Zwei Drittel aller Buchungen wurden über die Anrufbus-App getätigt. (Archivfoto) Foto: Rück

Mehr als 70.000 Fahrgäste und damit rund 5000 mehr als im Vorjahr hat der Anrufbus 2025 im Kreis Rottweil befördert. Um Missbrauch vorzubeugen, ist jetzt eine „No Show“-Gebühr geplant.

In diesem Jahr sind im Kreishaushalt 1,2 Millionen Euro für den Betrieb des Anrufbusses eingeplant, nachdem der Eine-Million-Ansatz im Vorjahr überschritten wurde. Was beim Blick auf die Zahlen irritiert: Die Zahl der Buchungen ist teilweise beinahe doppelt so hoch wie die Anzahl der Fahrgäste. Woran liegt das?

 

Die Frage brachte Grüne-Kreisrätin Thuy Nga Trinh im Kreisverwaltungsausschuss auf. So standen im Januar 2025 beispielsweise 10.200 Buchungen 5202 Fahrgäste gegenüber. Das liege zum einen daran, dass man aufgrund der begrenzten Fahrzeugverfügbarkeit nicht alle Fahrten habe bestätigen können, erklärte Nahverkehrsamtsleiterin Heike Kopp. Zum anderen gebe es monatlich rund 1000 Buchungen, bei denen die Fahrt dann doch nicht angetreten werde.

Manche buchen extra zwei Busfahrten

Deshalb wolle man künftig eine sogenannte „No Show“-Gebühr, also eine Gebühr, die anfällt, wenn man nicht zu einer gebuchten Fahrt erscheint, in Höhe von zehn Euro erheben. Außerdem werde künftig bereits bei der Buchung der Fahrten die Bezahlung digital über die hinterlegte Zahlungsweise (Kreditkarte, Paypal oder Sepa-Lastschrift) erfolgen.

CDU-Kreisrat Christian Ruf berichtete davon, das Angebot des Anrufbusses selbst getestet und sich mit dem Fahrer unterhalten zu haben. Dieser habe berichtet, mancher buche wohl vorsichtshalber gleich zwei Busse, um flexibler zu sein. Deshalb erachte er eine „No Show“-Gebühr als sinnvoll.

Auf die Frage, wie man das bei Barzahlung – diese wird weiterhin möglich sein – handhaben wolle, meinte Kopp, Barzahler, die ihre Fahrt nicht antreten, werde man dann sperren, bis die „No Show“-Gebühr entrichtet sei. Die Disponenten seien diesbezüglich aufmerksam und geschult, versicherte sie.

Generell werde man sicherlich irgendwann darüber diskutieren müssen, inwiefern man das Angebot des Anrufbusses noch aufrechterhalten könne, meinte Ruf mit Blick auf die Kosten für den Betrieb.

Absichtlich nicht erschienen?

Stefan Hammer (CDU) wollte wissen, wie groß der Anteil derer sei, die die Fahrt nicht antreten könnten, weil sie beispielsweise den Anschluss verpassen. Eine Erhebung bedeute einen zu hohen Aufwand, meinte Heike Kopp. Jedoch hätten einige – im Rahmen einer Telefonaktion auf den Nichtantritt ihrer gebuchten Fahrt angesprochen – gesagt, sie hätten die Fahrt gerne storniert, aber keine Gelegenheit mehr gehabt. Eine Stornierung sei bis zu einer Stunde vorher möglich, erklärte Kopp.

Von den rund 70.300 Fahrgästen, die 2025 mit elf Kleinbussen befördert wurden, waren rund 21.800 in Rottweil und Umgebung unterwegs, 24.400 in Oberndorf/Sulz und 24.100 im Los Schramberg. Zwei Drittel aller Buchungen wurden über die Anrufbus-App getätigt.

2025 war in Oberndorf/Sulz ein zusätzliches Fahrzeug eingesetzt worden, wodurch die Fahrgastzahlen stiegen. Insgesamt waren es rund 5000 Fahrgäste mehr als 2024. Während Taxi Fink den Anrufbusverkehr in Rottweil und Oberndorf/Sulz abdeckt, ist es in Schramberg Taxi Ehret.