Wieso stecken neuerdings entlang der Karl-Marx-Straße in Schwenningen Schneepfähle? Mit weißer Pracht haben die nichts zu tun, vielmehr mit grünen Flächen.
Einige Anwohner wunderten sich schon länger, warum am Rand eines Teils der Karl-Marx-Straße in Schwenningen Schneepfähle platziert wurden. Auch dem CDA-Kreisvorsitzenden Gottfried Schmidt ging es so. Er und andere fragten sich, wozu diese wohl angebracht worden waren.
Schneepfähle dienen ja sonst eigentlich in erster Linie der Orientierung und Sicherheit im Winterdienst, markieren den Fahrbahnrand und zeigen Autofahrern und dem Räumdienst an, wo die Straße verläuft, besonders wenn Straßenränder, Gräben oder Leitplanken durch hohe Schneedecken nicht mehr sichtbar sind. Zudem erkennen Schneepflugfahrer anhand der Stangen, wo sie räumen können, ohne die Bankette zu beschädigen, und der Straßenverlauf wird bei Schneeverwehungen und schlechtem Wetter so sichtbar gemacht.
Und: Neben Straßen werden die schwarz-orangfarbenen Stäbe genutzt, um Baugruben oder andere gefährliche Bereiche im Winter zu kennzeichnen.
Wurzelwerk im Fokus
Im aktuellen Fall kommt diese Standard-Winterausrüstung aber aus ganz anderen Gründen zum Einsatz, wie aus der Antwort der Stadtverwaltung auf eine Nachfrage der Redaktion hervorgeht.
Stadtsprecher Patrick Ganter erläutert nämlich: Die Grünfläche entlang der Straße sei „im Winterhalbjahr im Wurzelbereich der Bäume wiederholt widerrechtlich befahren und beparkt“ worden. Das schädige das Wurzelwerk erheblich und beeinträchtige durch Bodenverdichtung „die Vitalität und die Lebensbedingungen der Bäume stark“.
Dauerhafter Schutz
Vor diesem Hintergrund seien die Technischen Dienste „mit der Wiederherstellung der Fläche beauftragt“ worden. Um sie bis dahin vor weiteren Beschädigungen zu schützen, seien die Schneepfähle gesetzt worden.
Damit das Gras auch künftig in Ruhe wachsen kann und auch die Baumwurzeln möglichst unbeschadet bleiben, sei im Zuge der Wiederherstellung der Fläche nach Möglichkeit „auch die Anbringung eines dauerhaften Schutzes, beispielsweise durch Findlinge oder Poller, vorgesehen.“