Nachdem sich der Kreisverkehr in der Sulzer Kernstadt bewährt hat, könne ein weiterer Kreisel nach Mühlheim kommen, findet zumindest ein Leser. Das Landratsamt nimmt dazu Stellung.
Zahlreiche Unfälle an einer Mühlheimer Kreuzung – hilft da vielleicht ein neuer Kreisverkehr zu Entschärfung der Verkehrssituation, fragt sich ein Leser. Denn verkehrstechnisch hat der Sulzer Teilort in der Vergangenheit schon viel erlebt.
Wegen der Erneuerung der Wasserleitung in der Ortsdurchfahrt mussten sich viele Bürger mit Baustellen und Straßensperrungen zurechtfinden – so etwa von Mai bis Juli 2024 sowie Mai bis September 2025. Und das wird in Zukunft auch nicht anders.
Denn in den nächsten Jahren plant das Landratsamt, den Straßenbelag zu erneuern. Das löst Irritationen aus. „Für viele Mühlheimer Bürger ist es unerklärlich, dass man im Zuge der Installation der neuen Wasserleitung den Belag nicht auch gleich erneuert hat“, schreibt uns zumindest ein Leser.
Zwei Bauabschnitte fertiggestellt
Der Belag sei nach Abschluss der Leitungsarbeiten mit Teer geflickt worden. „Diese Arbeiten hätte man in einer Baumaßnahme durchführen können“, wünscht er sich ein besseres Zeitmanagement. Doch ist das zutreffend?
Wir haben beim Rottweiler Landratsamt nachgefragt. Die Erneuerung der Wasserleitung ist in mehreren Bauabschnitten erfolgt, erfahren wir. Nach den beiden ersten Bauabschnitten seien die Leitungsgräben mit einem Asphaltaufbau wieder geschlossen worden, so dass die Befahrung der Ortsdurchfahrt wieder möglich und gleichzeitig die Verkehrssicherheit gewährleistet war.
Strom und Straßenbeleuchtung
„Seitens des Landkreises ist geplant, die Asphaltschichten der K 5502 im Zuge der Ortsdurchfahrt auf die gesamte Breite zu erneuern, parallel dazu sollen die Seitenbereiche durch die Stadt Sulz neu gestaltet werden“, erklärt Landratsamt-Pressesprecherin Andrea Schmider.
Im Zuge dieser Arbeiten sehe die Planung auch vor, weitere Versorgungsleitungen, etwa Strom- und Straßenbeleuchtungskabel, neu mit zu verlegen. Soweit möglich, würden auch die Straßengradiente – also der Höhenverlauf der Strecke – und damit die Entwässerungsverhältnisse der Fahrbahn optimiert werden.
Hilft ein Kreisverkehr?
„Diese Straßenbauarbeiten werden in zwei Bauabschnitten in den Jahren 2027 und 2028 ausgeführt. Im Zuge der Wasserleitungsarbeiten wäre eine vom Bauablauf und der Qualität so optimale Bauausführung aus technischen Gründen nicht möglich gewesen“, hält sie fest.
Doch der Leser spricht noch weitere verkehrstechnische Probleme an. An der Kreuzung neben dem Pfarrhaus hätten sich schon viele Unfälle ereignet. „Zudem wird das Stoppschild permanent von links Abbiegenden gestreift“, meint er. Ein Kreisverkehr könne Abhilfe schaffen, so seine Hoffnung.
Der Platz reicht nicht
„An der konkreten Stelle wurde die Örtlichkeit in der Vergangenheit bereits angeschaut, da die bestehende Problematik bekannt ist“, erläutert Schmider die Ergebnisse einer Verkehrsschau. Allerdings komme aus Sicht der Unteren Straßenverkehrsbehörde an dieser Stelle keine Einrichtung eines Kreisverkehrs in Betracht, da die Gegebenheiten dies nicht zuließen – der Platz für den benötigten Radius reiche schlichtweg nicht aus.
Stattdessen habe der Landkreis ein spezialisiertes Ingenieurbüro beauftragt, um Möglichkeiten zu finden, die Verkehrsführung im Kreuzungsbereich zu verbessern. Um zu verhindern, dass Lkws wegen des geringen Wendekreises mit dem Fahrzeug auf den Gehweg kommen, stünden verschiedene Maßnahmen zur Verfügung.
Teer ist kein Asphalt
Neben der Verschiebung der bestehenden Fahrbahnachse aus Richtung Empfingen sei auch der Umbau und eine Neuanordnung der beiden vorhandenen Verkehrsinseln möglich.
Und zuletzt weist Schmider noch auf eine Anmerkung ihrer „Straßenbau-Spezialisten“ hin. Da Teer Schadstoffe beinhalte und deshalb seit 1984 nicht mehr im Straßenbau verwendet werden darf, ist die Bezeichnung „Asphalt“ – mit Bitumen als Bindemittel – für die Fahrbahndecke zutreffend.