Siebentäler Therme: Die Bad Herrenalber Stadträte bekamen einen Zwischenbericht präsentiert. Auch gab es eine Abstimmung.
Die millionenschwere Revitalisierung der Siebentäler Therme in Bad Herrenalb sorgt immer wieder für Diskussionsbedarf. So auch bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.
Karina Herrmann, die Geschäftsführerin der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH, gab Erläuterungen zum Zwischenbericht. Und führte dabei noch mal genau aus, warum sich die Türen der „neuen“ Therme wohl erst Ende März 2026 öffnen und das Außenbecken erst Mitte August 2026 zur Verfügung steht. Dabei hatte Herrmann den Bauherrenvertreter Jochen Krämer vom Büro Lennermann Krämer Architekten aus Karlsruhe.
Mit dem Abriss sei man fast durch, so die Geschäftsführerin. Tapfer würden Ausschreibungen erstellt.
Rüdiger König (UBV) meinte, die Bürger wüssten nicht, wie hoch die Kosten des Gesamtprojekts Therme seien. Im Übrigen gebe es zwei Bauabschnitte. So werde beispielsweise in einer Ausschreibung ein zweiter Bauabschnitt aufgeführt. Informationen gebe es im Übrigen immer nur auf Nachfrage.
Undichtes Dach
Da Innenbecken und Technik erst zu einem späteren Zeitpunkt (schätzungsweise fünf Jahre) saniert werden, könne man hier übrigens mit einem weiteren Zuschuss rechnen, war von der Stadtwerke-Geschäftsführerin zu erfahren.
Volker Schlöder (GL Plus) plädierte dafür, dass die Wahrheit auf den Tisch kommt. Es müsse gesagt werden, wie hoch voraussichtlich der Millionenbetrag unterm Strich sei.
Unter anderem teilte er mit: Es sei bekannt gewesen, dass das Dach seit Jahren Wasser durchlasse. Bekanntlich soll dieses für rund 850 000 Euro komplett saniert werden.
Carmen Veit (UBV) sprach von einer bislang dürftigen Transparenz. Die Kosten fürs Gesamtprojekt sollten konkret genannt werden. Die Bürger müssten wissen, wie viel die Revitalisierung kostet.
Namentliche Abstimmung
Beim Tagesordnungspunkt „Antrag aus dem Gemeinderat zur Verlustbegrenzung der Siebentäler Therme“ gab es eine namentliche Abstimmung. Und knapper hätte des Erebnis nicht ausfallen können.
Als Leitplanke
Zehn Gremiumsmitglieder stimmten für folgenden Antrag, neun dagegen und zwei enthielten sich: „Der Gemeinderat möge beschließen, dass die Höhe des von der Stadt Bad Herrenalb jährlichen zu zahlenden Verlustes für den Betriebszweig Thermalbad an die Stadtwerke GmbH nach Wiedereröffnung des Thermalbades, spätestens für das Rechnungsjahr 2026, auf die Obergrenze von 500 000 Euro festgesetzt wird. Diese Zahl ist als Leitplanke gemäß Paragraf 104, Absatz 1, Satz 3, Gemeindeordnung Baden-Württemberg an die Vertreter der Stadt Bad Herrenalb in der Stadtwerke GmbH zu verstehen. Alle Entscheidungen des Aufsichtsrats zur Therme mit betriebswirtschaftlichen Auswirkungen auf den Verlust des Thermalbades haben sich an dieser Zahl zu orientieren.“
Klar war man sich, dass Sinn und Zweck der Revitalisierung eine Ergebnisverbesserung ist. Einige Stadträte fragten aber nach, was denn eigentlich passiere, wenn die 500 000-Euro-Obergrenze überschritten werde. Eine zufriedenstellende Antwort hierauf konnte niemand geben.
Bürgermeister Klaus Hoffmann bemerkte, im Gegensatz zu Richtgröße oder Richtschnur sei die Leitplanke eine fixe Größe. Bei Kreditgebern könne hier auch Vertrauen verloren gehen.
Rüdiger König sprach bei Kosten fürs Gesamtprojekt von „21 Millionen bis 25 Millionen Euro“ von einer erneuten, ganz intensiven Betrachtung.