In Sulz wird angesichts der aktuellen Verkehrssituation hinterfragt, warum eigentlich an der alten Ampelkreuzung ein Kreisverkehr an der Landesstraßen 424 und 409 gebaut wird, und ob dieser wirklich Vorteile mit sich bringt. Wir haben bei der Stadt nachgehakt.
Seit an der Kreuzung der Landesstraßen 424 und 409 ein Kreisverkehr gebaut wird, kommt es besonders zu den Stoßzeiten derzeit häufig zu langen Wartezeiten an den für die Sperrung aufgestellten Ampeln.
Aber aus welchen Gründen wird die Ampelregelung an der Kreuzung durch einen Kreisverkehr ersetzt, und bringt das tatsächlich Vorteile? Diese und weitere Fragen, die sich unserer Leser auch aufgrund der aktuellen Verkehrseinschränkungen stellen, haben wir gesammelt und bei der Stadt Sulz nachgefragt. Unsere Informationen stammen aus den Sitzungsvorlagen des Gemeinderats, auf die wir verwiesen wurden.
Was ist der Anlass für die Bauarbeiten an der Kreuzung in Sulz?
1329 Autos passieren in den Spitzenstunden am Abend die Kreuzung – zumindest war das im April 2021 so, als das Thema im Gemeinderat diskutiert wurde. Durchschnittlich mussten Fahrer an der früheren Ampel sechs Sekunden warten, ehe sie weiterfahren durften. Mit einem Kreisverkehr soll sich diese Zeit verringern und der Verkehrsfluss verbessert werden.
Aus Sicht der Stadtverwaltung erhöht sich durch den Kreisverkehr außerdem die Verkehrssicherheit – etwa durch die niedrige Geschwindigkeit der durchfahrenden Fahrzeuge. Außerdem sollen Fußgänger aus allen Richtungen Überwege mit Querungsinseln erhalten und Radfahrer einseitig um den Kreisel herumgelenkt werden.
Der Kreuzungsbereich war laut Stadtverwaltung zudem ohnehin in einem mangelhaften Zustand, und Belagsarbeiten wären demnach früher oder später notwendig gewesen.
Was passiert sonst noch an dieser Kreuzung?
Neben dem Ausbau des Knotens L 409/L 424 zum Kreisverkehr werden vom Regierungspräsidium Freiburg daher auch Straßensanierungsarbeiten durchgeführt. Diese Arbeiten sind im Auftrag der Firma Lupold enthalten.
Da in das Brückenbauwerk im Bereich der Bahn aus statischen Gründen nicht eingegriffen werden konnte, war die Verlegung des Kreisverkehrs in Richtung Lidl notwendig – mit der Folge, dass der große Lindenbaum dort gefällt werden muss.
Was kostet der gesamte Umbau, und wer trägt die Kosten?
Die Gesamtkosten für den Kreisverkehr belaufen sich auf rund 832 000 Euro. Das Land Baden-Württemberg trägt davon 20 000 Euro, den Rest die Stadt Sulz.
Welche anderen Vorteile hat die Verkehrsführung?
Eine Rampe zum Stockenbergweg, Zebrastreifen und die geplant abgesenkte Bordsteine tragen laut Stadtverwaltung zur Barrierefreiheit und einer sicheren Straßenüberquerung bei. Zudem soll ein kombinierter Fuß- und Radweg von 2,50 Metern für einen Lückenschluss beim Radweg sorgen.
Wann sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein?
Der Bagger rückte am 1. Juli an. Die Bauarbeiten sollen bis in die Herbstferien andauern. Die lange Bauzeit hat laut Stadtverwaltung den Vorteil, dass eine Vollsperrung nur an wenigen Tagen erforderlich ist.
Fußgänger können weiterhin die Bahnbrücke Stuttgarter Straße benutzen und müssen aber an der mobilen Ampel in Richtung Lidl queren. Bis zu den Herbstferien wird die Zufahrt in die Innenstadt über die Brücke der Deutschen Bahn gesperrt.
Eine Vollsperrung erfolgt aufgrund der notwendigen Schülerbeförderung nur in den Herbstferien 2024.
Kraftfahrzeuge können durch den Tunnel unter der Bahn hindurch fahren. Zu Fuß ist die Innenstadt über die Brücke erreichbar. Die restlichen drei Äste sind für den Kraftfahrzeugverkehr einspurig mit Ampelregelung befahrbar. An den Ampeln sei mit deutlich längeren Wartezeiten zu rechnen, hieß es schon vor Beginn der Maßnahme. Diese Prognose hat sich bestätigt. Zu Stoßzeiten sollte man hier deutlich mehr Zeit einplanen.