Die Klasse 3d der Rheinschule wurde von Klassenlehrerin Schmidtke darauf vorbereitet, wie groß so ein Lastwagen ist und welche Gefahr von ihm wegen des toten Winkels ausgeht. Die Schüler durften später selbst einmal in die Fahrerkabine sitzen. Foto:  

Vom Führerhaus eines Lastwagens haben Drittklässler der Rheinschule in Friedlingen auch ganz praktisch erfahren, was der „tote Winkel“ bedeuten kann.

Lastwagen oder Busfahrer können nicht alles gleichzeitig erfassen, was sich um sie herum Verkehr abspielt. Durch die Seitenscheiben beim Abbiegen nach rechts haben sie nur einen kleinen Bereich direkt neben dem Führerhaus, den sie einsehen können.

 

Mit dem rechten Außenspiegel kann man den Bereich, der sich direkt neben dem Fahrzeug nach hinten erstreckt, überblicken. Was sich jedoch zwischen den Bereichen befindet, ist für den Fahrer nicht oder nur eingeschränkt sichtbar – es handelt sich um den „toten Winkel“.

Dieser Begriff bezeichnet den Bereich um ein Fahrzeug, den der Fahrer trotz Rück- und Seitenspiegeln und direkter Sicht nicht einsehen kann, schreibt die IG Velo in einer Mitteilung. Personen oder andere Fahrzeuge in diesem Bereich werden buchstäblich „unsichtbar“.

Besonders beim Abbiegen oder dem Wechsel der Fahrspur , ob auf der Autobahn, Land- und Kreisstraßen oder dem Stadtverkehr, ist dies eine der größten Unfallursachen im Straßenverkehr. In der Fahrschule lernt der künftige Autofahrer deshalb, sich mit dem Schulterblick zusätzlich zu versichern, ob sich zum Beispiel ein Fahrradfahrer beim Rechtsabbiegen im „toten Winkel“ befindet.

Um auch Kinder auf diese Gefahren im Straßenverkehr hinzuweisen, hat kürzlich an der Rheinschule in Friedlingen für 68 Grundschülerinnen und Grundschüler der dritten Klasse vormittags ein theoretischer Unterricht stattgefunden, heißt es in der Mitteilung. Jürgen Wiechert von der IG Velo und Reinhold Utke, Transportunternehmer aus Haltingen, haben an Lastwagen-Modellen die Gefahren des „toten Winkels“ veranschaulicht.

Tipps zur Vorsicht und Umsicht

So sollten auch Radfahrer an Kreuzungen und Einmündungen, wenn ein Fahrzeug nach rechts abbiegen möchte, aufmerksam sein und einige Tipps beachten. So sollten alle Radfahrer an Kreuzungen möglichst vor einem Fahrzeug im Sichtbereich des Autofahrers bleiben oder mit Abstand so lange hinter dem Fahrzeug bleiben, bis dieses abgebogen ist. Sieht man den Auto- oder Lastwagenfahrer nicht im Spiegel, kann er umgekehrt auch den jeweils anderen Verkehrsteilnehmer nicht sehen.

Es ist nicht ratsam sich neben das Fahrzeug zu stellen, da von dort aus nicht erkennbar sei, ob es abbiegen möchte, schreibt die IG Velo in ihrer Mitteilung. Besser sei es, auf die Vorfahrt zu verzichten und dem Kraftfahrzeug den Vortritt zu lassen. Zu Zwecken der Demonstration hatte das Transportunternehmen Utke am Nachmittag einen 15 Tonnen schweren Lastwagen zur Verfügung gestellt.

Vom Fahrersitz die Sicht wahrgenommen

Eindrücklich erklärten Carsten Figge und Oliver Vögele von der Verkehrsprävention des Polizeipräsidiums Freiburg, den Kindern den Gefahrenbereich am Lastwagen. Jeder einzelne Schüler durfte vom Fahrersitz den „toten Winkel“ aus der Perspektive eines Lastwagenfahrers wahrnehmen.