Enthüllungen und der Verlust des V-Labels hat Burger King zuletzt bundesweit in die Schlagzeilen gebracht. Das sagt der Hechinger Franchisenehmer Krischan Spengler.
Hechingen – Das V-Label, ein Qualitätssiegel für vegane und vegetarische Produkte, ist Burger King seit Kurzem los. Verdeckte Recherchen von Undercover-Journalisten des "Team Wallraff" hatten ergeben, dass die Trennung von Fleischprodukten und vegetarischen Alternativen nicht einwandfrei lief.
Hinzu kamen weitere Vorwürfe, darunter wegen mangelnder Hygiene. Die Fast-Food-Kette selbst schloss daraufhin fünf Filialen vorübergehend.
Was sagt das Unternehmen, wie äußert sich der Hechinger Franchisenehmer?
Auf die allermeisten Restaurants träfen die Vorwürfe nicht zu, teilte Burger King unserer Redaktion mit. "Es wurde gezeigt, dass in einzelnen Restaurants von einzelnen Mitarbeitenden vorgeschriebene Prozesse nicht richtig befolgt wurden", erklärt auch Krischan R. Spengler, Geschäftsführer der KLS Offenburg GmbH und Burger-King-Franchisenehmer unter anderem in Hechingen, unserer Redaktion.
Spengler betont: "Mir ist bewusst, dass die aktuelle Berichterstattung viele Fragen aufgeworfen hat, und daher nehme ich die Vorwürfe sehr ernst. Ich möchte aber klar betonen, dass das gezeigte Fehlverhalten in wenigen Restaurants weder stellvertretend für meine Mitarbeitenden in Hechingen ist noch für die Kollegen, mit denen ich zu tun habe."
Was sagt Spengler zum Verlust des V-Labels für vegane und vegetarische Produkte?
Sehr ärgerlich sei, "dass das V-Label für alle Restaurants temporär ausgesetzt wurde", so Spengler. Die sogenannten Plant-based Produkte – pflanzenbasierte Produkte also – würden weiter angeboten, allerdings ohne V-Label. Im Zuge der Lizenzierung seien die Zubereitungsprozesse in den Küchen noch aufwendig umgestellt, die Angestellten geschult worden, "damit die vegan lizenzierten Produkte in den Restaurants stets getrennt von tierischen Produkten aufbewahrt und zubereitet werden".
Was ging schief?
Laut "Team Wallraff" hat die Umsetzung bundesweit nicht überall geklappt. Missstände an einzelnen Standorten führten dazu, dass sämtliche 750 Burger-King-Restaurants das Label verloren.
Wie geht es weiter?
Der Franchisenehmer verweist auf eine Sonderprüfung der Hechinger Filiale im September – Audits werden sie genannt. Standards, die sich der Fast-Food-Konzern selbst auferlegt, werden von einem externen Unternehmen überprüft. Fazit laut Spengler: "Das Restaurant in Hechingen hat dieses Audit im September erfolgreich bestanden."
Burger King kündigte derweil an, die "Trainingskultur weiterentwickeln und intensivieren" zu wollen. Spengler verrät, was konkret in Hechingen geplant ist: "Wir sprechen viel miteinander; warum die Standards und hohen Qualitätskriterien so wichtig sind oder was vegan bedeutet. Außerdem gibt es auch ein digitales Trainingstool, mit dem unsere Mitarbeitenden nochmal auf diese Standards geschult werden."
Und wie geht es mit dem V-Label für Burger King weiter?
Ganz verschwunden ist es noch nicht. Auf den Internetseiten konnte es laut Burger King schon entfernt werden. Bei Werbematerialien auch im Hechinger Restaurant könne es noch etwas dauern.