Horb und seine Ortsteile ächzen unter der Verkehrsbelastung. Bei der Hochbrücke droht eine Bauzeitenverzögerung. Das sagten OB Peter Rosenberger (CDU) und Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP).
Das Verkehrsthema treibt die große Kreisstadt um. Egal, ob Hochbrücke, Umfahrung Hohenberg oder die Ortsdurchfahrten. Was das Rathaus im neuen Jahr hier auf der Agenda hat, fragte unsere Redaktion.
Horb droht ein gefährlicher Investitionsstau in der Kernstadt, wenn der Bau der Hochbrücke doppelt so lange dauert wie bisher angekündigt.
Rosenberger: Die Bauzeitenverzögerung der Hochbrücke darf nicht passieren. Ich weiß nicht, wie viele Messerstiche in den Rücken wir schon bekommen haben. Einer ist dann tödlich. Das würde unseren Einzelhandel hart treffen.
Umfahrung Hohenberg – welche Chancen sehen Sie, die umstrittenen Pläne des Bundes zu stoppen?
Rosenberger: Die Bundestagskandidaten Klaus Mack und Saskia Esken machen ganz deutliche Ansagen, dass sie gegen die vorgesehen Kappung der Bildechinger Steige kämpfen werden. Fakt ist: Es gab viele Varianten. Alle wurden abgewogen. Und die jetzige Variante mit der Kappung ist nicht abgewogen.
Der Deckel ist jetzt auch raus aus der Planung…
Rosenberger: Wir haben uns bei der neuesten Planung zunächst nur auf die Bildechinger Steige konzentriert. Über den Deckel ist auch noch zu reden – an mancher Stelle macht es Sinn: Aus Lärmschutzgründen und auch für die Fußgängerverbindungen. Zusätzlich dürfen wir die Kosten-Nutzen-Relationen nicht aus dem Blick verlieren. Sollten Maßnahmen unwirtschaftlich werden, könnten wir auch ohne Lösung dastehen.Zimmermann: „Diese Berechnung ist nicht transparent. Unsere Frage: Wird auch der Nutzen für regionale oder kommunale Belange einbezogen?
Was heißt das für die Fußwege-Beziehungen auf dem Hohenberg, dessen Planung der Gemeinderat zuletzt vertagt hatte…?
Rosenberger: Grundsätzlich gilt: Wir wollen keine Planungsaufträge für die Schublade. Dafür haben wir kein Geld und kein Personal. Wir wollen zunächst nach der Bundestagswahl und dem neuen Bundesverkehrsminister wissen, wie der Zeitplan für die Mitbenutzungstrasse ist. Wenn wir wissen: Das ist frühestens in 15 Jahren, dann kann ich mir gut vorstellen, dass für diese Übergangszeit eigene Fußwegeführungen vorsehen. Das lohnt sich dann.
Auf dem Horber Gäubahn-Gipfel begrüßten Sie den Kompromiss: S-Bahn Verlängerung bis Horb, keinen Streit mit Stuttgart. Jetzt fordern Sie als OB und Vize-Vorsitzender der IG Gäubahn: Lasst die Gleise bis zum Hauptbahnhof liegen….
Rosenberger: Ich spreche für die Stadt Horb. Solange die Gäubahn-Gleise bis zum Hauptbahnhof liegen, müssen wir nicht in Vaihingen umsteigen. Jetzt werden Gerichte, wie das Verwaltungsgericht Stuttgart, ab Februar über die Kappung der Gäubahn entscheiden. Da müssen wir uns kommunalpolitisch gar nicht mit der Stadt Stuttgart anlegen. Auch als IG Gäubahn nicht.
Immer mehr Ortschaften fordern Tempo 30. Kommt das?
Rosenberger: Die gesetzlichen Hürden sind gesenkt worden. Wir als Verkehrsbehörde können so etwas entscheiden. Auch wenn es bei den Ortsdurchfahrten meistens um Kreis-, Landes- oder Bundesstraße geht. Aber: Wir müssen mit dem Straßenbaulastträgern wie dem RP Karlsruhe als Vertreter von Land und Bund – immer gut zusammenarbeiten. Da sollte man auch beim Thema Tempo 30 den Schulterschluss haben.
Wird das in Rexingen klappen?
Rosenberger: Wir werden demnächst in den Ortschaftsrat Rexingen gehen und haben Zahlen dabei: Aktuelle Messungen, Messungen während der Sperrungsphase, und eine ganz alte Messung – damit man die Verkehre auch mit Zahlen belegen kann. In Rexingen kann ich persönlich mir Tempo 30 gut vorstellen.