Die Parkgebühren in Rottweil sorgen weiterhin für Unruhe. Nun wagt der GHV mit einer Liste an Lösungsvorschlägen zu Verbesserung einen Vorstoß. Vor allem ein Punkt hat es in sich.
Auch drei Monate nach der Einführung der neuen Parkgebühren beschäftigt das Thema Rottweiler Besucher, Bürger und Gewerbetreibende. Das jedenfalls schreibt der Gewerbe- und Handelsverein in einem Antragsvorschlag an den Rottweiler Gemeinderat und an die Stadt.
Der Verein bittet in seinem Schreiben um Nachbesserungen und macht Vorschläge, wie diese aussehen könnten. Was die Händler nicht beabsichtigen, sei, das gesamte Parkkonzept in Frage zu stellen. Vielmehr ginge es darum, Ansätze zu finden, die zielführend und finanziell tragbar seien – und von denen die Innenstadt als Ganzes profitiere. Man wisse um die finanzielle Situation der Stadt.
Massiver Schaden
Dennoch: „Mit den Änderungen zum 15. September hat man eine Lösung gewählt, die unseres Erachtens der Stadt massiv schadet“, heißt es in dem Schreiben, das von Tobias Rützel und Marcus Frank unterzeichnet ist.
Das Thema Parkgebühren habe sich mittlerweile von einer sachlichen Diskussion hin zu einer emotionalen Debatte entwickelt. Um eine repräsentative Grundlage zu haben, sei deshalb in der Vorweihnachtszeit in Zusammenarbeit mit der IHK eine Umfrage durchgeführt worden.
Abwarten bei der Hängebrücke
Die Lösungen, die der GHV vorschlägt, setzen am Bewirtschaftungszeitraum, den Parkschwerpunkten und der Einführung eines Rückvergütungssystems an.
So könnten sich die Händler vorstellen, dass sich eine Reduzierung des Bewirtschaftungszeitraums um zwei Stunden – von 8 bis 18 Uhr statt bis 20 Uhr – positiv auswirkt. In der Zeit von 18 bis 20 Uhr würden in der Stadt Abendveranstaltungen, Kurse, Restaurantbesuche oder private Treffen „gezielt aufgesucht“ und die Stadt dadurch belebt. Es sei entscheidend, die Verweildauer zu erhöhen.
Die Sonntagsbewirtschaftung der öffentlichen Parkflächen solle bis Juni 2026 ausgesetzt werden. Zu diesem Punkt schreibt der GHV: „Der Ansatz, den Sonntag im Hinblick auf die geplante Eröffnung der Hängebrücke in die Parkraumbewirtschaftung einzubeziehen, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Bevor die Brücke jedoch eröffnet ist und belastbare Erkenntnisse über das tatsächliche Besucheraufkommen vorliegen, sollte dieser besonders emotionale Punkt ausgesetzt werden.
Rückvergütung als Motivator
Zudem sieht der GHV Vorteile, wenn Angebote wie die kostenfreie Parkstunde für alle von der Stadt bewirtschafteten Parkflächen gelten – also Parkhäuser und innenstadtnahe Parkplätze. Es gebe zahlreiche Menschen, die Parkhäuser aus unterschiedlichen Gründen nicht nutzen möchten oder könnten.
Und – der vielleicht massivste inhaltliche Schwerpunkt der Vorschlagsliste: Der GHV möchte die Etablierung einer Parkrückvergütung. Dieser Punkt ist vielleicht deshalb auch der schwierigste, weil die technischen Voraussetzungen bislang ein solches System nicht hergeben.
Der GHV schreibt: „Uns ist bewusst, dass die Umsetzung nicht nur technische Herausforderungen mit sich bringt, da Einkaufswerte und Margen zwischen Betrieben stark variieren und möglichst viel Akteure eingebunden werden sollten.“ Dennoch könne ein solches Modell die Besucher motivieren, länger und häufiger in die Stadt zu kommen. Der GHV jedenfalls unterstütze „ausdrücklich die Findung eines geeigneten, gemeinsam getragenen Systems, das umsetzbar ist und die Belebung der Innstadt fördert“.
Der Antrag kommt in der Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch, 21. Januar, auf den Tisch und soll dann diskutiert werden. Beginn der Sitzung ist um 17 Uhr.