Immer wieder kommt es auf den Straßen des Landkreises zu schweren Unfällen – auch mit Toten. Welche Straßen sind denn besonders gefährlich? Wir haben nachgefragt.
Die Stelle im Straßennetz des Kreises Calw, an der es am häufigsten kracht, ist eigentlich ganz harmlos: eine Stoppstelle in Nagold an der Auffahrt auf die Landesstraße 362 – Fahrtrichtung Jettingen. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Pforzheim kann sogar mit Zahlen aufwarten. 26 Unfälle seien dort in den vergangenen zwei Jahren von der Polizei offiziell aufgenommen worden. „Es handelt sich überwiegend um Auffahrunfälle“, bestätigt die Polizei weiter. Zudem heißt es: „Dieser Bereich ist der Verkehrsbehörde in Nagold als Unfallhäufungsstelle bekannt.“
Der Hintergrund dieser Unfälle hängt mit der dortigen Stoppstelle zusammen. Gefahr Nummer eins: Die Schilder werden missachtet, und es kommt auf der L 362 zur Kollision. Gefahr Nummer zwei: Das Stoppschild wird beachtet, und prompt kracht der Autofahrer dahinter auf das haltende Fahrzeug. Die Häufung der Unfälle hat nun dazu geführt, dass das zuständige Landratsamt im Auftrag des Verkehrsministeriums eine komplette Einfädelspur plant. Umgesetzt werden sollen die Pläne 2027.
Alle Unfallfahrer waren alleine am Unfall beteiligt.
Bisher keine baulichen Veränderungen gibt es an der zweiten auffälligen Unfallstelle. Sie liegt auf der Bundesstraße 296 von Oberreichenbach, dem S-Kurvenbereich und der Abfahrt Oberkollbach. In den vergangenen drei Jahren seien auf dieser Strecke sechs Fahrunfälle registriert worden, meldet die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums Pforzheim auf Anfrage der Redaktion. Alle Autofahrer seien alleine an dem Unfall beteiligt gewesen. In den meisten Fällen seien die Unfälle auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen gewesen, so die Polizei weiter.
Einen Lerneffekt kann man bei den Verkehrsteilnehmern in diesem Zusammenhang nicht feststellen. Denn seit vielen Jahren sind die gefährlichen Stellen auf den Straßen des Kreises die gleichen. „Bereits bekannte Bereiche sind in den vergangenen drei Jahren weiterhin auffällig gewesen“, heißt es in einer Antwort des Polizeipräsidiums auf eine Anfrage der Redaktion.
Geschwindigkeit und Alkoholisierung als Ursache
Das gilt auch für die Motorradfahrer. Auch da hat sich kurzfristig wenig geändert. Als Unfallschwerpunkt für Biker in den vergangenen drei Jahren benennt die Polizei die Strecke auf der B 294 zwischen Höfen und Calmbach. Dort habe es in dieser Zeit zwei Unfälle mit Bikern gegeben, bei denen es einen Schwerverletzten und einen Toten gegeben habe. Hintergründe der Unfälle waren nicht angepasste Geschwindigkeit und Alkoholisierung.
Seitens der Polizei werde die Unfalllage weiter beobachtet und ausgewertet, heißt es von der Polizei. Sollte man Stellen erkennen, an denen es besonders häufig zu Unfällen kommt, werde man gemeinsam mit den zuständigen Verkehrsbehörden in der Unfallkommission nach Lösungen für diese Gefährdungslage suchen, die die Lage entspannen, so die Polizei abschließend. Aber aktuell gebe es keine weiteren Gefahrenstellen im Kreis Calw.