Als Teil des Rottweiler Mobilitätskonzept angekommen: Mit Zeus-Scootern werden hier täglich zwischen 100 und 150 Fahrten gemacht. Foto: Nädele

E-Scooter-Verleiher Zeus zieht eine positive Bilanz der ersten Monate in Rottweil. Die Zahl der Beschwerden bleibt im Vergleich mit anderen Städten harmlos – auch wenn schon ein Roller aus dem Neckar gefischt werden musste.

12 000 Kilometer wurden mit den Zeus-Scootern in den knapp drei Monaten seit der Einführung in Rottweil zurückgelegt. Das ist etwas mehr als von hier Luftlinie nach Cape Town in Südafrika oder etwas weniger als auf dem Landweg an den südlichen Zipfel Afrikas. Die Bilanz, die das Unternehmen auf Nachfrage zieht, ist deshalb positiv. „Die Nachfrage ist sehr gut, das Angebot wird sehr gut angenommen“, sagt Nico Reitemeier, Business Development and Customer Experience Manager beim Scooter-Verleiher Zeus. Es folgt noch ein Superlativ: „Wir sind sehr zufrieden“.

 

An den Start gegangen ist das jüngste Glied in der Rottweiler Mobilitätskette am Freitag, 19. April, mit 40 Fahrzeugen – in der Stadt verteilt, etwa an Bushaltestellen, neben Fahrradständern oder am Bahnhof. Auch in den Teilorten Neufra, Göllsdorf und Hausen wurden Roller aufgestellt. Schon kurz nach dem Start sei aber auf die maximale Zahl von 80 Rollern erhöht worden, „um der Nachfrage gerecht zu werden“, so Reitemeier. Nachjustieren mussten wir wenig.

12 000 Kilometer zurückgelegt

Insgesamt wurden in den zurückliegenden drei Monaten bei 7000 Fahrten eine Strecke von 12 000 Kilometer zurückgelegt. „Am Tag haben wir zwischen 100 und 150 Fahrten“, berichtet der Zeus-Manager.

Das deckt sich mit den Zahlen und Daten von Zeus, die der Stadtverwaltung vorliegen. Seit Einführung vor rund drei Monaten hätten sich 882 Nutzer registriert, weiß der städtische Pressesprecher Tobias Hermann.

Im Schnitt dauert eine Fahrt zwölf Minuten

Pro Fahrt würden dabei durchschnittlich 1,7 Kilometer in zwölf Minuten zurückgelegt. Das heiße: Jeder E-Scooter, der in Rottweil zur Verfügung steht, werde etwa zweimal am Tag genutzt.

„Aus unserer Sicht ist das ein guter Start, der hoffen lässt, dass das Angebot auf Dauer trägt“, meint Hermann. Bekanntlich ist Zeus in Rottweil eigenwirtschaftlich unterwegs, der Stadt entstehen also keine Kosten und auch kein Aufwand, etwa beim Einsammeln der Geräte, durch dieses Mobilitätsangebot.

Beschwerden bleiben die Ausnahme

Doch wie ist die Resonanz der Bürger? Die Zahl der Beschwerden bewegten sich laut Zeus mit im Schnitt acht bis zehn Beschwerden pro Monat „im unteren“ Bereich. Im Vergleich mit anderen Städten seien also bislang wenig Probleme mit den neuen Rollern aufgetreten.

Die E-Scooter sind mit einem Chip ausgestattet und lassen sich so orten. Sie werden von Zeus-Mitarbeitern wieder eingesammelt – auch wenn sie geladen werden müssten, nicht funktionierten oder etwa im Neckar landeten. Die Stadt Rottweil, so Hermann, habe damit jedenfalls keine Arbeit, außer im Rathaus eingehende Meldungen an Zeus weiterzuleiten.