Alpirsbach tritt der "Initiative Motorradlärm" bei, wie der Gemeinderat nun jüngst beschlossen hat. (Symbolfoto) Foto: © m.mphoto.com – adobe.stock.com

Rasende Zweiräder mit heulenden Motoren in der Reinerzauer Talstraße und entlang der Kinzig? Das will sich die Stadt Alpirsbach nicht mehr bieten lassen und tritt der landesweiten Initiative Motorradlärm bei. Und das soll nur der erste Schritt sein.

Alpirsbach - Das gemeinsame Problem eint viele Städte, Gemeinden und Landkreise. Seit zwei Jahren gibt es ein Projekt gegen Motorradlärm, das der Lärmschutzbeauftragte Thomas Marwein und die Bürgermeisterin von Sasbachwalden, Sonja Schuchter, ins Leben gerufen haben. 29 Kommunen haben sich damals zusammengeschlossen, um dem Thema Lärmbelästigung durch Motorräder in der Öffentlichkeit mehr Gewicht zu verleihen. Inzwischen sind knapp 160 Mitglieder der Initiative beigetreten, darunter sind mehr als 140 Städte und Gemeinden, zwölf Landkreise und der Regionalverband Südlicher Oberrhein. Es ist die erfolgreichste Initiative zum Thema Motorradlärm, wie der Sitzungsvorlage des Gemeinderats zu entnehmen ist.

Leisere Fahrzeugmodelle, Fahrverbote und Halterhaftung gefordert

Die Mitglieder setzen sich gegen eine rücksichtslose Fahrweise ein, die in Zukunft deutliche Folgen haben soll. Weitere Forderungen lauten: Motorräder müssen leiser gebaut und gefahren werden. Die Initiative will, dass Zulassungsregeln bei Motorradtypen überarbeitet werden, sodass niedrigere Lärmgrenzwerte erlaubt sind. Auf diese Weise sind Hersteller gezwungen, leisere Motorräder anzubieten, wie einem Beitrag über die Initiative auf der Homepage des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg zu entnehmen ist. Eine stärkere Verkehrsüberwachung könne so aussehen, dass die Polizei bei Kontrollen eine Fahrgeräuschprüfung vornimmt. Im Fall von nachweislicher Manipulation müsse eine Stilllegung des Motorrads an Ort und Stelle die Konsequenz sein. Vorsätzlich lärmerzeugende Fahrweisen sollen außerdem stärker geahndet werden. Auch zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen sind von der Initiative angedacht.

Ein Problem sei, dass Motorräder wegen der Helmpflicht und des fehlenden Frontkennzeichens nicht zu identifizieren seien und somit bei Verstößen nicht belangt werden können. Die Initiative fordert den Bund auf, eine Lösung zu finden, damit Belästiger einer Strafe nicht entgehen können. Zumindest eine Halterhaftung könne eingeführt werden. Eine Pflicht zur Führung eines Fahrtenbuchs wünscht sich die Initiative ebenfalls.

Stadtrat regt verstärkte Polizeikontrollen auf betroffenen Straßen an

Stadtrat Hans-Dieter Rehm (UBL) hat die Alpirsbacher Verwaltung darauf aufmerksam gemacht, dass es sinnvoll sein könne, eine Mitgliedschaft anzustreben. Der Motorradlärm, vor allem im Gebiet der Reinerzauer Talstraße und entlang der Kinzig sei eine große Belastung für die Anwohner. Dagegen müsse die Stadt vorgehen.

Das Thema sei mit den Ortsvorstehern besprochen, so Bürgermeister Michael Pfaff in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Man sei zu dem Schluss gekommen, dass Handlungsbedarf bestehe und signalisiert werden müsse, dass gegen das Problem vorgegangen werde.

"Der Beitritt zur Initiative ist ein erster Schritt", ergänzte Rehm. Nun müsse aber auch etwas getan werden. Durch die Polizei sollten seiner Meinung nach vermehrte Kontrollen erfolgen, um klar zu machen: So geht es nicht, mit dem Rasen ist jetzt Schluss. "Leider kommt das Problem meines Eindrucks nach überwiegend aus dem einheimischen Bereich", so Rehm. Der Bürgermeister stimmte ihm zu, dass auf diesen ersten Schritt weitere folgen müssen, und das Verhalten der rücksichtslosen Raser sanktioniert werden müsse.

Mit zwei Enthaltungen stimmte das Gremium dem Beitritt zur "Initiative Motorradlärm" mehrheitlich zu.

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