Das Erfinderzeitenmuseum und der Förderverein Technikmuseen hielt seine Mitgliederversammlung ab.
Eine Ära geht zu Ende, das sagte Ehrenbürger Herbert O. Zinell, als er die Entlastung des Vorstands beim Förderverein Technikmuseen vornahm.
Nach über 17 Jahren beendete Helmut Banholzer seine Tätigkeit als Vorsitzender dieses Vereins.
Schon vor der Eröffnung der Museumslandschaft in der früheren H.A.U. begann die eigentliche Arbeit des Vereinsvorsitzenden. Die großzügigen Leihgaben von Herrn Sauter aus Balingen mussten katalogisiert und für die Räumlichkeiten ausgewählt werden.
Außerdem erforderte die Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt und den beteiligten Museumspädagogen viel Zeit, Geduld und gegenseitiges Verständnis.
Im Jahr 2010 konnte dann das Museum Auto- und Uhrenwelt eröffnet werden, ein Kraftakt für alle Beteiligten besonders aber für Helmut Banholzer.
Er begrüßte in den Räumlichkeiten des Museums die anwesenden Mitglieder, die Museumsleiterin Anneliese Müller und den zweiten Vorstand Hans Haaser.
Anfänge des Museums
Banholzer ging in seinem Bericht noch einmal auf die Anfänge des Museums ein und erinnerte sich besonders gern an die Putzaktion, bei der kurz vor der Eröffnung alle Vereinsmitglieder und sehr viele Stadträte die Autos polierten und dabei halfen, sie in den Hallen zu verteilen.Aber auch aktuelle Themen kamen zur Sprache.
Nicht nur im Erfinderzeiten sondern auch im Eisenbahnmuseum müssen die Öffnungszeiten gekürzt und die Eintrittspreise erhöht werden.
Die Zahl der Führungen im Museum Erfinderzeiten hat deutlich zugenommen, daher sollten dringend Interessierte gefunden werden, die solche Führungen anbieten wollen.
Die Kosten für die Führung kommen direkt und vollständig dem Förderverein zugute, dies stellt neben dem Erlös aus den Mitgliedsbeiträgen eine wichtige Einnahmequelle dar.
Diese Gelder sind wichtig für laufende Ausgaben wie die Verbesserung der technischen Ausstattung (digitale Bilderrahmen et cetera).
Schramberger nehmen Museum an
Erfreulich findet es Helmut Banholzer, dass die anfängliche Skepsis in der Bevölkerung gewichen ist und im Gegenteil erkennbar ist, dass die Schramberger das Museum sehr gut annehmen.
Das Museum hat aber auch weit über die Grenzen der Stadt einen hohen Bekanntheitsgrad, das zeigen Rückmeldungen von Messebesuchern und die Eintragungen im Gästebuch.
Banholzer wünscht dem Museum viel Erfolg und weiterhin viele begeisterte Besucher, dem Verein wünscht er neue Mitglieder, gerne auch aus den Reihen der Verwaltungsspitze und des Gemeinderats.
Es folgte der Kassenbericht und der Rück- bzw. Ausblick auf Veranstaltungen im Museum durch Museumsleiterin Anneliese Müller.
Jährliche Veranstaltungen
Neben den jährlich stattfindenden Aktivitäten wie WirtschaftswunderKlassik und Modelldampftag erwähnte sie besonders den Symphonieabend zum Junghansmusical mit mehr als 440 Gästen an zwei Abenden.
Im Jahr 2025 gab es circa 60 Führungen und, Stand jetzt mit 28 000 Besuchern, werden es bis zum Jahresende wieder etwa 30 000 Gäste im Museum sein, wie schon 2024.
Für das neue Jahr sind schon wieder interessante Events geplant wie z.B die Wanderausstellung Paul Ehrlich der Universität Leipzig. Diese Ausstellung wurde von Steim initiiert.
Eine neue Website und ein zielgruppenorientierter Newsletter stehen auch auf dem Programm.
Bestätigung in Ämtern
Hans Haaser, Anneliese Müller und die Kassenprüfer wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Der große Beifall zeigte deutlich die allgemeine Zufriedenheit mit der Vereinsführung.
Dann wurde Udo Neudeck einstimmig zum Nachfolger von Helmut Banholzer als Vereinsvorsitzender gewählt, neu gewählt wurde ein Beisitzer. Auch hier erhielt Jürgen Bihlmaier die Stimmen aller Anwesenden.
In einer ausführlichen Laudatio erinnerte Neudeck noch einmal an die Leistungen Helmut Banholzers.
Er fand es besonders beachtlich, dass dieser sich so intensiv in das Thema eingearbeitet hat, obwohl er nie mit Eisenbahnen spielte und Autos nichts abgewinnen konnte. Sozusagen „fachfremd“ hat sich der Pädagoge hier eingebracht.
Banholzer leitete verantwortlich Museum und Verein. Erst 2023 ging die Museumsleitung an die Stadt zurück.
Blick in die Zukunft
Er war mit der Einrichtung der Stockwerke und der Erfassung der Exponate, die er alle mit Vornamen kennt, bedacht. Bis heute sind seine Führungen im Museum legendär und Neudeck bat ihn, diese auch weiter durchzuführen.
Udo Neudeck sagte zur ehrenamtlichen Tätigkeit von Helmut Banholzer: „Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Ehrenamt ist unbezahlbar!“
Auch die Autoschieber wurden bedacht, denn sie hatten immer Angst, dass Banholzer schlecht schläft und dann in der Nacht auf neue Ideen kommt. Ihr Nachtgebet lautete daher angeblich „Lieber Gott, bitte mach, dass Helmut durchschläft und nicht auf dumme Gedanken für das Museum kommt.“
Neudeck warf dann noch einen Blick in die Zukunft und stellte seine Pläne dar, die von der Arbeit Banholzers geprägt sein sollen, aber auch neue Ideen umfassen.
Neben einer weiteren Vergrößerung und Verjüngung des Vorstands denkt er auch an Aktionen, die alle Schramberger Museen betreffen. Denkbar wäre ein Shuttleangebot im Oldtimerbus an Sonntagen im Sommer, so könnten Terrassenbau, Schloss und H.A.U. bequem erreicht werden.
Änderung bei Exponaten
Auch bei den Exponaten sollen Änderungen kommen, die Generation Ente, R4, Prinz 1000TT und VW Bulli will „ihre Autos“ auch im Museum bewundern.
Neudeck warnte auch vor Sparzwängen und Freiwilligkeitsleistungsstreichungsgespenstern. Hier gelte es aufmerksam zu sein und die Museumslandschaft zu schützen.
Diese Museumslandschaft sei ebenso ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt wie die Fasnet.
Dann bedankte Neudeck sich bei Anneliese Müller, Hans Haaser und den Kassenprüfern. Er hofft, dass auch hier weiterhin so eine engagierte Arbeit stattfindet und er bei seinen Plänen unterstützt wird. Anita Banholzer erhielt einen Blumenstrauß und Helmut Banholzer eine Flasche Wein dekoriert mit einem Schramberg Gutschein. Reichlich Beifall zeigte die Wertschätzung gegenüber Banholzers Tätigkeit.