"Metall: Werke" / Neue Ausstellung im Museum Biedermann in Donaueschingen

Von Michael Klitzsch Donaueschingen. Ein massiver, schwarzer Stahlkeil, der bedrohlich durch eine Seitentür des Spiegelsaals drängt, eine Vespa, die sich in die Länge gezogen und wie ausgeleiert quer über den Holzboden legt, ein mächtiges Metallgelenk so gekrümmt, als hätte sich ein Elefant darauf gesetzt.

 

In der neuen Ausstellung "Metall: Werke" des Museums Biedermann in Donaueschingen, die am kommenden Sonntag um 11 Uhr eröffnet wird, trifft man das namensgebende Material in vielen reichlich ungewöhnlichen Formen an. In den hellen Räumen des ein Jahr jungen Museums der Sammlerin Margit Biedermann verliert der Stoff seinen oftmals funktionellen, emotionslosen Charakter. Das widerspenstige Material ist unter den Händen (und zugegebenermaßen Maschinen) der fünf ausstellenden Künstler zu etwas Spannendem, Raumgreifenden, Atmosphärischen geworden.

Zwischen der ausstellenden Künstlerriege – Gert Riel, Camill Leberer, Markus F. Strieder, Stefan Rohrer und Friedemann Flöther – gibt es eine interessante Verbindung: Allesamt haben sie ihr künstlerisches Handwerk in der Metallwerkstatt im Fachbereich Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart gelernt. Gert Riel, der die Werkstatt 31 Jahre lang leitete, nimmt in der Verbindung – und auch in der Ausstellung – eine besondere Stellung ein. Ein Lehrer trifft auf seine Schüler gewissermaßen. Doch diese Verbindung zwischen den Künstlern ist in der Ausstellung im Museum Biedermann nur marginal zu erkennen. Alle fünf sind zu eigenständigen Meistern des Metalls herangewachsen.

So zeigt sich im Werk von Gert Riel ein eher schlichter, reduzierter Stil, der dem schweren Material durch spannende Formgebungen oftmals eine fast irritierende Leichtigkeit verleiht. Ganz anders begegnet dagegen Camill Leberer dem Metall: Er schafft mit ihm Räume, setzt in seinen Arbeiten Licht und Farbe ein, um eine mysteriöse, in die Tiefe reichende Atmosphäre zu kreieren. Markus F. Strieder hat mit seinen geschmiedeten, relativ unberührten Skulpturen hingegen eine unsprüngliche Ausdrucksform gefunden, Metall in Form zu bringen.

Ganz anders wiederum Stefan Rohrer: Er begreift Metall im Kontext von Autos und Geschwindigkeit und schafft aus ihm Skulpturen, die die bekannten Formen sprengen. Ganz und gar nicht zimperlich nimmt sich auch Friedemann Flöther das Material vor. Er stellt etwa aus zerbeultem und zerkratztem Metall eine riesige Zielflagge zusammen, oder lässt eine Kugel in das Bild eines Himmels jagen.

Am Ende erscheint Metall in neuen, ungewöhnlichen Formen. Doch eins bleibt auch nach all der künstlerischen Bearbeitung: das Gewicht. Bei den Vorbereitungen der Ausstellung mussten Kräne und Hubwagen die Werke in die richtige Stellung bringen.