Mehrere Stunden flog der Polizeihubschrauber über Villingen – der Vermisste konnte jedoch nicht aufgespürt werden. Foto: Eich

Ein vermisster 40-Jähriger hat am Mittwoch einen umfangreichen Einsatz der Polizei ausgelöst – und zwar landkreisübergreifend. Denn der Mann lebt eigentlich in Freiburg, doch sein Handy war in Villingen geortet worden. Das sorgte für den stundenlangen Einsatz des Polizeihubschraubers. Es gibt aber weiterhin keine Spur von ihm.

Villingen-Schwenningen - Freiwillig dürfte am Mittwochabend vermutlich niemand mehr vor der Tür gewesen sein – die eisige Kälte mit Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt ließ die Menschen in ihren warmen Stuben bleiben. Doch genau an jenem Abend wird ein vermisster 40-jähriger Freiburger im Villinger Stadtgebiet vermutet. Er hatte gedroht, sich etwas anzutun. Wie lief der Sucheinsatz ab?

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Handy wird am Hubenloch geortet

Bereits um 12.30 Uhr sind nach Auskunft des Polizeisprechers Dieter Popp die Beamten des Polizeipräsidiums Freiburg in den Fall involviert worden. Um den Vermissten aufzuspüren, setzen sie eine Ortung der Handydaten in Gang – erfolgreich. Um kurz vor 15 Uhr habe man feststellen können, dass der 40-Jährige die Großstadt verlassen hat, um in den Schwarzwald zu fahren. Eine weitere Spur, die in ein Freiburger Hotel führte, erweist sich als falsch.

Deshalb werden gegen 17 Uhr die Beamten des Polizeireviers Villingen um Unterstützung gebeten. Das Handy sei am Funkmasten des Hubenlochs eingeloggt gewesen – "rund um den Aussichtsturm wurde dort deshalb alles abgesucht", wie der Polizeisprecher erklärt. Ohne Erfolg jedoch.

Um 20 Uhr erreicht der Hubschrauber Villingen

Als die Temperaturen weiter sinken, entscheiden sich die Verantwortlichen dazu, Hilfe aus der Luft zu ordern: Der Polizeihubschrauber Bussard startet um 19.40 Uhr in Richtung Doppelstadt. Gegen 20 Uhr werden deshalb die Bewohner der Villinger Innenstadt aufgeschreckt, als das Dröhnen der Rotoren über der Stadt zu hören ist. Mit Hilfe der Wärmebildkamera sucht er nach dem Vermissten. Bereits um 20.30 Uhr wird zunächst der Rückflug nach Stuttgart angeordnet.

Nach Mitternacht greift die Polizei aufgrund der günstigen Wetterverhältnisse erneut auf das wache Auge aus der Luft zurück. Um 1.20 Uhr ist Bussard wieder über Villingen im Einsatz – und zwar zwei Stunden lang. Allerdings nun insbesondere außerhalb des Stadtgebiets.

Im Stadtgebiet reagiert die Wärmebildkamera zu oft

"Im Stadtgebiet reagiert die Wärmebildkamera zu oft, das führt deshalb nicht groß zum Erfolg", erklärt der Polizeisprecher. Denn im Stadtgebiet könne nicht so niedrig geflogen werden, wenn der Heli höher steigt, seien zu viele Wärmepunkte wahrnehmbar. Deshalb habe man sich für eine flächige Suche entschieden. Popp: "Der Hubschrauber zieht dann Kreise, die immer größer werden."

Bis um 3.20 Uhr sei man so verfahren. Aber: Der Mann bleibt weiter verschwunden. Die Polizei geht deshalb davon aus, dass er sich bei den eisigen Temperaturen in ein Gebäude zurückgezogen hat. Im Rahmen der Streifenfahrten halten die Beamten weiter die Augen nach dem Mann auf – weitere Maßnahmen werden am Mittag mit dem Polizeipräsidium Freiburg veranlasst. "Die sind bislang aber erfolglos geblieben", so der Polizeisprecher. Von dem 40-Jährigen fehlt jede Spur.