Beim närrischen Fassanstich im Schalander der Fürstenberg-Brauerei in Donaueschingen treffen Zünfte und ein Anti-Narr mit einer pointierten Büttenrede aufeinander.
Prominenz und Narren trafen sich bei der Fasnetbier-Verkostung im Schalander der Fürstenberg-Brauerei. Hauptprotagonisten dabei sind immer die jeweiligen Zünfte, die das Fastnachtsbier-Etikett zieren.
In diesem Jahr sind es die Narrenzunft Furtwangen, die 2026 ihr 100-jähriges Bestehen feiert, und die Gayser-Gilde Obereschach, die im selben Jahr auf 50 Jahre Zunftgeschichte zurückblickt.
Die Verkostung im Schalander ist dabei weit mehr als ein formeller Termin. In ausgelassener, närrischer Atmosphäre treffen sich Narren, Brauereivertreter und Gäste zum geselligen Beisammensein. Musik, humorvolle Wortbeiträge und der Austausch zwischen den Zünften gehören ebenso dazu wie das gemeinsame Anstoßen mit dem Fastnachtsbier.
Dabei schon legendär ist die Büttenrede von Brauereichef Georg Schwende, der sich selbst zwar als „Anti-Narr“ bezeichnet, aber mit seinen pointierten Texten locker in jede Fastnachtsbütt gehen könnte.
Viele Steilvorlagen aus dem Jahr 2025
Wichtig dabei: „Unterjährig neutral – an Fastnacht viral“. Dabei wurden ihm im Jahr 2025 Steilvorlagen geliefert, seien es die weltweiten Diktatoren und Despoten, oder der „orangene Mann“, der König der USA. „Ob ChatGPT oder KI, so gut wie alle meinen, finden die Künstler es eher zum Weinen. Ich kann euch nur berichten: Wenn KI schlau ist, wird sie die Menschheit vernichten.“
Dabei betont der Anti-Narr: „Bei der Dichterei hier – ich will nicht flunkern viel, es waren lediglich Pils und Schorle im Spiel. Und dann die Wirtschaft, ach herrje, die tut den Unternehmern im Geldbeutel weh. Inflation und Bürokratie zuhauf, die Preisspirale geht rauf. Am stärksten trifft es die Wirtsleute hier, und das spüren auch wir. Wir hoffen, dass es bald wieder läuft, denn leere Krüge will weiß Gott keiner hier.“
Mit Bier und Fasnet geht es weiter: „Fehlt nur noch eines hier, die Senkung der Steuer auf Fürstenberg-Bier. Doch selbst der maßvolle Genuss wird negiert, Abstinenz wird propagiert. Und wenn sich die Wirte dann doch umarmen, wird sich vielleicht auch ein Donaueschinger Wirt erbarmen, wenn an der Fastnacht der Hirschen wieder seine Pforten öffnet. Was ist die Fasnet im Saal, ohne eigenes Zunftlokal? ‚Uli gib Dir einen Ruck, gib den Eschinger Narren den Hirschen zruck‘“.
Eine Hommage an die Furtwanger Zunft
Und dann noch das Ärgernis Reitturnier: „Die Pferde waren gestriegelt, so sollte es sein, doch der Geldbeutel vom Veranstalter sagte nein. Die Absage war auch für die Brauerei bitter, es fehlten in der Bilanz einige verbrauchte Hektoliter, denn es ist bekannt im ganzen Land: Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd – bei Reitern ist es gerade umgekehrt.“
Schlussendlich gab es dann noch eine Hommage an die Furtwanger Zunft. „Es ist die Furtwanger Hex von der Breg- und nicht der Donauquelle“, meinte Schwende, was mit lautstarken Protesten der Furtwanger kommentiert wurde, worauf jedoch der Brauereichef drohte, noch Last-Minute die Hex vom Etikett zu nehmen, und durch den Eschinger Hansel zu ersetzen – ganz wider dem tierischen Ernst halt.
Ignaz (Markus Kuttruff) und Severin (Thomas Höfler) sowie der Almendshofener „Dedel“ (Wolfgang Gut) sorgten ebenfalls in der Bütt noch für Kurzweil. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung mit mehr als 200 geladenen Gästen von den Zitros und der Brauereikapelle.
Im Kalender verankert
Die Fasnetbier-Verkostung
im historischen Schalander der Fürstenberg-Brauerei in Donaueschingen ist eine feste Größe im Veranstaltungskalender der schwäbisch-alemannischen Fastnacht und verbindet regionale Brautradition mit närrischem Brauchtum. Jedes Jahr lädt die Fürstenberg-Brauerei Vertreter der Narrenzünfte, geladene Gäste und Partner ein, um gemeinsam den Auftakt der Fastnachtssaison zu feiern. Das Etikett des Fastnachtsbieres ändert sich jedes Jahr.