Anfang des vergangenen Jahres gab es rund um die Sperrung der Peterzeller Brücke in Villingen lange Wartezeiten. Das Problem dürften bald wieder akut werden. Foto: Marc Eich

Villingen-Schwenningen schafft es abermals in Deutschlands Stau-Ranking für 2025. Aber: Ausgewertete Verkehrsdaten zeigen, dass auf den Straßen weniger Zeit verloren ging.

Steigende Verkehrsbelastungen, zahlreiche Baustellen und Brückenprobleme: Selbst Oberbürgermeister Jürgen Roth sprach von „kraftraubenden“ Umleitungen in der Doppelstadt. Doch ausgewertete Verkehrsdaten aus Villingen-Schwenningen zeigen nun, dass sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert hat.

 

Der Verkehrsanalyst Inrix hat jüngst wieder seinen jährlichen Staureport herausgebracht. Unrühmlicherweise hat es VS erneut in das Deutschland-Ranking geschafft – wenn auch weit „abgeschlagen“ von den großen Stau-Hotspots in der Bundesrepublik. So schafft es Köln mit 67 Stau-Stunden auf Rang eins, gefolgt vom letztjährigen Spitzenreiter Berlin (60). Stuttgart steht mit ebenfalls 60 Stunden auf Rang fünf.

Dagegen sieht es in Villingen-Schwenningen, weit weg von großen Ballungszentren, durchaus moderat aus: Im Jahr 2025 verlor man auf den Straßen der Doppelstadt 27 Stunden, im vergangenen Jahr waren es 28 Stunden. Das bedeutet Platz 51 von 73 auf der Staurangliste in Deutschland (Vorjahr: Rang 42). Damit steht man in VS beispielsweise länger im Stau als in Zwickau (26), Kassel, Würzburg oder Kaiserslautern (jeweils 23). Weltweit reicht es für einen Mittelfeldplatz – Rang 462 von 941.

Das hat natürlich auch finanzielle Auswirkungen: Aus der verlorenen Zeit resultieren 370 Euro Staukosten pro Fahrer. Zugrunde gelegt wird für diese Berechnung ein inflationsbereinigter Zeitwert in Höhe von 13,71 Euro pro Stunde. Im vergangenen Jahr waren die Staukosten geringer – allerdings ausschließlich aufgrund eines niedrigeren Zeitwerts pro Stunde.

Verbindungen zwischen V und S stark befahren

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich bei den gemessenen Parametern – insbesondere mit Blick auf die Reisegeschwindigkeit in VS und Umgebung – nur wenig geändert. Außerhalb des Berufsverkehrs kann durchschnittlich mit rund 70 Stundenkilometern gefahren werden (etwas weniger als 2024), zur Rushhour sind wie im vergangenen Jahr nur knapp 56 Kilometer pro Stunde möglich. Auf den letzten anderthalb Kilometern rund um die Innenstädte zeigen die Verkehrsdaten während des Berufsverkehrs eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von lediglich 34 Stundenkilometern.

Die anonymen Daten ermöglichen es dem Verkehrsanalysten zudem, die häufig frequentierten Straßen in VS und Umgebung zu identifizieren. Dabei gibt es für Pendler wenig Überraschendes zu berichten: Beide Verbindungen zwischen Villingen und Schwenningen – sowohl über die Steig als auch über den Nordring – sind stark befahren. Daran anschließend gelten in Villingen der Habsburger Ring sowie der Fürstenbergring bis zur Bertholdstraße als stark belastet, sowohl stadtein- als auch stadtauswärts.

Bundesstraßen ebenfalls im Fokus

In Schwenningen wird insbesondere der gesamte Abschnitt vom Nordring und der Villinger Straße über die Kreuz-, Walter-Rathenau-, Salinen- und Dürrheimer Straße bis zur B 523 in Richtung Tuningen als Hauptverkehrsader hervorgehoben. Auch die Bundesstraßen rund um die Doppelstadt sind folgerichtig vermerkt: die B 27 bis zur A 864 und weiter zur A 81 in südlicher Richtung sowie im Norden bis nach Rottweil.

Die B 33 ist von der Dürrheimer Ampelkreuzung bis zur Abfahrt Villingen-Mitte und später wieder von der Abfahrt Vockenhauser Straße bis nach St. Georgen stark belastet. Wie im vergangenen Jahr gilt zudem die Hindenburgstraße in Mönchweiler als häufig frequentiert und Teil der Pendlerstrecken. Viel Verkehr herrscht den Daten zufolge auf der Straßburger Straße nach Marbach und weiter nach Brigachtal.

Dieses Jahr einige Behinderungen befürchtet

Ob sich die Verkehrslage in VS entspannt, darf stark bezweifelt werden: In diesem Jahr steht in Villingen die Sperrung der Peterzeller Straße aufgrund des Brückenneubaus an, zudem soll – zumindest nach letztjährigem Stand – die B 33 zwischen Villingen und Bad Dürrheim saniert werden. Auch die Brückensituation in der Bertholdstraße mit dem dortigen Engpass und der Tonnagebegrenzung sorgt nicht gerade für eine stressfreie Fahrt auf den Straßen der Doppelstadt.

Wie werden die Zahlen erhoben?

Datenquellen
Inrix erfasst eigenen Angaben zufolge täglich Milliarden von anonymen Daten aus einer Vielzahl von Quellen wie vernetzte Fahrzeuge, Mobilgeräte, Navigationsgeräte, Flottenfahrzeuge, Straßen- und Werkstattinfrastruktur sowie öffentlich verfügbare Informationen über Störungen. Die Berechnung des Zeitverlusts ergebe sich über die Daten zur Geschwindigkeit bei Stoßzeiten und freier Fahrt für die verkehrsreichsten Pendelstrecken.