Neben den Produktionshallen von Autokabel (links) wird bis zum Ende des Jahres auch das Verwaltungsgebäude (rechts) geräumt. Das Unternehmen und die Gemeinde gehen auf die Suche nach einem Nachfolger. Foto: Veit Bertsch

„Wir haben von Autokabel gelebt“ – nun zieht sich auch die Verwaltung des wichtigsten Gewerbesteuerzahlers aus Hausen zurück. Die Gemeinde kämpft für einen Nachfolger.

In Zeiten, in denen Gemeinden ohnehin schon jeden Cent zwei Mal umdrehen müssen, ist der Rückzug eines Unternehmens ein herber Schlag für die kommunale Kassen. „Wir haben von Autokabel gelebt“, macht Bürgermeister Philipp Lotter im Gespräch mit unserer Redaktion den Ernst der Lage klar. „Das war unser wichtigster Gewerbesteuerzahler.“

 

Nachdem bereits die Produktion von Autokabel zum Ende des Jahres 2025 eingestellt wurde und damit 250 Mitarbeiter entlassen wurden, gibt Lotter nun bekannt: „Auch die Verwaltung von Autokabel wird sich bis zum Ende diesen Jahres aus Hausen zurückziehen.“

Zuerst nicht von Schließung betroffen

Dabei hatte das Unternehmen im vergangenen Sommer noch bekanntgegeben, dass die Mitarbeiter der Verwaltung im markanten mehrgeschossigen weißen Gebäude am Hausener Ortseingang nicht von der Standortschließung betroffen seien. Sie gehören zwar wie diejenigen aus der Produktion zur FIT Voltaira Group, allerdings zur übergeordneten Verwaltungsfirma „One Mobility Autokabel“. Nun wird aber auch dieses Kapitel geschlossen.

Nachfolger für Gebäude gesucht

Bereits im vergangenen Sommer war Lotter in Gespräche mit dem Unternehmen gegangen, um eine Nachfolgelösung für das Gebäude zu finden. „Das ist ein Filetstück und wir wollen nicht, dass es zu einer Industriebrache wird“, hatte er damals im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt, als es zunächst nur um die Produktionshallen ging. Nun aber sind beide Gebäudeteile von einem Leerstand bedroht, und somit hat sich auch für die Gemeinde die Lage nochmals verschärft. Man sei einmal im Quartal im Austausch, sagt Lotter, der gleich mehrmals betont, wie positiv die Kommunikation mit dem Unternehmen verlaufe.

So sieht es aktuell bei Auto-Kabel aus. Die Produktion ist schon seit Längerem eingestellt. Foto: Anja Bertsch

Lotter wünscht keine reinen Lagerhallen

Die Gemeinde sei natürlich dahinter, dass sich in den beiden Gebäuden wieder produzierendes Gewerbe ansiedele. Man stehe momentan wirtschaftlich ohnehin nicht gut da und sei auf die Einnahmen durch die Gewerbesteuer angewiesen. „Reine Lagerhallen“ könne er sich deshalb nicht vorstellen und habe dies auch in den Gesprächen mit Autokabel klar gemacht, sagt Lotter.

Die Firma Autokabel selbst sei aktuell dabei, die Gebäude zu vermarkten, informiert Lotter. Auch er selbst schaue sich nach potenziellen Nachfolgern um. Denn: „Wir müssen schon schauen, dass dort in den nächsten fünf Jahren wieder eine Produktionsfirma reinkommt, sonst wird es schwierig für unsere Gemeinde.“ Dabei sei klar, dass die Lage der Gebäude – etwa nicht direkt an der Autobahn – nicht ideal sei. Doch Lotter bleibt zuversichtlich: „Die Hoffnung ist da.“