Bürgermeister Franz Moser (links) und Zunftmeister Thorsten Müller enthüllen das Straßenschild Heuliecherweg im neuen Wohngebiet "Hoberten IV" in Mariazell. Foto: Herzog

Allerweltsstraßennamen wie Buchenweg, Friedhofstraße und Pfarrgasse gibt es nahezu in jeder Gemeinde, auch in Eschbronn. Da hebt sich ein "Heuliecherweg" ab und stellt ein Alleinstellungsmerkmal dar.

Eschbronn-Mariazell - In Mariazell werden neuerdings für die Fasnet nicht nur Kleidle und Masken abgestaubt, sondern auch Häuser und deren Bewohner vom Baustaub.

Nun trafen sich bei frostigen Temperaturen einige Mitglieder der Heuliecherzunft Mariazell, des Gemeinderats und Anlieger, um den Heuliecherweg im neuen Wohngebiet "Hoberten IV" offiziell seiner Bestimmung zu übergeben.

"Sternen" in schlechtem Zustand

Bevor Zunftmeister Thorsten Müller und Bürgermeister Franz Moser das neue Straßenschild unter Beifall enthüllten, dankte der Narrenchef mit gereimten Zeilen der Gemeinde für diese Ehre und warb gleichzeitig um Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Zunftstube, da deren baulicher Zustand sich im "Sternen" nach 20 Jahren zunehmend verschlechtere. Des Weiteren lud Müller die Anwohner zur Eschbronner Fasnet ein, speziell zu der von den Heuliechern und "staubte" mit Büttel Manfred Flaig und Gildemeisterin Isabell Bea zur allgemeinen Verwunderung die in diesem Wohngebiet neu entstandenen Häuser samt Bewohner vom Baustaub ab.

Bürgermeister Franz Moser wollte im Reimen dem Narrenchef in nichts nachstehen und stellte fest: "Als einzige Zunft im ganza Land, noch der a eigne Stroaß benannt. Der Heuliecherweg, der isch doch krass, do wirkt selbst Rottweils Fasnet blass".

Wie im Paradies

Weil in dieser Straße jeder gerne wohnen wollte, seien die Grundstückspreise durch die Decke geschossen. Hier lebe es sich völlig narrenfrei wie im Paradies, schmunzelte der Bürgermeister und machte es bei der Bekanntgabe des Initiators und dessen Namensidee ziemlich spannend.

Das könne eigentlich nur ein Obernarr sein, der über 60 Pfeifle an seinem Körper trage, pro Saison über 50 Sprünge hinlege, zu jedem Narrenfest gehe und an der Fasnet außer Rand und Band sei.

Eschbronner Straße ohne Chance

"Weit gefehlt. Christoph Meyer heißt der gute Mann, den man nicht genug loben kann. Er ist der lebende Beweis, dass man auch außerhalb der Fasnet närrisch ka sei", verkündete Moser augenzwinkernd.

Bei der Festlegung der Straßennamen für das neue Baugebiet brauchte der Gemeinderat in seiner Sitzung im Dezember 2019 lediglich einen Namen für ein kurzes Straßenstück festlegen, da die bisherigen Erschließungsstraßen "Wiesen" und "Holzwald" in Verlängerung fortgeführt wurden.

Die Wahl zwischen Heuliecherweg und dem Vorschlag von Fred Zehnder, Eschbronner Straße, fiel mit zehn zu eins Stimmen damals deutlich aus.