Kurz vor Aufhebung der Rauschbart-Vollsperrung in Horb: Rexingens Ortsvorsteher Mario Kamphoff steht am 4. September 2024 in Höhe Dreikönigshof. Nicht nur der Schwerlastverkehr belastet Rexingen. (Archivfoto) Foto: Jürgen Lück

Die Rexinger sind verkehrsgeplagt. Hat sich das vorübergehende Tempolimit bewährt? Und wie bekommt man den ortsfremden Verkehr aus der Bergstraße raus?

Das Dauerthema Verkehr in Rexingen. Kurvige und steile Straße. Obwohl die Rauschbart-Vollsperrung Geschichte ist, fließt trotzdem noch mehr Verkehr als früher durch den Ort. So nehmen es einige Rexinger wahr.

 

Ortsvorsteher Mario Kamphoff sagt im Ortschaftsrat: „Vor gut zwei Wochen gab es eine Bürgerinformation im Foyer. Es waren 20 bis 25 Bürger da. Die Forderungen waren unterschiedlich – von teilweisen Tempolimits, durchgehend 40 oder 30 km/h. Es gab auch Bürger, die wollten kein Tempolimit.“

Markus Graf hatte den Antrag gestellt. Er sagt: „Wenn ich sehe, wie viel Schwerlastverkehr hier durch fährt, bin ich für Tempo 30 km/h. Viele sagen: Sie halten sich ohnehin nicht ans Tempolimit. Deshalb bin ich für ein flächendeckendes Tempolimit, weil es die Straße sicherer macht und auch den Lärm reduziert.“

Maik Sothmann: „Viele können sich Tempo 30 vom Autohaus bis zur Schule vorstellen. Meiner Meinung nach funktionieren Flickenteppiche nicht.“

Belastet Tempo 30 die Bergstraße zusätzlich?

Martina Franz: „Ich bin kein Freund von Tempo 30. Mein Argument: Schon jetzt wird die Bergstraße als Ausgleich genommen. Wenn im ganzen Ort Tempo 30 ist, wird das noch mehr verstärkt. Für mich ist eher der Ansatz, dass wir die Lkw-Verkehre raus haben müssen. Inzwischen ist der Schwerlastverkehr stärker als vor der Umleitung.“

Alexander Gekle, auch Vize-Ortsvorsteher: „Inzwischen wurden schon wieder drei bis vier Bischofsmützen vor dem Rathaus umgefahren. Tempo 50 ist zuviel – das sieht man oben am Zebrastreifen Bergstraße. Kinder stehen dort, wollen rüber. Doch Autos und Lkw fahren weiter – weil die nicht mehr halten können.“

Rexingens Ortsvorsteher Mario Kamphoff (re.) am Zebrastreifen in Höhe Bergstraße Anfang September 2024: Dieser Sattelschlepper fuhr damals durch. Foto: Jürgen Lück

Dann ergreift Ortsvorsteher Mario Kamphoff das Wort: „Wenn wir verschiedene Tempo-Zonen haben, weiß der Autofahrer spätestens vor der Schule nicht mehr, wie schnell er fahren darf. Die sinnvollste Maßnahme wäre Tempo 30 km/h durchgehend – das hat Altheim so vorgemacht. Dazu gehören aber auch deutlich mehr Geschwindigkeitskontrollen als bisher.“

Um Autofahrer vor der scheinbaren Alternative über die steile, enge und zugeparkte Bergstraße abzuschrecken, könnte man baulich etwas tun. Ortsvorsteher Kamphoff: „An der Bergstraße muss man prüfen, ob man unten eine Barriere errichten kann, die auch mal fest werden darf. Und oben – ob man mit Betonkübeln oder ähnlichen Hindernissen die Leute davon abhält, diese Straße zu nehmen. Das ist eine Katastrophe.“ Er fügt hinzu, dass man solche Hindernisse an der Bergstraße natürlich rechtlich prüfen müsse.

Kommt ein Lkw-Durchfahrtsverbot?

Jörg Essig wirft ein, dass ein Antrag auf ein Lastwagen-Durchfahrtsverbot schon gestellt wurde. Ortsvorsteher Kamphoff: „Das ist eine Kreisstraße. Ich kann nicht sagen, ob der Landkreis solch eine Entscheidung trifft.“

Dann schlägt er vor, durchgehend Tempo 30 in Rexingen vorzuschlagen. Bis auf Martina Franz stimmen alle zu. Ortsvorsteher Kamphoff: „Ich bin sicher, wenn das kommt, wird der eine oder andere Bürger auf uns zukommen und sagen: ‘Was ist das für ein Mist?‘“

Kamphoff hatte allerdings auch erwähnt, dass es bei allen modernen Autos mit Tempomat einfach wäre, Tempo 30 einzustellen. Jetzt müssen das Rathaus Horb und der Gemeinderat entscheiden.