Das vom Gemeinderat verabschiedete Radverkehrskonzept betrifft auch die Situation in der Innenstadt und soll mit innerstädtischen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen einhergehen. Foto: Weisser

Die Stadt Sulz will in den nächsten Jahren ihr Radwegenetz ausbauen und hofft auf reichlich Fördermittel des Landes und des Bundes. Das dazu erforderliche Radverkehrskonzept, vom Ulmer Verkehrsplanungsbüro Modus Consult GmbH erstellt, hat der Gemeinderat einstimmig verabschiedet.

Sulz - Damit wäre der erste wichtige Schritt für die Verbesserung der Radwegesituation in der Innenstadt und in den Stadtteilen erfolgt. Die Verwaltung kann nun mit den Vorbereitungen beginnen. Erste konkrete Maßnahme ist die Ausarbeitung einer Beschilderungsplanung. Dieses Vorhaben könnte, so hieß es, eventuell auch förderfähig sein. Das Verkehrsplanungsbüro Consult Modus erhielt auch dafür den Auftrag.

Für die Stadt Sulz als größte Gemarkungsgemeinde des Kreises Rottweil mit einer nicht einfachen Topographie sei es wichtig, auf die zukünftige Entwicklung im Bereich der Mobilität zu reagieren und ein alltagstaugliches Radwegenetz zu entwickeln, argumentierte die Verwaltung. Was und in welchem Zeitrahmen im Bereich der Fahrradwege letztendlich aber realisiert werden könne, hänge allein von den öffentlichen Geldern ab – so der allgemeine Tenor in der Runde.

Fördermöglichkeiten sollen helfen

Bürgermeister Gerd Hieber verwies in seiner Einführung auf die im Januar 2021 aufgelegten Förderprogramme mit bis zu 90-prozentiger Bezuschussung. "Es ist unser Ziel, die Fördermöglichkeiten zu nutzen, um so viel wie möglich umsetzen zu können", bekräftigte er. Voraussetzung für die Aufnahme in die Förderprogramme sei jedoch eine konzeptionelle Planung. Deshalb dränge die Verwaltung auch auf einen zügigen Beschluss.

Ingenieur Michael Preuß stellte den umfangreichen Prüfbericht zur Konzeption vor und erläuterte den Ratsmitgliedern wichtige Grundsätze. Positiv wertete der Verkehrsfachmann die Einbeziehung der Sulzer Bürgerschaft. Die Teilnahme an der Umfrageaktion im vergangen Jahr sei recht beeindruckend gewesen. Die Bürger hätten viele interessante Anregungen und Aspekte eingebracht.

Das Radverkehrskonzept müsse für alle Radfahrergruppen ausgelegt sein, verdeutlichte Preuß. Insgesamt 33 Unfälle mit Radfahrerbeteiligung seien innerhalb von vier Jahren passiert. Daraus hätten sich dennoch keine Hinweise für Unfallschwerpunkte ergeben. Mehr als 30 Einzelmaßnahmen für die Optimierung des Radverkehrssystems erarbeitete das Büro.

Mit "priorisierten Streckenzügen und zusammenhängenden Achsen" beginnen

Das Konzept beinhalte ein beachtliches Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre und stelle eine wichtige Richtschnur dar, freute sich Heidi Kuhring. Wo und womit man jetzt anfangen solle, wollten die Ratsmitglieder Heinrich von Stromberg und Thomas Nübel wissen. Der Verkehrsplaner wie auch der Bürgermeister schlugen vor, mit priorisierten Streckenzügen und zusammenhängenden Achsen zu beginnen. Sie gingen dabei aber nicht näher ins Detail.

Der Vernetzung der Talstadt mit Kastell und dem Gewerbepark InPark A 81 mit einem schlüssigen Verkehrskonzept maß Preuß ausdrücklich vorrangige Bedeutung bei. Er erwähnte in diesem Zusammenhang auch das Thema "Fahrradmitnahme im Bus" . Mit Zahlen zu den Kosten konnte das Büro noch nicht aufwarten. Dazu sei es in diesem Stadium zu früh.

Gemeinderat Hans Gühring forderte, den Autoverkehr in der Innenstadt und die Radwegeplanung unbedingt aufeinander abzustimmen. Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation hätten gewisse Erhebungen für die Innenstadtverkehrskonzeption derzeit noch nicht gemacht werden können, lautete die Antwort der Verwaltung.

Eberhard Stiehle und Heidi Kuhring ("Man kann nicht ausschildern, was noch nicht da ist") hakten zum Punkt Beschilderungskonzept nach. Die Netzlücken seien überschaubar, beruhigte der Planer. Die Beschilderung orientiere sich am tatsächlichen Zustand.

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