Wo die Auffahrt zur Landesstraße 410 auf die Neue Rottenburger Straße trifft, soll der neue Kreisverkehr „Lotzenäcker II“ entstehen. Foto: Hardy Kromer

Wann genau die Bagger anrollen, steht noch nicht fest. Aber irgendwann im Laufe des Sommers wird es losgehen mit dem Bau des neuen Kreisverkehrs am nördlichen Stadtrand.

Die Firma Gebr. Stumpp ist in Hechingen bestens bekannt. Unter anderem bei der Erschließung des Baugebiets „Killberg IV“ und bei der Sanierung der Zollernstraße macht das Meldest du wegen Bauunternehmen die Tiefbauarbeiten. In naher Zukunft wird Stumpp die nächste Großbaustelle in der Zollernstadt in Angriff nehmen: den Bau des Kreisverkehrs „Lotzenäcker II“.

 

Baubeginn im Juni?

Der Technische Ausschuss des Kreistags hat die Vergabe des Auftrags an die Baufirma zum Angebotspreis von rund 2,6 Millionen Euro bereits einstimmig empfohlen. Der definitive Vergabebeschluss wird am kommenden Montag, 18. Mai, fallen, wenn der Kreistag zusammentritt. Dann, so hieß es jetzt von der Pressestelle des Landratsamts, werde man vermutlich auch erfahren, wann genau mit den Bauarbeiten begonnen werden soll. Das Regierungspräsidium Tübingen hatte zuletzt eine Bauzeit von Juni 2026 bis August 2027 genannt.

Die Gesamtkosten von 3,5 Millionen Euro teilen sich das Land, der Landkreis und die Stadt, weil an der verkehrsträchtigen Kreuzung die Auffahrt zur L 410 und die Kreisstraße 7107 (Neue Rottenburger Straße) aufeinandertreffen und die Stadt mit einer Radwegunterführung beteiligt ist. Der Landkreis hat mit 3,2 Millionen Euro den Löwenanteil zu finanzieren (kann aber mit mehr als einer Million Euro an Fördermitteln rechnen), die Stadt Hechingen ist mit rund 300.000 Euro mit von der Partie.

So stattlich die Kostenrechnung daherkommt, so wenig umstritten ist die Notwendigkeit des Kreuzungsumbaus. Im Jahr 2019, als die Kommunalpolitiker bereits über den Kreisel-Bau nachdachten, wurden bei einer Verkehrszählung täglich bis zu 15.000 Fahrzeuge auf der Neuen Rottenburger Straße und gut 9.000 Fahrzeuge auf dem Zubringer zur L 410 gemessen.

Seither sind Bentley, CTS, Qatna, NVT und andere Unternehmen im Gewerbegebiet „Lotzenäcker“ kräftig gewachsen, was zu noch mehr Verkehr geführt hat. „Regelmäßig Stau in alle Richtungen“ hat die Hechinger Stadtverwaltung im September 2024 diagnostiziert, als sich der Bauausschuss des Gemeinderats mit den Kreisverkehrsplänen befasste.

Polizeilich anerkannter Unfallschwerpunkt

Als polizeilich anerkannter Unfallschwerpunkt gilt die Kreuzung obendrein. Mit Ausnahme der Pandemiejahre ist jährlich mindestens ein Unfall mit Personenschaden dokumentiert, teilweise gar mehrere. Allein im Jahr 2022 hat es an der Kreuzung fünfmal gekracht, zweimal beim Abbiegen, dreimal beim Einbiegen oder Kreuzen. Eine zusätzliche Gefahr ergibt sich für die Radfahrer, die den Zubringer zur L 410 bislang kreuzen müssen. Das wird sich ändern, wenn die Kreuzung zum Kreisverkehr umgebaut wird: Angelegt wird in diesem Zuge ein neuer Rad- und Gehweg, der in einer baulich aufwendigen Unterführung unter der Auffahrt zur L 410 hindurchgeführt wird.

Der Kreisverkehrsplatz selbst soll einen Durchmesser von 40 Metern bekommen (wie der benachbarte, der direkt ins Gewerbegebiet „Lotzenäcker“ mündet). Geplant sind eine sieben Meter breite Fahrbahn und ein sogenannter Bypass in Richtung L 410, um Rückstaus aus dem Kreisel herauszuhalten. Als der Hechinger Bauausschuss zuletzt über das Projekt diskutierte, waren freilich Zweifel daran laut geworden, ob der kreuzungsfreie Umbau tatsächlich alle Probleme lösen wird. CDU-Stadträtin Ingrid Riester und Freie-Wähler-Stadtrat Jürgen Staib hatten vor der Gefahr gewarnt, dass die Rückstau-Problematik womöglich nur verlagert wird – dann eben nach oben direkt an die Einmündung in die L 410. Die Stadtverwaltung widersprach: Die Verkehrsdaten zeigten, dass der Knotenpunkt unten das Nadelöhr sei.