Kommunales: Erste Sitzung des Ortschaftsrats-Ausschusses Verkehr / Ortsumfahrung müsse die langfristige Lösung sein
Acht Räte haben erstmalig getagt und die aktuelle und kommende Verkehrssituation beleuchtet.
Horb-Altheim. Viele Altheimer befürchten, dass das bisher schon hohe Verkehrsaufkommen in der Ortsdurchfahrt Altheim in absehbarer Zeit rapide zunehmen wird, wenn das Güterterminal mit Logistikzentrum (Kombi-Terminal Horb, KTH) im Industriegebiet Heiligenfeld seinen Betrieb aufnimmt und das Interkommunale Gewerbegebiet in Haiterbach sich weiterentwickelt. Der Steinbruch Richtung Hochdorf ist schon in Betrieb, und die Erddeponie bleibt auch noch eine Weile erhalten. "Straßen sind zum Fahren da", aber die Belastbarkeit der Altheimer Ortsdurchfahrt ist bald am Limit, lautet ein Argument.
Der Ausschuss wurde gegründet, um sich intensiv mit dem Thema Verkehr zu befassen. Es werden kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen geprüft, um die Lebensqualität und Sicherheit für die Bürger zu erhalten und möglichst zu steigern, heißt es in einer Presseerklärung. Der Ortskern habe in den letzten Jahren massiv an Attraktivität für Wohnraumnutzung verloren und die ersten Leerstände seien das Resultat.
Mehrfach-Belastung
Die Situation wird als prekär beschrieben: "Lärm, Feinstaub und die Gefahren beim Passieren der Hauptstraßen belasten den ganzen Ort. Parken an der Durchgangsstraße ist nur mit dem Risiko vom vorbeidrängenden Verkehr gestreift zu werden möglich." In der Bahnhof-, Böblinger- und Salzstetter Straße wird der Verkehrskollaps befürchtet, wenn noch mehr LKWs aus Richtung Waldachtal, Haiterbach, Hochdorf und Heiligenfeld durch Altheim fahren.
Nun sind sich die Altheimer Räte einig, dass der Leidensdruck zum Handeln zwingt. Kurzfristige Maßnahmen wie Tempolimit 30 ab Ortseingang, Recherche zum Lärmaktionsplan bis zu möglichen Einbahnstraßenlösungen für den Schwerlastverkehr und eine Ortsumfahrung werden diskutiert.
Friedemann Schindele stellt in einer Präsentation die Historie zur Ortsumfahrung Altheim dar, die seit 1986 regelmäßig Thema in Haiterbach, Horb, Altheim und Talheim ist. Namhafte Politiker und Unternehmer haben sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder erfolglos engagiert.
Thema Umfahrung
Ein Überblick über die einzelnen Trassenvorschläge der letzten Jahrzehnte und die zugehörigen Umwelt- und Machbarkeitsstudien sind ernüchternd. Die Bemühungen sind immer wieder eingeschlafen. Auch, weil das Thema beim Landkreises FDS nicht oberste Priorität hatte. Von Seiten des Ortschaftsrats Altheim wurde die Ortsumfahrung nie abgelehnt. Der Ausschuss ist sich einig, dass die Ortsumfahrung eine langfristige Lösung sein muss.
Der konstruktive Austausch mit der Stadt Haiterbach und Talheim soll unter der Führung der Stadt weitergeführt werden, um alle Beteiligten an einen Tisch zu holen.
"Auch die Bürgerbeteiligung ist ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz aller Maßnahmen. Eine Bürgerversammlung kann unter der Einbindung aller Beteiligten vorbereitet werden, um die Daten, Fakten und Ideen aus dem Ortschaftsrat vorzustellen und den Bürgerwillen dazu zu hören", heißt es abschließend in der Erklärung.