Der Verkehrsbericht der Stadt Rottweil fördert zwei Goldesel zu Tage: Die beiden mobilen Blitzanhänger haben 2024 fast 300 000 Euro generiert. Eine ganze Menge.
„Das ist eine sehr hervorragende Bilanz“, freute sich Fachbereichsleiter Bernd Pfaff. Im Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss stellte er den Verkehrsbericht 2024 vor – und der hatte einige Highlights zu bieten.
Zum einen gab trotz der zahlreichen Schüler, die jeden Tag zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder sonst einem Gefährt zur Schule pendeln, nur einen Schulwegunfall. „Rottweil ist Schulstadt, da schau ich ganz genau hin“, kommentierte Pfaff.
Auf Rottweiler Gemarkung gab es außerdem keinen einzigen Verkehrstoten zu beklagen. Das war auch schon 2023 so.
334 Unfälle
Insgesamt ereigneten sich im Stadtgebiet (ohne A 81) 334 Unfälle, bei denen sich 54 Personen leicht und elf schwer verletzten. Bei zehn Unfällen waren Fußgänger betroffen, ein Fußgänger verletzte sich schwer, sieben leicht. Der Wert sei „überraschend gestiegen“, schreibt Pfaff in seinem Bericht.
In 27 Unfälle waren Fahrradfahrer verwickelt. Fünf verletzten sich schwer, sieben leicht.
Blizer-Anhänger eine Erfolgsstory
Eine Erfolgsstory ist das „städtische Messkonzept“. Einen großen Anteil daran haben die beiden Blitzer-Anhänger. 2020 wurde der erste angeschafft, im Herbst 2024 der zweite. „Die machen einen Umsatz von fast 300 000 Euro“, stellte Stadtrat Peter Schellenberg (FWV) fest.
Hat die Stadt da zwei Gelddruckmaschinen? Und was bleibt davon am Ende hängen? „Es geht uns nicht ums Geld verdienen, sondern um die Verkehrssicherheit“, antwortete OB Christian Ruf mit einem Kopfschütteln. „Jeden, den wir nicht blitzen, finden wir gut“, schob er hinterher. Im Fokus stehe die Prävention.
Was die Kosten angehe, erklärte Pfaff: „Unterm Strich legen wir drauf“. Pro Trailer müsse man mit etwa 20 000 Euro rechnen, hinzu kämen Betriebshofkosten und eine Personalstelle. Aber, die Trailer hätten Wirkung: Es sei erstaunlich, wie langsam gefahren werde, auch wenn der Blitzer schon wieder an einer anderen Stelle stehe.
37 000 Fahrzeuge
Alle Buß- und Verwarngelder aller mobilen Messungen zusammen bescherten der Stadt ein Plus in Höhe von rund 86 000 Euro. 2023 waren es noch knapp 61 000 Euro. Übrigens: Gemessen wurden rund 37 000 Fahrzeuge, beanstandet etwas mehr als 2000.
Auch bei den beiden stationären Geschwindigkeitsmessanlagen in Neukirch und Hausen kam ordentlich was zusammen. Erstmals betrugen die Bußgelder hier fast 100 000 Euro. Dort sieht Pfaff einen Zusammenhang mit Tempo 30, das im Zuge der Lärmkartierung eingeführt worden war.
Gute Neuigkeiten hatte Pfaff auch beim Thema Unfallschwerpunkte. Mit der Umgestaltung der Körnerstraße sei auch die Einmündung zur Lorenz-Bock-Straße keine Unfallhäufungsstelle mehr. Ebenso die Einmündung der L 423 auf die B 27, wo 2022 eine Stoppstelle eingerichtet worden war.
Unfallschwerpunkt Neufra
Ein Unfallschwerpunkt bleibe der Bereich Kreisverkehr Neufra in Zusammenhang mit der K 5545 und B14, so Pfaff. Die Unfallursachen seien hier vielschichtig. „Wir werden gemeinsam mit der Polizei weiter wachsam sein“, so Pfaff in seinem Bericht. Mit der Polizei arbeite man ohnehin eng zusammen. Allein zehn bis 15 Verkehrsschauen an subjektiv empfundenen gefährlichen Punkten würden gemeinsam wahrgenommen.
Und trotzdem stelle Felicitas Bott (SPD+FFR) die Frage „kann man noch mehr machen?“. Bei allem Lob für das Messkonzept der Stadt hakte auch Hans-Peter Alf (CDU) nach, wie man etwa Rad-und E-Roller-Rowdys und einbremsen könnte. Und dann gibt es ja noch das Thema Wohnwagen und die Wildauswüchse auf öffentlichen Stellflächen sowie die Poser, die die Innenstadt mit Lärm und Abgasen belasten, wie Jürgen Mehl (SPD) anmerkte.
Und da ist man dann bei den Zuständigkeiten anbelangt, die beim fließenden Verkehr nicht bei der Stadt liegen. In solch einem Fall meint OB Ruf „wenden Sie sich bitte an ihr örtliches Polizeirevier“.