Viele Wege vom Nägelesgraben in die Rottweiler Innenstadt sind für Fußgänger derzeit nicht nutzbar. Auch manche Einzelhändler sind mit der Baustellen-Situation unzufrieden.
Wer dieser Tage zu Fuß von einem der Parkplätze am Nägelesgraben in die Innenstadt möchte, der sollte aufmerksam auf die hübsch gestalteten Umleitungsschilder achten, denn sonst könnte er im Baustellen-Dschungel im Heiligkreuzort schnell vor gesperrten Wegen stehen.
Momentan ist etwa der direkte Zugang zwischen Nägelesgraben und Innenstadt gesperrt. Die Umleitung führt über den Münsterplatz. Während der eine oder andere Fußgänger sich über die „freundliche Ausschilderung“, wie zu hören ist, freut, macht sich bei manchem Einzelhändler in der Fußgängerzone Unmut breit. Es werden deutliche Frequenzeinbußen und Umsatzrückgänge im Laufe der Baumaßnahmen befürchtet.
Im Heiligkreuzort wird seit vergangenem Jahr eifrig gebaut. Die Gassen werden von Grund auf erneuert. Die Bruderschaftsgasse ist kurz vor der Fertigstellung. Weiter geht es derzeit in der Schulgasse am Neuen Rathaus, aber auch am Münsterplatz ist die Baustelle bereits eingerichtet.
„Die Wege werden sich im Laufe der Maßnahmen immer wieder ändern“, teilt Tobias Hermann, Pressesprecher der Stadtverwaltung, auf Anfrage mit. Er bittet um Verständnis. Die Gassen rund ums Münster seien seit vielen Jahren in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Insbesondere der Zustand des in die Jahre gekommenen Pflasters sei von Bürgern zu Recht regelmäßig beanstandet worden. Beginnend in der Engelgasse und der Hinteren und Vorderen Höllgasse habe die Stadt Rottweil daher vor einigen Jahren damit begonnen, die Gassen von Grund auf zu erneuern. Dabei werden auch sämtliche Leitungen im Untergrund ausgetauscht und auf den neuesten Stand der Technik gebracht, informiert Hermann. Und: Auch Leitungen für ein Fernwärmenetz werden bei dieser Gelegenheit mit eingebaut.
„Die Stadt ist im engen Austausch mit den Anliegern und Geschäftsinhabern. So fand vor den Umbaumaßnahmen im Januar eine Anliegerinfo im Neuen Rathaus statt. Anregungen und Hinweisen gehen wir möglichst schnell nach und versuchen, die Belastungen stets so gering wie möglich zu halten“, so der Pressesprecher, der ergänzt, dass eine Baustelle immer zu Beeinträchtigungen führe. „Wir bitten alle Anlieger sowie die Gäste der historischen Innenstadt daher um Verständnis und Geduld. Wir sind uns sicher, dass der neu gestaltete Heilig-Kreuz-Ort ein Gewinn für alle sein wird und dass es sich lohnt, bis dahin die Einschränkungen in Kauf zu nehmen.“ Sowohl für Anwohner und Besucher als auch für Handel und Gastronomie sei die Aufwertung des Stadtbildes und das Plus an Aufenthaltsqualität im Quartier dauerhaft ein Vorteil.
„Während der Baustelle kümmern wir uns darum, die Zugänglichkeit der Geschäfte und die Fußwegeverbindungen vom Nägelesgraben in die Innenstadt und zurück möglichst gut aufrechtzuerhalten. Auf einer Baustelle kann es immer passieren, dass kurzfristige Änderungen im Bauablauf erforderlich sind, auch dann versuchen wir schnell individuelle Lösungen zu finden“, verspricht er. Ein Beispiel: In der Bruderschaftsgasse seien die Wege je nach Baustellensituation an die Eingänge geführt und teilweise sogar provisorisch asphaltiert worden. Aktuell sei eine Umleitung für Fußgänger über den Münsterplatz angelegt und die Umleitung mit Hinweisen auf die unmittelbar betroffenen Geschäfte auch namentlich ausgeschildert.
„Die Sperrung ist wegen des regen Baustellenverkehrs zwischen Pfarrgasse, wo derzeit die Arbeiten laufen, und Münsterplatz, wo sich Baustelleninfrastruktur befindet, notwendig“, sagt er. „Sicherheit geht vor und der kurze Umweg ist wirklich schnell zurückgelegt“, so Hermann.
Und es gibt auch gute Nachrichten: „Die Arbeiten in der Bruderschaftsgasse biegen aktuell auf die Zielgerade ein. Wir gehen davon aus, dass sich dann die Lage auch wieder etwas entspannen wird“, sagt er. Ein Zugang in die obere Hauptstraße sei dann wieder über die Bruderschaftsgasse und die Oberamteigasse möglich. Die Oberamteigasse selbst werde erst ab Herbst nächsten Jahres saniert, „wenn der derzeit laufende zweite Bauabschnitt abgeschlossen ist. Bis dahin steht sie auch immer als Querspange für Fußgänger und Radfahrer aus Richtung Nägelesgraben in die Obere Hauptstraße zur Verfügung“, lässt er wissen.