Mit seiner Initiative „Kopf hoch“ macht der ACE bundesweit auf die Gefahren der Handynutzung beim Fahren aufmerksam. Am Mittwoch waren die Aktiven des Clubs in Lörrach unterwegs.
Am Mittwochmorgen stehen Holger Wegener und Sven Hübschen in Tumringen an der Freiburger Straße, um eine Verkehrszählung der besonderen Art durchzuführen: Ausgestattet mit Checkliste, Handzählgerät und feuerroten Vereinsoberteilen prüfen die beiden Ehrenamtlichen vom Kreis Hochrhein-Freiburg des Auto Clubs Europa (ACE) eine Stunde lang, wie viele Fahrzeugführer beim Autofahren das Handy in der Hand haben. 2025 sind laut Hübschen deutschlandweit 81.840 solcher oder ähnlicher Handyverstöße im Verkehr registriert worden, wobei wohl nur zehn bis 15 Prozent der Fälle überhaupt entdeckt würden. Die heutige Zählaktion ist Teil der ACE-Clubinitiative „Kopf hoch“, in deren Rahmen 700 Aktive des ACE seit April in ganz Deutschland im Einsatz sind.
Fehlverhalten am Steuer ist gefährlich
Mit der Initiative möchte der Club darauf aufmerksam machen, wie gefährlich das Fehlverhalten am Steuer sein kann. 2024 war bei 1039 Unfällen mit Personenschaden Ablenkung durch die Nutzung elektronischer Geräte die Unfallursache, heißt es dazu in einem Informationsblatt des ACE. Insgesamt 25 Menschen seien bei diesen Unfällen ums Leben gekommen. Wer bei Tempo 50 innerorts zwei Sekunden nicht auf die Straße schaue, lege rund 28 Meter ohne Sichtkontakt zur Fahrbahn zurück und gefährde damit Menschenleben. Die Langsamfahrt in Kolonne ist laut Wegener eine der Situationen, in der besonders gern zum Handy gegriffen wird. Deswegen haben sich die beiden Ehrenamtlichen an diesem Morgen für ihren Standort oberhalb der Kreuzung Freiburger Straße / Mühlestraße / Theodor-Heuss-Straße entschieden. Von der Lucke kommend fließt der Autoverkehr um diese Zeit in Richtung Innenstadt und wird dabei immer wieder durch die rote Ampel an der Kreuzung aufgehalten.
Jeder Zehnte hat das Handy am Ohr
Bei 27 der zwischen 9.15 und 10.15 Uhr erfassten 287 Fahrzeuge, also in knapp zehn Prozent der Fälle, stellen Wegener und Hübschen Handyverstöße fest. Was womöglich wenig bekannt ist: Genauso strafbar mit 100 Euro Buße und einem Punkt in Flensburg ist es, den Blick zu lange vom Verkehrsgeschehen abzuwenden, um den Infotainment-Touchscreen eines Autos zu betätigen. „Der Bildschirm lenkt genauso ab“, so Hübschen. Weil diese Fälle von Ablenkung schwerer zu erkennen sind, hat der ACE sie aber bei der Zählung ausgeklammert. Wegener und Hübschen sorgen sich auch über problematisches Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Es gebe immer wieder Unfälle etwa von Pedelec-Fahrern und Fußgängern, die im Verkehr ein Smartphone oder sogenannte „Noise Cancelling“-Kopfhörer benutzten, welche die Umgebungsgeräusche ausblenden.
Der ACE führt laut Hübschen bereits seit dem Jahr 2008 jährlich eine deutschlandweite Aktion zur Verkehrssicherheit – einem der Kernthemen des Clubs – durch. Dabei versteht er sich als Gemeinschaft für alle „mobilen Menschen, egal mit welchem Verkehrsmittel sie unterwegs sind“.