeln in Zeiten des Klimawandels
„Was ist hier zu tun?“ fragte er in die Runde. Die schnelle Variante sei ein Saumschlag, die längere die mäßige Durchforstung. Positiv sei das Einbringen von weiteren Baumarten in die Lücken. Dabei gab es von Revierförster Frank Werstein die klare Empfehlung, in Nadelholz-dominierten Betrieben auf Laubholz zu setzen, um das Risiko zu streuen. Ein Waldbesitzer wollte noch wissen, ob er im FFH-Wald überhaupt ausländische Arten setzen dürfe. „Grundsätzlich liegt die Grenze bei 20 Prozent“, antwortete Herz. Dieser spezielle Fall müsse aber genau angeschaut werden. Die nächste Station der Landesforstverwaltung war an einem strukturreichen Waldstück aufgebaut. Dort wurden vor allem die waldbaulichen Strategien im Klimawandel angesprochen. Drei Arten im Baumbestand seien gut, fünf noch besser, hieß es und zwar aus ökologischer und ökonomischer Sicht. Eckhard Schmieder tut es leid um seine Buchen, die schon deutlich gelitten haben. Er sagt aber selbst, dass der Wald so gestaltet werden muss, dass er zukunftsfähig bleibt. So verteidigt er die naturverjüngten Eichen gegenüber den mächtigen Buchen und hat an anderer Stelle auch Hybridnüsse gepflanzt. Immer wieder war zu spüren, dass sein Herz für den Wald brennt, wurde er doch durch Sturm „Lothar“ stark gebeutelt. Letztendlich habe sein Wald aber von dieser Katastrophe profitiert, denn damit sah Schmieder Möglichkeiten, sich den Begebenheiten anzupassen und neue Baumarten auszuprobieren.
Das Thema Nachhaltigkeit und das generationsübergreifende Denken ist bei den Schmieders stark ausgeprägt. Auch Sohn Martin bezeichnet den Wald als „geliehenes Gut“. An der dritten Station wurde das Thema Gefährdung und finanzielle Folgen thematisiert. Stürme, Trockenheit oder Borkenkäfer sind Ereignisse, die bis zu 50 Euro Preiseinbußen pro Festmeter führen können. Bei 600 Festmeter anfallendem Holz pro Hektar könnte das Verluste von bis zu 30 000 Euro bedeuten. In der Diskussion kam heraus, dass die Pflege der Bestände elementar wichtig sei. Zusammen mit dem Revierförster könne geschaut werden, wo Risiken und Potenziale liegen. Ein Problem sei, dass ein Waldbauer auch nur einen 24-Stunden-Tag habe. Deshalb müsse auch darüber nachgedacht werden, Arbeiten zu vergeben, war ein Vorschlag.
Station Waldbrand
Das Thema Waldbrand brachte Yvonne Hengst (Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt) näher. Vor allem Nadelholz-Bestände seien betroffen. Die gute Nachricht sei, dass der Trend zurückgehe, auch die Brandfläche mit 0,5 Hektar im Schnitt sehr gering sei. Weil fast jeder ein Handy habe, würden Brände schnell gemeldet.