Horbs OB Peter Rosenberger: „Bei der nächsten Rauschbart-Vollsperrung wird der Schülerverkehr über die Stuttgarter Straße abgewickelt.“ Beim Horber Frühling bleibt Gutermannstraße frei.
Der Sattelschlepper-Wahnsinn geht weiter. Täglich quälen sich Busse und Lkw über die Bildechinger Steige – obwohl eigentlich ein Lkw-Durchfahrtverbot verhängt wurde. Doch der Mann vom Ordnungsamt muss hilflos zuschauen.
Rathaus hat etwas gelernt
BiM-Stadtrat Thomas Bauer (wohnt in der Nähe der Bildechinger Steige): „Es ist mir unbegreiflich. Jedes Mal, wenn ich auf die Bildechinger Steige fahre, sehe ich Lkw und Sattelschlepper. So, als ob es kein Lkw-Durchfahrtsverbot gibt.“
Am Mühlgässle steht der Mitarbeiter vom Ordnungsamt. Schaut auf die Neckarstraße. Ein Sattelschlepper rauscht vorbei. Ich frage ihn, ob er den gleich aufschreibt. Er sagt: „Das darf ich nicht. Wir vom Ordnungsamt sind nur für den ruhenden Verkehr zuständig.“ Er macht gerade eine Tour, um zu kontrollieren, ob die Schilder richtig platziert sind. Um dann seine Beobachtungen dem Regierungspräsidium zu melden.
Das hatte schon versprochen: Die von dieser Redaktion angemahnte schlechte Beschilderung (unter anderem das „Micker-Schild“ vor Weinhaus Dörr) wird überprüft und optimiert. Darauf geht auch Horbs OB Peter Rosenberger aus: „Wir haben vereinbart, dass wir unsere Beobachtungen dem Regierungspräsidium melden.“
Doch eins hat das Rathaus schon jetzt – am Tag drei der Vollsperrung – gelernt. Rosenberger: „Ich bin heute morgen zum ersten Mal die Bildechinger Steige gefahren. Das hat fünf Minuten länger gedauert als sonst – durch die Busse. Nach unsere Beobachtungen führt vor allem der Schülerverkehr durch Eltern zu unnötigen Verkehrsbehinderungen. Bei der nächsten Rauschbart-Vollsperrungen streben wir an, diesen Verkehr auf die Stuttgarter Straße zu verlegen.“
Denn: Hier – oberhalb der Gutermann-Kreuzung – ist jede Menge Platz und alles frei von Autos. Und: Die Kinder können dann sicher durch die Eingangstür gegenüber der Schulhofstür (zwischen Schülertoilette und Sporthalle) in die Schule.
Nächste Konsequenz
Die zweite Konsequenz, so OB Rosenberger: „Der Horber Frühling ist am Sonntag, 21. April. Wir werden ihn so planen, dass die Gutermannstraße frei bleibt.“
Das war bisher die Hauptbummelzone mit den Rettern, der Bühne und der Verpflegung zwischen Pflegeheim und Grundschule. Rosenberger: „Wir gehen hier in der Planung auf Nummer sicher, weil das Regierungspräsidium die zweite Rauschbart-Vollsperrung für April/Mai angekündigt hat.“
Vorwurf: Die Polizei kontrolliert zu wenig
Viele Horber schütteln den Kopf über das Lkw-Chaos auf der Bildechinger Steige. Thomas Bauer: „Wenn es darum geht, Handy-Sünder am Steuer zu erwischen oder nicht angeschnallte Autofahrer, kontrolliert die Polizei am unteren Marktplatz. Jetzt ist da keiner zu sehen, wo es wirklich nötig ist. Das würde sich unter den ausländischen Lkw-Fahrern schnell rumsprechen, wenn es saftige Knöllchen gibt.“
Christian Schulze, Sprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim: „Die Sperrung besteht seit Dienstag den 09. Januar . Bis dato wurden an am unteren Marktplatz im Rahmen mehrerer Streifenfahrten mobile Verkehrskontrollen durchgeführt, Verstöße geahndet und verkehrserzieherische Gespräche geführt. Die Polizeibeamten des Polizeireviers Horb haben den Verkehr stets im Blick. Die Maßnahmen können verschiedene Formen annehmen - darunter mobile oder stationäre Verkehrskontrollen.“
Das sagt das Regierungspräsidium zur Rauschbart-Vollsperrung
Wie reagiert das Regierungspräsidium auf den „Schilder-Check“ durch den Ordnungsamts-Mitarbeiter?
Die RP-Sprecherin: „Derzeit erfolgt noch die Abstimmung zu diversen Punkten der Umleitungsbeschilderung.“
Was ist mit dem „Micker-Schild“ vor dem Weinhaus Dörr?
Die Sprecherin: „Die angesprochenen Verkehrszeichen werden derzeit als ausreichend erachtet, zumal Verkehrsteilnehmer, die sich in diesem Bereich wiederfinden, bereits an anderer Stelle Verbotszeichen missachtet haben.“
Sorgen die Ampelschaltungen zusätzlich für Stau?
Die RP-Sprecherin: „Die Lichtsignalanlage wird zu Beginn der kommenden Woche nochmals auf Optimierungsmöglichkeiten überprüft und, falls möglich, angepasst werden. Eine Außerbetriebnahme der Signalsteuerung ist auf Grund des Zusammenwirkens mit der Fußgängersignalsteuerung, sowie der umliegenden Knotenpunkte nicht möglich.
Steht das große LKW-Durchfahrt Verboten-Schild auf der Christophorus-Brücke falsch?
Die Sprecherin: „Das angesprochene Verkehrszeichen wird nochmals geringfügig versetzt werden.“