Dieses Jahr wurden schon fünf Steinkäuze beringt. Der BUND Ettenheim versucht diese auch dort anzusiedeln, wo sie zuvor schon verschwunden waren. Foto: Göpfert

Wie geht es den Steinkäuzen, Amphibien und Störchen rund um Ettenheim? Bei der Hauptversammlung des BUND Ettenheim wurde Bilanz zu den Beständen gezogen und auch erklärt, was getan wird, damit die Tiere nicht aussterben.

Den Berichtsreigen der Hauptversammlung des BUND Ettenheim eröffnete Heinrich Waidele, als Mit-Vorsitzender zuständig für Landschaftspflege. Derzeit werden drei Wiesen auf Ettenheimer Gemarkung betreut. Um dort die Artenvielfalt zu erhalten, wird nur mit kleinen Balken-Maschinen mehrfach jährlich gemäht und das Mähgut von Hand zusammen gerecht. Bedauerlich sei, dass ökologisch besonders wichtige nährstoffarme Magerwiesen ganz stark zurück gingen.

 

Amphibien: Fabrian Albrecht betreut als weiterer Mit-Vorsitzender die Amphibien-Rettung. Mittlerweile arbeitet der BUND daran, auf der Landesstraße zwischen Wallburg und dem Schmieheimer Judenfriedhof zur Wanderzeit der Kröten Sperrzäune aufzustellen, um dort die wanderfreudigen Amphibien einzusammeln und über die Straße zu befördern. Dabei ist die unterstützende Hilfe der Lahrer Straßenmeisterei mit Markus Obert unverzichtbar. Die Tiere hüpfen meist ab Ende März auf dem Weg zu ihren wässerigen Laichgründen so lange an den Zäunen entlang, bis sie in einen der eingegrabenen Plastikeimer fallen, aus denen sie nicht allein wieder heraus kommen. Täglich frühmorgens unternehmen dann insgesamt zehn Helfer ihre Kontrollläufe, dieses Jahr mit 114 Arbeitsstunden über rund 360 Kilometer Gesamtstrecken. Dabei wurden dieses Jahr akkurat 148 Kröten und vier Frösche vor den platt machenden Autoreifen gerettet. Bedenklich sei, so Albrecht, dass im Gegensatz zur erfreulicherweise steigenden Zahl der Erdkröten die Frosch-Population deutlich absinke. Woran das liegt, wisse man noch nicht.

Steinkäuze: Steinkauz-Beauftragter ist Beisitzer Hardy Scheer. Ziel sei es, die gefährdete kleine Eulenart wieder anzusiedeln, wo sie schon komplett verschwunden war. Dazu betreuen Scheer und seine Mithelfer Hartmut Mohr und Wolfgang Hoffmann auf Streuobstwiesen konkret mittlerweile 29 aufgehängte Baum-Niströhren in Grafenhausen, zehn in Kappel, sieben in Orschweier und 15 im Ettenheimer Umland. Erste Erfolge sind zu verzeichnen: Dieses Jahr wurden schon sieben Jungvögel beringt (fünf in Grafenhausen, je einer in Kappel und Orschweier). Unverzichtbar für die Wiederansiedelung der Steinkäuze sind intakte Streuobstwiesen. Die müssen allerdings als Feldmaus-Jagdreviere der Käuze möglichst graskurz gehalten werden. So wechseln jetzt auf Initiative des BUND kleine Schafherden über vier Kappel-Grafenhausener Wiesen ihre Weiden als natürliche Rasenmäher. Mit weiteren Wiesenbesitzern ist man ansonsten ebenfalls im ständigen konstruktiven Gespräch: Manche haben mittlerweile sogar Totbäume stehen gelassen – nicht nur für Steinkäuze, sondern auch zum Nutzen anderer Vögel und vieler Insekten.

Störche: Storchenbetreuer Wolfgang Hoffmann ist sein unbezahltes Ehrenamt trotz aller Suche seit 2016 nach einem Nachfolger noch immer nicht los geworden. Schon seit 1982 reist er als „Storchenvater“ durch die nähere Umgebung, oder schon auch mal etwa zur Storchen-Aufzuchtstation in Reute. Hoffmanns aktuelle Storchen-Bilanz zeugt von vieler Arbeit. Auf dem Ettenheimer Rathausdach sind unerklärlicherweise fünf Jungstörche spurlos verschwunden (vielleicht durch einen räuberischen Uhu). Der Rohan-Palais ist mangels einer nicht wiedergekehrten Stochendame unbesetzt geblieben. Auf der Stadtkirche ist nur eines von drei Jungen durchgekommen. Bei der Grundschule wurden zwei Jungstörche tot im Schneefanggitter gefunden. Beim Städtisches Gymnasium sind zwei Jungstörche erfolgreich ausgeflogen, ebenso drei in Ringsheim, je zwei in Orschweier, Grafenhausen. Auf dem Kappeler Rathaus hatte es hingegen keinen Bruterfolg gegeben, sehr wohl jedoch an der Ruster Schule mit gleich vier ausgeflogenen Jungvögeln. Und: Gleich an vier Europa-Park-Hotels waren je zwei Störche ausgeflogen, am „Bell Rock“ sogar drei.

Weiterhin ehrenamtlich tätig ist Hoffman noch beim „Naturschutzdienst der unteren Naturschutzbehörden“ des Ortenaukreises. Dennoch wünscht er sich weiter sehnlich, endlich eine ambitionierte Nachfolge für die Südbezirk-Storchenbetreuung zu finden.

Vorstandswahl

Gewohnt einmütig wurden bei der Wahl die drei Vorsitzenden Brigitte Scheer, Fabian Albert und Heinrich Waidele in ihren Ämtern bestätigt. Ebenso wurden die Beisitzer Hardy Scheer und Maggie Dembowy wiedergewählt. Zuvor hatte Brigitte Scheer in ihrer Funktion als Finanzzuständige von einem überschaubaren, aber dennoch schönem Kassenplus auch dank Projektfördergeldern berichtet. Damit sind die sehr beruhigenden Rücklagen des BUND Ettenheim weiter angestiegen.