Die Ortstafel am Schlatter Ortseingang auf der B 32 von Hechingen kommend wurde im August versetzt. Foto: Roth

Die Stadt zieht ein Zwischenfazit zur Einführung von Tempo 30 im Bereich des Schlatter Kindergartens. Anfang August wurde zudem die Ortstafel an der B 32 versetzt. Das ist der Grund.

Die Bundesstraße 32 sorgte in jüngster Vergangenheit immer wieder für Diskussionsstoff im Hechinger Stadtteil Schlatt. Ortsvorsteher Jürgen Schuler merkte im Gespräch mit unserer Redaktion nach den jüngsten Kommunalwahlen an, dass die vielbefahrene Straße die Bürgerschaft bewege.

 

Kritisiert wurden unter anderem Rotlichtverstöße an den Fußgängerampeln; dazu Autofahrer, die die Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern nachts ignorieren. Tagsüber kann zu den Stoßzeiten ob des hohen Verkehrsaufkommens kaum schneller als Tempo 30 gefahren werden – wiederum ebenfalls zum Leidwesen der Bürger.

Einerseits sei es eine Herausforderung, aus den Wohngebieten in die B 32 einzufahren, ohne lange Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen. Auf der anderen Seite stehen lästiger Verkehrslärm und Abgasgeruch.

Im ergangenen Jahr hat sich einiges getan

Doch im vergangenen Jahr hat sich an der B 32 in Schlatt einiges getan. Inzwischen darf im Bereich des Kindergartens ganztags die Tachonadel die Marke von 30 Stundenkilometern nicht mehr überschreiten.

Hierbei hat sich die Stadtverwaltung eine Novellierung der Straßenverkehrsordnung zunutze gemacht. Diese erlaubt es, vor Kindergärten auf einer Strecke von bis zu 300 Metern eine Reduzierung auf 30 Stundenkilometer anzuordnen, ohne dass dafür eine sogenannte qualifizierte Gefahrenlage vorliegen muss. Im Rathaus zieht man hierzu eine positive Zwischenbilanz: Seitdem die Maßnahme umgesetzt wurde, seien keine Beschwerden aus der Bevölkerung mehr bei der Stadtverwaltung eingegangen, wie Stadtsprecher Thomas Jauch informiert. Solche seien ursächlich für die Realisierung der 30er-Zone im Bereich des Kindergartens gewesen.

Ob sich die Autofahrer tatsächlich an die Tempo-30-Regel halten, dazu mag Jauch noch keine Einschätzung abgeben. Es fehle schlichtweg an einer umfänglichen, auf Messungen basierenden Analyse.

Lärmaktionsplan abgelehnt

Unklar ist, ob die gesamte Schlatter Ortsdurchfahrt in Zukunft zur Tempo-30-Zone wird. Dies war eigentlich im Zuge der vierten Runde des Lärmaktionsplans vorgesehen.

Die Stadträte lehnten die Umsetzung des Lärmschutzpapiers in ihrer Juli-Sitzung jedoch deutlich ab. Viele Stadträte befürchteten, dass der Flickenteppich an Geschwindigkeitsvorschriften so noch größer werden würde.

Eine weitere Veränderung im Straßenbereich der B 32 besteht seit Anfang August – auch wenn diese nicht direkt mit der Verkehrssituation zusammenhängt: Die Schlatter Ortstafel von Hechingen kommend wurde einige Meter in Richtung Kernstadt versetzt. Hintergrund ist „der Beginn der Bebauung, die, auch mit Lücken, der Ortschaft zugeordnet werden kann“, erklärt Jauch. Die Ortstafel steht nun vor den beiden Häusern links vor der Abzweigung nach Beuren, sprich vor der beginnenden Bebauung. Weder die Gemeindegrenze noch die Straßenbaulast haben Einfluss auf den Standort der Ortstafel, sondern lediglich die Bebauung.

Ortstafel heißt: Tempo 50 gilt

Die Ortstafel ist für Autofahrer, sofern kein anderes Verkehrsschild aufgestellt ist, auch der Hinweis, dass ab sofort Tempo 50 gilt. Im Schlatter Fall wurde mit der versetzten Ortstafel jedoch nicht die zulässige Höchstgeschwindigkeit verändert; Tempo 50 galt bereits zuvor im Einmündungsbereich der Straße von und nach Beuren.

Dass die zuvor zweispurige Bundesstraße dennoch zum Rasen am Ortseingang einlädt, ist zu beobachten. Obwohl der Tempo-50-Zone noch eine Tempo-70-Zone vorgeschaltet ist, dürften einige Fahrer zu schnell auf Höhe der Ortstafel unterwegs sein.

Eine Einschätzung, ob angesichts des versetzten Ortschilds früher abgebremst wird, gibt die Stadtverwaltung nicht. Nur so viel: „Es finden regelmäßig Kontrollen im Rahmen der Verkehrsüberwachung an vielen Örtlichkeiten im Stadtgebiet statt.“