Bei der Übung des Löschzugs Süd am Dorfgemeinschaftshaus in Owingen galt es unter schwierigen Bedingungen volle Leistung zu zeigen: Denn auf die Einsatzkräfte warteten einige herausfordernde Überraschungen.
Als Übungsidee diente folgendes Szenario: Im Dorfgemeinschaftshaus wird fleißig gewerkelt, bis im Zuge von Flexarbeiten ein Abfallhaufen im Eingangsbereich Feuer fängt. Schnell gibt es eine größere Rauchentwicklung und der Fluchtweg nach draußen ist für acht der Personen im Gebäude versperrt. Sechs Arbeiter retten sich – in der Hoffnung, vom Rauch verschont zu bleiben – in den Keller. Gleichzeitig sind zwei Personen oben eingeschlossen. Immerhin schafft es eine neunte Person sich nach draußen zu retten, 112 anzurufen und die Situation zu schildern. Kurzum: kein einfaches Szenario für die Owinger Wehr.
30 Feuerwehrleute und vier Fahrzeuge waren beteiligt
Für die drei Abteilungen stand nach ihrer Ankunft die Rettung der eingeschlossenen Personen im Vordergrund: Insgesamt vier Trupps Atemschutzgeräteträger wurden in das Gebäude geschickt, darunter zwei aus Owingen und je einer aus Gruol und Stetten.
Die sechs in den Keller geflüchteten simulierten Arbeiter wurden über ein Fenster ins Freie gerettet. Schwieriger war es für die Einsatzkräfte, die beiden Arbeiter aus dem Erdgeschoss in Sicherheit zu bringen: Denn beide waren als zusätzliche Herausforderung verletzt beziehungsweise bewusstlos durch den Rauch und mussten einige Zeit gesucht werden, ehe sie nach draußen gebracht wurden. Etwa 18 Minuten nach Eintreffen der drei Abteilungen war die Personenrettung beendet.
Doch damit war der Einsatz nicht vorbei: Denn die Feuerwehrleute mussten auch noch einen Kameraden bergen, der im Gebäude vermisst wurde. Dieser wurde nach kurzer Zeit – sichtlich angeschlagen – aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht. Als „Gerettete“ kamen bei der Übung neben Freiwilligen auch Puppen zum Einsatz.
Insgesamt waren etwa 30 Feuerwehrleute im Einsatz, die mit vier Fahrzeugen – zwei aus Owingen und je eines aus Gruol und Stetten – ausrückten. Alle drei Wehren waren mit der Menschenrettung betraut, die Abteilung aus Owingen bekam es zusätzlich mit den Erstmaßnahmen, der Brandbekämpfung, der Riegelstellung und der Organisation des Sammelplatzes für die Geretteten zu tun. Die Kameraden aus Stetten transportierten unter anderem die Geretteten ab, während die Feuerwehrleute aus Gruol stand etwa die Wasserversorgung für einen möglichen Einsatz einer Drehleiter sicherstellten. Für die Verkehrssicherung beziehungsweise die Sicherung der Arbeitsbereiche waren alle drei Wehren verantwortlich.
Starke Rauchentwicklung hat den Einsatz erschwert
Das Fazit des Einsatzleiters, dem Owinger Abteilungskommandant Rainer Volm, war positiv: „Es hat alles gut geklappt“. Allerdings sei es nur von einer Seite aus möglich gewesen, in das Gebäude zu gelangen, und vor allem die große Rauchentwicklung habe den Einsatz erschwert. Daher sei zusätzlich zum Überdrucklüfter ein weiteres Be- und Entlüftungsgerät zum Einsatz gekommen. Die für die Rettung des verletzten Kameraden bereitgestellte Leiter sei in letzter Konsequenz nicht benötigt worden. Volm lobte den ruhigen Ablauf und die die gute Zusammenarbeit, die Trupps hätten gut funktioniert.
Den Verlauf der Übung verfolgten mehrere Owinger sowie Ortsvorsteher Karl-Heinz Binder. Auch der Haigerlocher Bürgermeister Heiko Lebherz machte sich ein Bild von der guten Kooperation der Wehren aus Owingen, Gruol und Stetten.