Geschwindigkeitskontrollen wie hier auf der B 463 in Richtung Owingen seien nötig und würden oft auch von der Bevölkerung gewünscht, teilt das Verkehrsamt mit. Foto: Landratsamt

Die Verkehrsüberwachung beziehungsweise Geschwindigkeitsüberwachung, im Volksmund als "Blitzen" bezeichnet, sei ein sensibles Thema, teilt das Verkehrsamt des Landratsamts mit. Fast genauso häufig werde es mit Kritik an der Geschwindigkeitsüberwachung konfrontiert wie mit Messwünschen aus der Bevölkerung.

Zollernalbkreis - Fazit: "Es ist Zeit um aufzuzeigen, warum die Verkehrsüberwachung notwendig ist, und warum es dabei nicht um die bloße Ahndung von Verstößen geht, sondern um eine Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr."

Eine Hauptunfallursache im Verkehr sei die überhöhte Geschwindigkeit. In Deutschland seien 2020 2719 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, in Baden-Württemberg 330 – oft aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit.

Hauptgründe sind Zeitdruck und Freude am schnellen Fahren

Schon wenige Stundenkilometer zu viel könnten darüber entscheiden, ob es zu einem Unfall komme. Hauptgründe für zu schnelles Fahren seien Zeitdruck, Freude am schnellen Fahren oder schlicht der Wunsch nach schnellerem Ankommen.

Häufig sei die Überschreitung der geltenden Höchstgeschwindigkeit schon standardisiert. Die Verkehrsteilnehmer würden eine Übertretung der Regeln und damit auch eine Gefährdung anderer billigend in Kauf nehmen, heißt es in der Mitteilung.

Und weiter: "Allen Verkehrsteilnehmern sollte bewusst sein, dass durch eine höhere Fahrgeschwindigkeit der Bremsweg und damit der Anhalteweg deutlich zunimmt. Somit entsteht bei höherer Geschwindigkeit eine größere Gefahr, vor allem für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Kinder, hilfsbedürftige oder ältere Menschen".

Verkehrsamt überwacht Geschwindigkeit an gefährdeten Orten

Ein Beispiel soll dies laut Verkehrsamt verdeutlichen: Wenn ein Fußgänger 14 Meter vor dem Auto auf die Fahrbahn laufe, kann der Fahrer bei 30 Stundenkilometern vielleicht noch vor dem Fußgänger anhalten. Aber bei Tempo 50 werde der Fußgänger unweigerlich erfasst, da der Reaktionsweg schon 14 Meter betrage.

"Die Verkehrsüberwachung ist deshalb zwingend notwendig und wird nicht ohne triftige Gründe durchgeführt", erklärt der Leiter des Verkehrsamts, Hardy Losekamm. Das Verkehrsamt überwache die Geschwindigkeit überwiegend an besonders gefährdeten Orten wie Schulen, Kindergärten oder Unfallschwerpunkten. Darüber hinaus würden regelmäßig Anregungen aus der Bevölkerung in den Messplan aufgenommen.