Die Suche nach einem der E-Scooter zum Test fällt Reporter Niklas-Marco Dinauer nicht schwer, denn sie sind in ganz Donaueschingen zu finden. Foto: Niklas-Marco Dinauer

Sind die E-Scooter eine Alternative zu Auto, Fahrrad oder Bus? Unser Reporter hat es ausprobiert.

Wer schnell in der Stadt von A nach B will, hat mehrere Möglichkeiten: Auto, Fahrrad, öffentlicher Nahverkehr oder zu Fuß gehen. In vielen Städten sind das aber nicht mehr die einzigen Alternativen. So auch in Donaueschingen. Durch die Quellstadt kann man seit knapp zwei Jahren auch auf E-Scootern rollen. Aber sind die Roller von Anbieter Zeus wirklich eine brauchbare Möglichkeit zu den klassischen Fortbewegungsmitteln? Wir haben es ausprobiert.

 

Die Suche nach einem der Roller gestaltete sich auffällig leicht. In der Smartphone-App „Zeus“ mussten wir vor der Anmeldung noch die eigenen Daten angeben, im Gegenzug zeigt die App dann jeden in der Nähe verfügbaren E-Scooter an und ermöglicht die Benutzung. Zudem mussten wir ein kleines Guthaben auf unser Profil laden – mindestens drei Euro.

Schnell gefunden

Nachdem wir uns den E-Scooter unserer Wünsche ausgesucht hatten, stand dem lang ersehnten Roadtrip auf drei Rädern nichts mehr im Wege. Um den E-Scooter freizugeben, muss ein QR-Code mit der App abgescannt werden, im Anschluss bestätigt man, dass die Fahrt beginnen soll und los geht's. Als Startgebühr sind 1,30 Euro fällig, jede weitere Minute kostet 25 Cent.

Die Bedienung der App funktioniert ebenso fehlerfrei wie die Roller. Foto: Tobias Weißert

Noch bevor die Fahrt überhaupt begann, fiel das für unsere Fahrt ausgewählte Modell durch seine Gesprächigkeit auf. Bei jeder Bewegung tat es uns seinen Unmut mit lautem Quietschen kund. Nach einer Weile verstummte das Quietschen aber wieder. Vielleicht aus Resignation.

Bedienung ist intuitiv

Davon abgesehen zeigte sich das Fahren zu Beginn jedoch als sehr intuitiv. Unsere beiden Tester, einer davon der Autor dieses Textes und vorher ohne jegliche E-Scooter-Erfahrung, standen sicher auf dem Gerät und konnten ohne große Wackler fahren. Die Kontrolle über das Gefährt schien immer sicher.

Doch holprig wurde es allemal. Als E-Scooter-Fahrer muss man auf Fahrradwegen fahren oder auf die Straße ausweichen. Wer mit dem E-Scooter auf dem Gehweg unterwegs ist, dem droht ein Bußgeld von bis zu 30 Euro.

22 Euro für elf Kilometer

Unser kleiner Roadtrip mit dem E-Roller begann in der Käferstraße und führte uns in Richtung Industriegebiet zu einem Schnellrestaurant, wofür wir gerade einmal zwölf Minuten benötigten. Danach ging es einmal quer durch die Quellstadt nach Allmendshofen und in Richtung eines Einkaufsmarktes. Von dort aus fuhren wir dann wieder zurück in die Käferstraße. Insgesamt waren wir für elf Kilometer etwa 90 Minuten unterwegs. Für zwei Fahrer kostete uns der Spaß in Summe 43,99 Euro.

Die Fahrradwege, auf denen wir unterwegs waren, waren häufig übersät mit Schlaglöchern, was die Fahrt mit dem E-Scooter zu einer kleinen Herausforderung machte. Dabei fiel auf, dass das Bremsen und Anfahren für einen E-Scooter-Fahranfänger Probleme bereitete. Die Bremse macht ihren Job gut – fast zu gut. Denn sie stoppte die Fahrt ziemlich schnell, was sich bei 20 Kilometern pro Stunde schon sehr abrupt anfühlen kann.

Blinker gibt es nicht

Was uns mitten auf der Straße ebenfalls auffiel: Die Klingel an einem Roller funktionierte nicht ganz zuverlässig. Es war mehr dem Zufall überlassen, ob die Klingel einen Ton abgab oder nicht. Für den Straßenverkehr nicht optimal. Außerdem musste man den grünen Knopf dauerhaft gedrückt halten, damit sich der Roller überhaupt fortbewegte. Bei einer längeren Fahrt kann das schon anstrengend werden.

Maximal 20 Kilometer pro Stunde

Auf dem E-Scooter kommt man nicht unbedingt langsamer durch die Stadt als mit dem Rad. Wir waren mit maximal 20 km/h unterwegs. Zusätzlich gab es auf dem Roller keine Möglichkeit, mit anderen Verkehrsteilnehmern zu kommunizieren. Es gibt keine Blinker oder vergleichbares, und die Hand wie beim Radfahren ausstrecken funktioniert in der Praxis auch sehr schlecht. In Summe hatte unser Anfänger auf der Straße ein eher unsicheres Gefühl. Wer schnell von A nach B will und weder Auto noch Fahrrad zur Verfügung hat, für den ist der E-Scooter eine denkbare Alternative. An manchen Stellen ist die Kontrolle für Anfänger etwas gewöhnungsbedürftig. Doch vor allem für kurze, schnelle Fahrten kann ein Trip mit dem Scooter doch ganz sinnvoll sein. Vor allem, wenn man im Sommer schnell, aber nicht verschwitzt und nach Atem ringend, am Ziel ankommen möchte.

Feierabend-Gefährt

E-Scooter
Laut Anbieter Zeus sind in Donaueschingen derzeit 80 E-Scooter stationiert. Seit dem Start im Frühjahr 2023 wurden 39 000 Fahrten unternommen und 64 000 Kilometer zurückgelegt. Die meisten Fahrten stellt Zeus zwischen 16 und 20 Uhr fest. Im Vergleich zu Villingen-Schwenningen und Rottweil werden die motorisierten Roller in der Quellstadt jedoch etwas weniger genutzt. Es gibt in Donaueschingen vier verschiedene E-Scooter-Zonen, in denen man fahren oder parken darf. Die Zonen sind in der App ersichtlich.