Ein mittlerweile ungewohntes Bild. Landesligist FC 07 Albstadt betritt den Platz im Ebinger Albstadion. Foto: Campos

Die Annullierung der laufenden Fußballsaison wird immer wahrscheinlicher. Für den traditionsreichen FC 07 Albstadt wäre es bereits das zweite Mal, dass die Tür zur Verbandsliga durch Covid-19 verstellt wäre. Ein wohl deutschlandweit einzigartiger Fall 

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Zum zweiten Mal steht der FC 07 Albstadt an einem Punkt, wo es nicht weiter geht. 2020 machte die Quotientenregelung einen Aufstieg der Blau-Weißen zu nichte. 2021 macht nun die drohende Annullierung der Saison dem aktuellen Tabellenführer der Landesliga Staffel IV den Wiederaufstieg in die Verbandsliga zur Illusion. 

Kein Training bis zum 18. April

Es ist schon eine eigenartige Situation. Durch die Verlängerung des Lockdowns bis zum 18. April verkleinert sich das zeitliche Fenster bis zum geplanten Re-Start in den Fußballigen enorm. Der ursprüngliche Plan im Gebiet des Württembergischen Fußballverbandes war es die restlichen Spiele der Hinrunde vom 9. Mai bis zum 20. Juni durchzuziehen. 

Drei Wochen Vorlauf

Drei Wochen Vorlauf könnten ausreichend sein, jedoch müssten dann ab dem 19. April sofort wieder Mannschaftstraining und Freundschaftsspiele möglich sein. In der augenblicklichen Pandemie-Situation scheint das nicht realistisch. Der WFV will diese Problematik in seiner Beiratssitzung am 9. April diskutieren und entscheiden, ob eine sportliche Wertung der Saison noch möglich ist. 

"Wir müssen jetzt einfach abwarten, was passiert. So wie es jetzt im Moment aussieht, werden wir nicht mehr spielen. Die Hoffnung geben wir natürlich nicht auf, wobei wir wahrscheinlich einer der wenigen Vereine sind, die spielen wollen, weil wir noch aufsteigen wollen", sagt der kommisarische Vorsitzende des FC 07 Albstadt, Jürgen Pfaff. 

Kreative Lösungen denkbar

"Wir sind für alles offen. Wenn es Lösungen geben würde, die uns die Möglichkeit eröffnen sportlich aufsteigen zu können, dann würden wir das schon in Anspruch nehmen. Die Mannschaft ist natürlich nicht glücklich, wenn sie zum wiederholten Male um den Erfolg gebracht werden würde", so Pfaff weiter.

2020 Opfer der Quotientenregelung

2020 erklomm der FC 07 Albstadt am fünften Spieltag die Tabellenspitze. Einmal tauschte man mit dem Rivalen VfB Friedrichshafen noch die Plätze. Doch auf der Zielgerade ereignete sich Kurioses. Der FC 07 Albstadt ging mit drei Punkten Vorsprung (bei einem absolvierten Spiel mehr) und einem um fünf Tore besseren Torverhältnis in den bis dato letzten Spieltag Ende Februar. Während allerdings das Albstadt-Spiel beim FC Mengen abgesagt wurde, gewann der VfB Friedrichshafen mit sage und schreibe 9:0 im Derby gegen den SV Kehlen. Am Ende hatte nach der Quotientenregelung der VfB Friedrichshafen aufgrund des Torverhältnisses die Nase vorn und stieg als Meister in die Verbandsliga auf. Ein Einspruch gegen den Saisonabbruch war erfolglos. 

2021 droht die Annulierung

2021 ist der FC 07 Albstadt in der Tabelle wieder vorne. Nach zehn absolvierten Partien stehen neun Siege und ein Unentschieden bei einem Torverhältnis von 39:2 zu Buche. Der bange Blick geht nun zum WFV. Denn es droht die Annullierung der Saison und der FC 07 Albstadt stünde wieder mit leeren Händen da. Wieder wäre dem Verein die Rückkehr in die Verbandsliga Württemberg verwehrt, wo die Blau-Weissen zuvor viele Jahre in Folge  sportliche Erfolge feiern durften.  

Verein plant unabhängig von der Liga

Seit Anfang des Jahres laufen beim Traditionsclub die Planungen für die neue Saison. Der FC 07 Albstadt ist solide aufgestellt. Natürlich fehlen dem Verein die Zuschauereinnahmen und die Einnahmen aus dem jährlichen Hallenturnier. "Wir setzen auf Kontinuität und das unabhängig von der Ligazugehörigkeit", erläutert Jürgen Pfaff.

Wahrscheinlichkeit, dass es weiter geht, wird immer geringer

Viele Monate waren die Spieler der FC 07 Albstadt nicht mehr am Ball, haben sich nur individuell fit gehalten. Zu einem Kaltstart wären sie trotz deutlich erhöhtem Verletzungsrisiko bereit. "Wir haben immmer von Woche zu Woche gedacht. Im Januar haben wir gehofft und die Inzidenzen beobachtet. Planen konnte man aber nicht. Ein möglicher Trainingsstart wurde immer weiter nach hinten verschoben, bis zum heutigen Tag", berichtet Jürgen Pfaff und ergänzt pragmatisch: "Wir werden den Kopf sicherlich nicht in den Sand stecken. Wir sind für die nächste Saison gerüstet und fangen dann eben wieder von vorne an."

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