Lange ist die Ortsdurchfahrt von Oberlengenhardt in einem erbärmlichen Zustand gewesen. Umso größer war die Freude, als sie nach der Sanierung am Freitag offiziell freigegeben wurde. Die gesamten Arbeiten dauerten rund ein Jahr.
Die Bauarbeiten starteten im Mai 2023. Die Gemeinde ließ die Kanäle sanieren. Außerdem wurden entlang der Hauptstraße die bestehende Wasserleitung auf einer Länge von rund 1,5 Kilometer erneuert und rund 80 Hausanschlüsse erneuert, berichtete Schömbergs Bauamtsleiter Martin Dittler bei der Freigabe der Hauptstraße am Freitag. Die Gesamtkosten für die Gemeinde Schömberg beliefen sich auf rund 1,86 Millionen Euro.
Die vorhandenen Bushaltestellen „Unterdorf“ und „Rathaus“ wurden barrierefrei umgebaut. Bei anderer Gelegenheit ließ die Gemeinde bereits Glasfaserleitungen verlegen. Die Beleuchtung wurde LED umgestellt. „Das Baugebiet ist erschlossen“, freute sich Gemeinderat Friedbert Stahl bei der Freigabe. Er ist Ortsvorsteher von Oberlengenhardt. Stahl berichtete, dass es in den vergangenen fünf Jahren kaum eine Sitzung des Ortschaftsrates gebeben habe, in der die Ortsdurchfahrt nicht Thema gewesen sei.
Landratsamt mit im Boot
Die Ortsdurchfahrt von Oberlengenhardt ist eine Kreisstraße und damit der Landkreis mit im Boot. Nachdem die Gemeinde mit ihren Arbeiten fertig war, ließ der Landkreis die Straße asphaltieren. Das kostete nach den Worten von Jörg Repple, im Landratsamt Abteilungsleiter für den Straßenverkehr und den Straßenbau, rund 650 000 Euro. Hier war die Gemeinde mit 40 000 Euro dabei. Sie finanzierte mit dem Geld die 36 Schachtabdeckungen. Für die 54 Straßeneinläufe war wiederum der Landkreis zuständig. Insgesamt ließ der Landkreis innerorts 11500 Quadratmeter und außerorts 2500 Quadratmeter Fläche asphaltieren. Auf der Strecke sind bis zu 1000 Fahrzeuge am Tag unterwegs.
Wichtige Umleitungsstrecke
In den vergangenen Jahren war die Ortsdurchfahrt von Oberlengenhardt immer wieder eine wichtige Umleitungsstrecke, was ihren Zustand noch weiter verschlechterte. Landrat Riegger kramte tief im Archiv und stellte bei der Wiedereröffnung fest, dass an der Ortsdurchfahrt in Oberlengenhardt seit mehr als 40 Jahren nichts mehr gemacht wurde. Er sei von Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn und Ortsvorsteher Stahl sehr bedrängt worden, dass die Straße endlich gerichtet werde. Er habe sich gar nicht mehr nach Schömberg oder Oberlengenhardt getraut. Der Landrat bescheinigte Stahl und Leyn einen tollen Einsatz. Riegger bekräftigte sein Credo: „Wir brauchen eine vernünftige Infrastruktur.“ Dazu gehören nach seinem Verständnis auch ordentliche Straßen, denn auf dem Land seien die Menschen auf das Auto angewiesen. Er bedankte sich bei den Bauarbeitern und den Mitarbeitern des Landratsamtes für ihr Engagement.
Große Hartnäckigkeit
Bürgermeister Matthias Leyn bestätigte, dass in solchen Fragen Hartnäckigkeit und Schlitzohrigkeit nötig gewesen seien. Er erinnerte daran, dass Stahl sogar bei der Einweihung des Zollernblickweges den Landrat auf den schlechten Zustand der Ortsdurchfahrt aufmerksam gemacht habe.
Im Vorfeld der Bauarbeiten habe es viele Bedenken gegeben, so Leyn. Es habe aber alles reibungslos funktioniert und sei sehr transparent abgelaufen. Die Bürger hätten das Ganze konstruktiv begleitet und unterstützt. Leyn lobte den großen Zusammenhalt im Ort. Er räumte ein, dass es schwer gewesen sei, Prioritäten zu setzen. Über die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Oberlengenhardt habe es aber überhaupt keine Diskussion gegeben.
Für die Planung der Arbeiten der Gemeinde waren die Weber-Ingenieure aus Pforzheim zuständig. Die Tiefbauarbeiten für die Kommune erledigte die Firma Lukas Gläser aus Aspach. Die Firma Otto Morof aus Althengstett besorgte die Asphaltierung der Straße. Dessen Inhaber und Geschäftsführer Thomas Morof war bei der Wiedereröffnung ebenfalls zu Gast. Für die Aufsicht der Asphaltierungsarbeiten war Gunter Beuerle im Landratsamt zuständig. Er kennt die Ortsdurchfahrt von Oberlengenhardt wie wohl kaum ein anderer. Schließlich hat er bereits vor mehr als 40 Jahren eben an dieser Straße mitgearbeitet – damals noch bei der Firma Morof.
Der Landkreis Calw gibt in diesem Jahr zwei Millionen Euro für seine Kreisstraßen aus. Außerdem steckt er 2024 im Auftrag des Regierungspräsidium zwei Millionen Euro in die Bundes- und noch einmal zwei Millionen Euro in die Landesstraßen, war von Repple vom Landratsamt zu erfahren.