Noch gilt im Verlauf der Bismarckstraße Tempo 50. Das soll sich jedoch ändern. Foto: Helen Moser

Der Furtwanger Gemeinderat hat das vom Büro Rapp erarbeitete Vorschlagspaket angenommen, um die Belastung der Bürger zu reduzieren.

Im Zusammenhang mit dem Projekt Entwicklung der Furtwanger Innenstadt legte das Büro Rapp auch die Ergebnisse der Lärmaktionsplanung vor. Verbunden war dies mit konkreten Beschlussvorschlägen zur Lärmminderung durch zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzungen im Stadtgebiet.

 

Nach einer Analyse der Landesanstalt für Umwelt wurde bei einem Straßenabschnitt starke Verkehrsbelastungen ermittelt, wodurch die Stadt zur Aufstellung eines Lärmaktionsplans für diese Straßen verpflichtet wurde: Das betraf die Landstraße Richtung Vöhrenbach von der Einmündung Südtangente bis zur Abzweigung Rohrbach.

Die Stadt hat aber freiwillig zur Verbesserung des Wohnumfeldes weitere Straßen untersucht: die B 500 von der Bregstraße über Wilhelmstraße, Marktplat und Grieshaber Straße bis zur Bismarck- und Friedrichstraße. Ebenfalls untersucht wurden die Südtangente und die Straße von der Alemannenstraße Kreuzung Südtangente über die Allmendstraße bis zur Kreuzerstraße.

Bei der Vorstellung der Ergebnisse im März im Gemeinderat wurde deutlich, dass auch in diesen Bereichen massive Lärmbelastungen vorhanden und zum Schutz der Bevölkerung Maßnahmen zur Lärmminderung nötig sind. Nach der Offenlage gab es im Mai eine Beteiligung der Bürger in der Festhalle. In der Folge hat das Büro Rapp die Vorschläge noch einmal angepasst.

Hohe Zahl von betroffenen Anwohnern

Wolfgang Wahl vom Büro Rapp machte in der Sitzung des Gemeinderates deutlich, dass es an den überprüften Straßen eine hohe Zahl von betroffenen Bürgern gibt, die teils sogar gesundheitsgefährdendem Lärm ausgesetzt sind. Untersuchungen belegen, dass eine Reduzierung der Geschwindigkeit diesen Lärm massiv reduziert.

Anja Siedle von den Freien Wählern (FW)hob vor allem die erfolgreiche Bürgerbeteiligung hervor, die auch in die Vorschläge eingeflossen ist. Manfred Kühne, CDU, sprach den Wunsch an, die Ampelanlagen für die Fußgänger an der Südtangente auch am Wochenende in Betrieb zu nehmen, wichtig gerade auch für Nutzer des Bahndamms. Die deutlich längeren Strecken mit Tempo 30 in der Stadt seien zumutbar, denn Lärm mache krank. Man müsse aber auch mögliche Kontrollen ins Auge fassen.

Anträge abgelehnt

Der Gemeinderat beschloss bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung den Vorschlag des Büros Rapp mit den verschiedenen Maßnahmen. Die Unabhängige Liste (UL) hatte in der Diskussion zusätzlich den Antrag gestellt, den Tempo-30-Bereich durch die Innenstadt auf der Bregstraße von der Einmündung der Südtangente bis zum Kreisverkehr zu verlängern sowie auf der Landstraße Richtung Vöhrenbach den ganzen Bereich von der Einmündung Südtangente bis zur Rohrbacher Kreuzung durchgängig auf 50 Stundenkilometer zu reduzieren.

Diese beiden Anträge wurden aber mit großer Mehrheit abgelehnt. Rainer Jung, FW, wünschte sich eine Beschilderung als Tempo-Zone damit nicht an jeder Kreuzung ein neues 30er-Schild aufgestellt werden muss. Dies ist aber, so Wahl, nach den aktuellen Bestimmungen nicht möglich sondern nur in Tempo-30-Zonen in Wohngebieten.

Zusätzliche Beschilderungen kosten 10 000 Euro

Nach Beschluss des Lärmaktionsplans folgen die öffentliche Bekanntmachung und die Information der Träger öffentlicher Belange. Die Stadt stellt bei der Verkehrsbehörde den Antrag auf die verkehrsrechtliche Anordnung der Maßnahmen. Die Kosten sind überschaubar. Für die Anschaffung und Montage zusätzlicher Beschilderungen und die Neueinstellung der Ampelanlagen sind etwa 10  000 Euro fällig. Der lärmmindernde Fahrbahnbelag kann allerdings nur bei anstehenden Straßensanierungen eingebaut werden.

Die betroffenen Straßen

Liste der Maßnahmen
Aus Gründen des Lärmschutzes gilt künftig Tempo 30 in weiten Teilen der Durchgangsstraßen im Stadtgebiet: auf der B 500 von der Einmündung Martin-Schmitt-Straße über die Wilhelmstraße (bisher schon Tempo 30) und weiter über Friedrichstraße, Grieshaberstraße und Bismarckstraße bis zum Anfang der Triberger Straße. Ebenfalls auf Tempo 30 reduziert ist die Geschwindigkeit von der Einmündung Südtangente in die Alemannenstraße über die Allmendstraße und Kreuzerstraße bis zur Einmündung in die Friedrichstraße. Die Tempo-50-Beschränkung an der Einmündung Rohrbacher Straße und Alemannenstraße wird um 60 Meter in Richtung Furtwangen verlängert, um weitere Gebäude vor Lärm zu schützen. Dazu kommen Maßnahmen zur Anzeige und Kontrolle der Höchstgeschwindigkeit. Auf der B500 durch die Innenstadt soll möglichst eine grüne Welle – mit Priorisierung des Fußverkehrs – installiert werden.