Brigitte Bittner aus Mötzingen stellt im Rathaus ihre Bilder aus. Zu sehen sind leuchtende Farben, Blumenvariationen und Urlaubseindrücke. Nun war die Vernissage.
Im Farbenrausch schwelgt der Bilderkosmos der Mötzinger Künstlerin Brigitte Bittner. Am Dienstagabend war Vernissage im Rathaus, und viele Kunstinteressierte kamen, um sich die Bilderwelt der Künstlerin anzuschauen.
Brigitte Bittner arbeitet in Öl – die schwierige Technik eignete sie sich selbst an. Ihre Motive findet sie in der Natur oder auf Fotos. Meist fertigt sie zunächst eine Skizze, die sie dann auf die Leinwand bringt. Sie malt etwa Blumenvariationen – und egal ob in Vasen oder wie frisch aus dem Garten, immer ist es ein wahres Fest der Farben.
Oder ihre Urblaubsimpressionen: Toskanisches Dolce far niente bannt die Künstlerin ebenso auf Leinwand wie eine afrikanische Savanne mit Elefanten und roter untergehender Sonne. „Ich male, was ich sehe und was mich fesselt“, sagt die Künstlerin zu ihrer Motivwahl – diese Sujets bannt sie dann auf ihre Leinwand.
Malen mit leuchtenden Farben
Manchmal arbeitet sie eher kleinformatig, meist aber in eher größeren Formaten. Ihre Farben leuchten, was die Gemälde attraktiv und wunderschön macht.
Begonnen hat Brigitte Bittner mit dem Malen, als sie 25 Jahre alt war – damals bekam sie zu Weihnachten von ihrem Mann eine Staffelei, Pinsel, Leinwand, Ölfarben und Vorlagen geschenkt. Heute stellt die 81-Jährige bereits seit 30 Jahren immer wieder ihre Werke aus – etwa im Schlössle oder im Mötzinger Rathaus.
Bei der Vernissage begrüßte Bürgermeister Benjamin Finis zahlreiche Gäste, und er betonte, dass die 43. Ausstellung im Rathaus zeige, wie sehr Kunst in Mötzingen verwurzelt ist. 30 Bilder laden ein „in eine Welt voller Farben, Stimmungen und Eindrücke“, so der Bürgermeister sowie sich die Werke genau anzusehen und sich darauf einzulassen.
Die Perspektive der Künstlerin seien ihre Ölbilder – und diese laden dazu ein, dass der Betrachter eine eigene Perspektive dazu entwickelt. Die Gemälde forderten die Fantasie der Betrachter heraus – sein persönliches Highlight ist das Safari-Bild mit den Elefanten, „es versetzt mich in eine andere Welt.“
Ein Kunstwerk sei wie eine Skizze, die durch die Fantasie des Betrachters vollendet wird. In einer freien Gesellschaft sei Kunst sehr wichtig, da sie Ausdruck von Gedanken und Visionen sei. Sie verbinde mit anderen Kulturen und Lebenswelten und sei immer subjektiv – dies sei wichtig in einem demokratischen Prozess. Man müsse andere Sehweisen stehen lassen können.
Brigitte Bittner dankte der Gemeinde Mötzingen, dass sie ihr Rathaus für Künstler öffnet, die dort ausstellen dürfen. Die Kunst der Malerei sei eine „Sprache ohne Worte“, erklärte die Künstlerin. Sie ging auf ihre Arbeitstechnik mit Ölfarbe und Leinöl als Verdünner ein - „ein Gemälde braucht ein Jahr, bis es vollkommen durchgetrocknet ist.“
Bittner berichtete, dass sie im vergangenen Jahr Claude Monets Sommerhaus in Giverney besichtigen durfte, was ihr sehr viel Inspiration gebracht habe. „Kein Blumenstrauß hält ewig, kein Tier bleibt bewegungslos sitzen“ - daher fertige sie zunächst eine Skizze, nach der sie dann ihr Ölgemälde anlegt. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Marvin Markel am Akkordeon, der die Zuschauer mit seinen Rhythmen begeisterte.