Solche Bilder wie hier beim Hallenturnier des FC 07 Albstadt wird es von Janik Michel in den kommenden Monaten nicht geben. Foto: Kara

Der Torjäger des FC Holzhausen wird bereits am Freitag operiert. Wird man nun auf dem Transfermarkt aktiv? Cheftrainer Daniel Seemann und Rainer Huss (Sportlicher Leiter) äußern sich.

Wie ersetzt man einen Spieler, der eigentlich nicht zu ersetzen ist? Diese Frage stellt sich für den FC Holzhausen seit dem Sonntag: Nach gerade mal einer Minute verletzte sich Stürmer Janik Michel schwer an der Achillessehne – es ist seine erste größere Verletzung seit er im Januar 2018 zum damaligen Landesligisten wechselte.

 

Cheftrainer Daniel Seemann sagt aus sportlicher Sicht: „Das ist der absolute Worst Case. So einen Stürmer zu ersetzen ist beinahe unmöglich oder unbezahlbar. Ich kenne kaum einen Spieler mit einer solchen Quote über all die Jahre.“ Auch aus menschlicher Sicht trifft die Michel-Verletzung den Kommandogeber hart: „Wir sind seit 15 Jahren beste Freunde, es tut mir brutal leid für ihn. Er liebt den Fußball sehr. Ich habe mir in den vergangenen zwei Tagen deswegen noch nicht viele Gedanken gemacht, wie es nun weitergeht.“

Wer spielt sich in den Vordergrund?

Schließlich stellt sich für den Tabellenzweiten der Verbandsliga nun die Frage, wie man diesen Ausfall annähernd kompensieren möchte. Quantitativ gesehen gibt der Kader auf jeden Fall Optionen her. Tim Steinhilber zeigte gegen Ende der Halbserie klar eine aufsteigende Form, auch Vladan Djermanovic kann als „Neuner“ spielen. Henry Seeger ist von seinen Fähigkeiten definitiv ein überdurchschnittlicher Verbandsligaspieler, der mehr als seine bisherigen drei Tore im Tank hat. Mit Erind Zogu, Flavio Vogt und Leon Hayer gibt es weitere Offensivoptionen, die noch viel Potenzial haben.

„Ich habe in jeden Spieler im Kader 100 Prozent Vertrauen. Jeder ist natürlich herzlich eingeladen, in eine wichtigere Rolle zu schlüpfen“, so Seemann.

Vorne drückt der Schuh

Rainer Huss, Sportlicher Leiter des FCH, meint: „Wir müssen das erstmal verdauen. Uns ist im Sommer schon viel Torgefahr weggebrochen (Anm. d. Redaktion: durch die Abgänge von Kevin Müller und Fabio Pfeifhofer, vergangene Saison mit zusammen 31 Toren). Spieler mit solchen Torquoten wachsen nicht auf Bäumen.“

Er weiß zudem sehr genau, dass es im Winter-Transferfenster, welches am 1. Januar startet, nicht gerade einfach ist. „Oft sind es unzufriedene Spieler oder Akteure mit wenig Spielzeit. Und in so einem Fall müsste man ja in höheren Ligen als der Verbandsliga schauen. Da ist dann die Frage, ob das Sinn macht?“

Kein Aktionismus

Klar ist, dass die Sportliche Leitung und das Trainerteam im neuen Jahr die Köpfe zusammenstecken werden. „Man wird Optionen besprechen und alles analysieren“, erläutert Seemann. Natürlich sei das Vorgehen auch an die Frage der Zielsetzung für die Rückrunde geknüpft. Huss stellt in jedem Fall klar: „Wir werden nicht in Aktionismus verfallen, das bringt gar nichts.“

Fast 50 Prozent der Tore

Michel selbst wird indes bereits am Freitag operiert. Ein MRT am Dienstag bringt Klarheit, ob es sich um einen Riss oder Teilriss der Achillessehne handelt. Der Ausnahmestürmer, der 18 der 40 FCH-Tore in dieser Saison erzielt hat, wird so oder so Monate ausfallen.