Das digitale Leitsystem soll Staus und Chaos an den Parkplätzen entlang der B 500 verhindern. (Archivfoto) Foto: Schwark

Überfüllte Parkplätze, blockierte Einfahrten, Staus - das Winterwetter hat an den vergangenen Wochenenden viele Besucher an die Schwarzwaldhochstraße gelockt. Um das Chaos besser in den Griff zu bekommen, ist ein digitales Parkleitsystem geplant. Unsere Redaktion hat nachgefragt, wie es genau aussehen soll.

Freudenstadt - Bereits morgens waren am Samstag nahezu alle öffentlichen Parkplätze auf dem Ruhestein und in Kniebis belegt, es bildeten sich lange Rückstaus und die Polizei musste sämtliche Zufahrtsstraßen sperren.

Um dies in Zukunft zu verhindern, plant das Ministerium im Rahmen des Verkehrskonzepts Nationalpark ein Park- und Verkehrsleitsystem. Dieses soll "dazu beitragen, die Verkehrssituation, insbesondere an Spitzentagen, zu verbessern und die Mobilität in die Region sowie innerhalb der Region nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten", teilt ein Sprecher des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg mit.

Wie soll das Leitsystem funktionieren?

In Echtzeit sollen die Auslastungsstände beziehungsweise Kapazitätsgrenzen der Parkplätze erfasst werden, damit Verkehrsteilnehmer nicht mehr freie Parkplätze suchen müssen, sondern direkt dorthin gelotst werden. Wintersportler und Besucher der Nationalpark-Region sollen dann über digitale Kanäle, später auch über digitale Anzeigetafeln entlang der Zufahrtsstraßen, in Echtzeit über die Parkplatzsituation vor Ort informiert werden.

Droht eine Überfüllung der Parkplätze, sollen Anreisende durch die digitalen Kanäle dazu angehalten werden, nicht mehr in das entsprechende Gebiet mit dem Auto zu fahren, sondern alternativ das ÖPNV-Angebot zu nutzen. Dies wurde für diesen Zweck bereits laut Verkehrsministerium durch die verantwortlichen Landkreise und durch die Stadt Baden-Baden mit finanzieller Förderung des Landes "deutlich ausgeweitet".

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Pilotprojekt zwischen Mummelsee und Alexanderschanze

Darüber hinaus plant das Verkehrsministerium weitere Änderungen, damit mehr Besucher den ÖPNV anstatt das Auto nutzen. Dazu gehört eine "möglichst flächendeckende Parkraumbewirtschaftung". Vorstellbar wären demnach das begrenzte Parken mit einer Parkscheibe oder eines Parkscheins an den zentralen und stark besuchten Orten. Außerdem sollen Wildparker konsequent verfolgt und geahndet werden. "Dies liegt in der Verantwortung der Landkreise, welche gerade an Spitzentagen ihre Kontrolltätigkeit konsequent ausüben sollen, um vor allem die Behinderung von ÖPNV, Räum- und Rettungsfahrzeugen zu verhindern", sagt der Sprecher des Ministeriums.

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Aktuell wird noch im Rahmen eines Pilotprojekts "eine Echtzeiterfassung an allen relevanten Parkplätzen entlang der B 500 zwischen Mummelsee und Alexanderschanze umgesetzt", berichtet der Ministeriums-Sprecher. Das Pilotprojekt soll bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Besucher der Region sollen dann über die App der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg (PBW) - die das Projekt federführend umsetzt -, sowie die digitalen Seiten der Tourismusgesellschaft Nationalparkregion Schwarzwald auf die Echtzeit-Daten zugreifen können. Außerdem sollen die Daten auf der Mobilitätsdatenplattform des Landes, MobiData BW, zur weiteren Verwendung öffentlich zur Verfügung gestellt werden.

Das geplante Parkleitsystem soll sich zunächst auf die Kernzone des Nationalparks an der B 500 zwischen Plättig und der Alexanderschanze konzentrieren, so das Verkehrsministerium. Eine Erweiterung des Gebiets sei bereits von der PBW geplant. Weitere Parkplätze in der Umgebung der Schwarzwaldhochstraße sollen dann in Absprache mit den Landkreisen und Gemeinden nachträglich in das Projekt aufgenommen werden.

Digitale Anzeigetafeln sind geplant

Neben den App- und Online-Angeboten plant das Verkehrsministerium außerdem digitale Anzeigetafeln entlang der Zufahrtsstraßen. Durch das Verkehrskonzept Nationalpark wurden bereits erste Vorarbeiten geleistet. Nun müssen diese spezifiziert und hinsichtlich ihrer zeitlichen und finanziellen Umsetzbarkeit geprüft werden. "Wir rechnen damit, dass die Ergebnisse dieser Arbeit zum Ende des ersten Quartals diesen Jahres vorliegen", informiert das Ministerium.

Das Ausmaß dieses Projekts sei jedoch sehr stark von den Kosten abhängig. "Sowohl die Digitalisierung der Parkplätze als auch der Aufbau eines physischen Leitsystems ist mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Dies liegt im vorliegenden Fall nicht zuletzt an der Weitläufigkeit des Gebietes", erklärt der Sprecher. Aus diesem Grund könne das Verkehrsministerium noch keine Angaben dazu machen, wann die geplanten Anzeigetafeln umsetzt werden können.