Die Bürger wollen in Schura sicherer über die Straße kommen. Die Frage stellt sich: Was sagen die Behörden zu diesem Antrag?
Bereits seit dem vergangenen Jahr hätten Schuraer Bürger wiederholt die Einrichtung einer Fußgängerampel in der Trossinger Straße gefordert, berichtete Wolfgang Schoch in der jüngsten Ortschaftsratssitzung.
„Der Grund ist das Zusammentreffen des erhöhten Fahrzeugverkehrs und des Schülerverkehrs im morgendlichen Berufsverkehr im Bereich der dortigen Bushaltestelle“. Da es sich aber um eine Landesstraße handelt, sei hierfür das Landratsamt Tuttlingen zuständig und „wir müssen den Bedarf einer solchen Einrichtung begründen mit entsprechenden Daten“.
Dazu gehören das Fahrzeugaufkommen pro Tag und zu bestimmten Uhrzeiten, sowie die Anzahl der Schüler und Fußgänger, die dort die Straße queren, sei es zur Bushaltestelle oder zum verlängerten Weg Trossinger Straße hinaus in die Natur.
Insgesamt wohnen im betreffenden Gebiet 70 Schülerinnen und Schüler ab dem zehnten Lebensjahr, die mit dem Bus zu den weiterführenden Schulen nach Trossingen fahren. Ein paar wenige davon nutzen die Busse ab der Haltestelle in der Weigheimer Straße und an der Kellenbachschule. Insgesamt fahren ab der Haltestelle Trossinger Straße jeden Tag 26 Busse nach Trossingen zu den weiterführenden Schulen, die Hälfte davon an den Vormittagen.
Blindmessung des Verkehrs
Zur Erfassung des Fahrzeugverkehrs wurden Blindmessungen vorgenommen. Demnach fahren im Schnitt von Montag bis Sonntag täglich 7600 Fahrzeuge von und nach Trossingen. Vor genau zwölf Jahren waren es noch 7280 Fahrzeuge. „Das heißt, dass sich seitdem der Fahrzeugverkehr pro Tag um 300 Fahrzeuge erhöht hat“, erläuterte Schoch, „damit liegen wir dennoch etwas unter der errechneten Prognose aus dem Jahr 2004, bei der mit 8200 Fahrzeugen im Jahr 2024 gerechnet wurde“.
Das Fahrzeugaufkommen sei jedoch nur Teil der Vorarbeit. „Es muss noch der Fußgängerverkehr erfasst werden – also wie viele Fußgänger zu welcher Zeit von der Albstraße kommende die Trossinger Straße queren“. Erst dann könne eine Bewertung durch das Landratsamt, vorgenommen werden“. Dies sei das Ergebnis einer kürzlich stattgefundenen Verkehrsschau vor Ort mit Vertretern der Stadtverwaltung Trossingen, des Landratsamtes, des Polizeipräsidiums Konstanz und des Ortsvorstehers gewesen.
Ob eine Fußgängerampel an dieser Stelle überhaupt errichtet werden müsse, war die Frage von Ortschaftsrätin Isabella Schöndienst „wir haben doch etwas zurückversetzt einen Fußgängerüberweg“. Der Ortsvorsteher wusste aber „Schüler und überhaupt Fußgänger machen keine Umwege und laufen fast 200 Meter weg und wieder hin zum Ziel“.
Ortschaftsrat Ingo Hohner regte an, dass an der Haltestelle in der Trossinger Straße in Richtung Trossingen ein Wartehäuschen, wie es an den anderen Haltestellen in der Lange Straße und an der Kirche schon viele Jahre besteht, zu errichten. Hier gebe es ein Problem, so Wolfgang Schoch, denn „es müsste auf einem privaten Grundstück aufgebaut werden“. Die beiden bestehenden Wartehäuschen stehen auf städtischem Grund. Eine wesentliche Frage für die Einrichtung einer Fußgängerampel ist bisher ohnehin offen „wer bezahlt die Fußgängerampel?“.